5G-Ausbau mit Ampeln und Laternen: Das plant der Verkehrsminister

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Da der Mobilfunkausbau nur schleppend vorangeht, will der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer (CSU) nun auch Objekte in Städten und Ortschaften mit Sendern ausstatten. Das geht aus einem internen Papier des Verkehrsministeriums zum 5G-Ausbau hervor.
5G-Antennen-Mast vor bewölktem Himmel
Vodafones 5G-Antennen-Mast vor bewölktem HimmelBildquelle:

Wenige Wochen nach dem Ende der 5G-Frequenz laufen die ersten Maßnahmen zum breiten 5G-Ausbau in Deutschland an. Nun meldet sich das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit einem internen Papier, das Focus Online exklusive vorliegt. Das führt mögliche Standorte von neuen 5G-Stationen auf, da die herkömmlichen Räume vor allem in der Stadt „weitgehend ausgereizt“ sind. Es sei daher dringend notwendig, neue Möglichkeiten zu finden, Sender anzubringen.

Das Papier empfiehlt unter anderem Flachdächer, Dachkanten und Beleuchtungsmasten als neue Standorte. Kleinzellen, sogenannte Smart Cells, könnten derweil an Straßenlaternen und kommunale Hinweisschilder zum Einsatz kommen. „Die Mitnutzung vorhandener Infrastruktur wie zum Beispiel Ampeln, Straßenlaternen oder Gebäuden ist für einen schnellen 5G-Ausbau unerlässlich“, sagte Scheuer Focus Online. Wirklich neu sind diese Erkenntnisse übrigens nicht: Schon seit einiger Zeit wird an Möglichkeiten geforscht, den Antennenwald zu beseitigen.

5G-Ausbau ist Aufgabe aller Akteure

Das Papier soll als Handlungsempfehlung in den nächsten Tagen an Kommunen gehen, berichtet Focus Online. Erstellt wurde es von der Arbeitsgemeinschaft „Digitale Netze“, zu der unter anderem die Netzbetreiber und der Branchenverband Bitkom gehören. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Oliver Luksic, lobte den Vorstoß von Scheuer. Er sieht ihn aber nur als ersten Schritt. „Alle Akteure, Kommunen, Netzbetreiber, Industrie und Forschung, müssen an einen Tisch“, forderte er.

Der 5G-Ausbau stellt die Verantwortlichen vor Probleme. Denn um den neuen Mobilfunkstandard optimal zu nutzen, ist es notwendig, das Netz engmaschig zu stricken. Während sich UMTS und LTE über sogenannte Makro-Standorte – also große Sendemasten unter anderem auf Häusern – verbreiten, ist dies für 5G kaum realisierbar. Um ideal für die 5G-Themen der Zukunft wie Connected Cars und Smart Cities gewappnet zu sein, sind alle paar Hundert Meter ein Sender auf Straßenebene notwendig.

5G wird aktuell nur von einem Mobilfunkbetreiber angeboten: Vodafone startete den Betrieb mittlerweile in insgesamt 20 Orten. Die Telekom gab schon vorher bekannt, ebenfalls mit 5G starten zu wollen. Jedoch ist bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch nichts passiert.

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3 KOMMENTARE

  1. Schon jetzt mag man – verschwörungstheoretisch angehaucht – angesichts der Antennenbündel an vielen Masten den Eindruck gewinnen, die Menschheit solle anhand nicht sofort letal wirkender, jedoch vermehrungshemmender Mikrowellenstrahlung sanft gegrillt und allmählich dezimiert werden.
         Was aber, wenn an diesem „Unsinn“ doch etwas dran ist…?
    Ein Naturwissenschaftler an der hiesigen Gesamthochschule empfahl kürzlich insbesondere Frauen, ein Smartphone niemals in einer linken Brusttasche (nahe dem Herzen) und niemals in einer Hosen- oder Gesässtasche (nahe den Fortpflanzungsorganen) zu tragen.
         „Warum?“
         „Damit Sie den Atem Ihres Handys weniger spüren…“
    Aha!
    – mlskbh –

  2. Sehr verehrter Herr Luksic,

    als Abgeordneter wurde Ihnen von Bürgern Vertrauen geschenkt und Sie kamen in eine Position, in der Sie Ihrem Gewissen verpflichtet sind.
    Ich zitiere Sie: „Alle Akteure, Kommunen, Netzbetreiber, Industrie und Forschung, müssen an einen Tisch“.
    An welchem Tisch sehen Vertreter der Bürger, z.B. Verbraucherschützer?
    Fortschritt in Verkehr und Kommunikation geht jeden an, genauso wie die in dem Zusammenhang unabhängig zu prüfenden Risiken.

    Wir bauen auf Ihre Verantwortung und Ihr Gewissen

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