5G-Auktion nach Tag 1: Die Millionen liegen auf dem Tisch – 1&1 Drillisch überrascht

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Ohne direkte Anwesenheit der Unternehmenschefs von Telekom, Vodafone, Telefónica und der Drillisch Netz AG (1&1 Drillisch / United Internet) ist der erste Tag der mit Spannung erwarteten 5G-Auktion zu Ende gegangen. Die Gebote für die zur Verfügung stehenden 5G-Frequenzblöcke erreichten bis zum Abend bereits fast eine halbe Milliarde Euro. Verantwortlich dafür war vor allem Neueinsteiger 1&1 Drillisch.
5G Symbolfoto
Bildquelle: Telekom

Der erste Tag bei der 5G-Frequenzauktion ist geschafft. Und es waren durchaus ereignisreiche Stunden in den gut gesicherten Räumlichkeiten der Bundesnetzagentur in Mainz.

Verhaltener Beginn (fast) aller Beteiligten

Die vier Bieter, Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica Deutschland (O2) und die Drillisch Netz AG (1&1 Drillisch / United Internet), lieferten sich schon ab der ersten Runde einen beeindruckenden Wettkampf um die 5G-Frequenzen. Das erste Ausrufezeichen setze dabei schon in der ersten Bieter-Runde der Neueinsteiger United Internet.

Bereits in den Morgenstunden wurde deutlich, dass sich United Internet nicht hinter seinen Wettbewerbern verstecken möchte. Denn eher verhalten legten Telekom, Vodafone und Telefónica am Morgen los. Für mehrere Frequenz-Blöcke im Frequenzbereich um 3,6 GHz boten die drei etablierten Netzbetreiber je 1,7 Millionen Euro. Vereinzelt wagten Telekom und Vodafone auch Gebote in Höhe von jeweils 5 Millionen Euro für sechs Frequenzblöcke im Frequenzbereich um 2 GHz.

United Internet trumpft auf

Und United Internet? Das Unternehmen aus dem Westerwald ließ sich nicht lange bitten und setzte direkt zu Beginn der Auktion ein echtes Statement. Für sechs Frequenzblöcke im 3,6-GHz-Frequenzband bot United Internet aus dem Stand jeweils 21,7 Millionen Euro, für zwei Blöcke im 2-GHz-Bereich sogar je 23,75 Millionen Euro und für zwei Blöcke gar jeweils 25 Millionen Euro. Die Botschaft: Wir bieten nicht nur locker mit, sondern wir wollen von Beginn an voll dabei sein.

Unter dem Strich stand schon nach der ersten Runde eine Gesamtsumme in Höhe von 288,3 Millionen Euro für die 41 von der Bundesnetzagentur zum Kauf angebotenen Frequenz-Blöcke im Raum. Bis zum Abend stiegen die Gebote Schritt für Schritt weiter an. Am Ende des Tages waren rund 332 Millionen Euro auf der Habenseite der Bundesnetzagentur vermerkt. Dabei handelt es sich um Geld, das in die digitale Infrastruktur in Deutschland reinvestiert werden soll.

Kleine Randnotiz: Für nur einen Frequenzblock (1 x 20 MHz im Frequenzbereich um 3,6 GHz) liegt aktuell noch gar kein Gebot vor.

„Die Auktion legt die Entscheidung, welche Frequenzen wichtig sind, in die Hände der Unternehmen. Die Unternehmen sollen über ihr Bietverhalten zeigen, was ihnen die Frequenzen wert sind. Eine Erlösmaximierung ist nicht Ziel der Bundesnetzagentur.“ Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur

Am Mittwoch wird die Auktion fortgesetzt. Wie viele Bieterrunden noch folgen werden, ist unklar. Durchaus möglich, dass sich die Auktion noch über mehrere Wochen hinziehen wird. Mitunter ist das auch abhängig davon, wie aktiv die vier bietenden Unternehmen an der Auktion teilnehmen.

In jedem Fall wichtig zu erwähnen ist, dass das aktuelle Zwischenergebnis noch keinerlei Rückschlüsse darauf zulässt, wie die Auktion am Ende ausgehen wird. Selbst wenn United Internet gegenwärtig Höchstbietender für sieben Frequenzblöcke ist, kann morgen alles schon ganz anders aussehen. Zum Vergleich: Die Telekom ist nach Tag eins, Höchstbietende für zwölf Blöcke, Vodafone legte für elf Blöcke das Höchstgebot vor, Telefónica für zehn Blöcke.

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