LTE-Netze im Vergleich: So steht es aktuell um den Netz-Ausbau bei Telekom, Vodafone und O2

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Die drei Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und O2 investieren massiv in die eigenen Netze. Sie überschlagen sich derzeit mit Ausbaumeldungen. Doch wie viele Kunden erreichen die Anbieter tatsächlich mit ihrem Aushängeschild, dem LTE-Netz? Und wann hat jeder Kunde LTE-Empfang?
LTE Antenne
Bildquelle: Telefónica

Erstmals LTE für 163.000 Telekom-Kunden

300 neue Mobilfunk-Standorte hat die Telekom in dieser Woche ans Netz gebracht. Diese Sender seien in den vergangenen zwei Monaten aufgebaut worden. Allerdings werden sie nicht sofort ans Netz gebracht, sondern erst im Rahmen einer sogenannten Netzdefintion. Diese findet alle zwei Monate statt.

Mit der aktuellen Netzdefinition hat die Telekom nicht nur 300 neue Standorte ans Netz gebracht, sondern auch bestehende Standorte erweitert. Insgesamt seien es fast 5.500 neue Dienste an den Standorten, die sich auf die drei Netze GSM, UMTS und LTE erstrecken. 163.000 Kunden bekommen damit erstmals Zugriff auf LTE. Eine Liste der Standorte gibt es nicht.

Die Telekom will die Zahl der Mobilfunk-Standorte in Deutschland von 27.000 im Jahr 2017 auf 36.000 in 2021 erhöhen. Heute können 94 Prozent der Bevölkerung das LTE-Netz der Telekom nutzen. Ende des Jahre sollen es 95 Prozent sein, bis 2019 wird dieser Anteil nach Plänen des Konzerns auf 98 Prozent wachsen.

Vodafone erreicht „über 90 Prozent“ der Bevölkerung

Vodafone hat auf der CEBIT in Hannover angekündigt, in den kommenden Monaten vor allem in ein besseres LTE-Netz an Autobahnen und ICE-Strecken zu investieren. 700 neue Standorte sollen dafür errichtet werden, 1.500 Standorte modernisiert. Mit Stand vom März hatte Vodafone einen Wert von „über 90 Prozent“ in der Bevölkerung angegeben. Ende 2019 will Vodafone 98 Prozent der besiedelten Fläche mit LTE erreichen.

Aktuell hat Vodafone bekannt gegeben, binnen der vergangene vier Wochen 120 neue LTE-Stationen in Betrieb genommen zu haben. Das habe Auswirkungen für 350.000 Einwohner Deutschlands, die erstmals Vodafone-LTE empfangen können. Es handele sich um ländliche Regionen wie Waldenburg (Baden-Württemberg), Nidderau (Hessen), Bonefeld (Rheinland-Pfalz), Ruderatshofen (Bayern) und Muldenhammer (Sachsen) sowie zusätzliche Sender in Bochum, Cottbus, Hamburg, Mannheim, Nürnberg, Osnabrück, Solingen und Stuttgart. Wie sich das auf die Abdeckung in der Bevölkerung im Vergleich zum Wert von März auswirkt, ließ Vodafone offen.

Neben der Netzabdeckung will Vodafone vor allem mit der Performance der Netze punkten. Für Herbst hat der Anbieter für Frankfurt und Düsseldorf Datenraten von 1 GBit/s angekündigt. Zum Vergleich: O2 bietet maximal 225 MBit/s, bei der Telekom sind es 300 MBit/s. 

O2 derzeit bei mehr als 80 Prozent Abdeckung

O2 hatte in der Vergangenheit viel mit der Integration des E-Plus-Netzes zu tun. Nach Bekunden des Anbieters ist man hier aber auf der Zielgerade und treibt derzeit auch den LTE-Ausbau deutlich voran. Das ist auch notwendig, denn aktuell erreicht O2 nur 80 Prozent der Bevölkerung mit LTE. Der Anbieter verweist aber darauf, dass die Verfügbarkeit in den größten deutschen Städten bei 95 Prozent liege und die kombinierte Breitbandverfügbarkeit von UMTS und LTE bei etwa 94 Prozent.

Aktuell nehme O2 bundesweit 100 neue LTE-Stationen pro Woche in Betrieb, teilte die Pressestelle von O2 auf Nachfrage gegenüber inside handy mit. Das sei so viel wie bei keinem anderen Anbieter. Fairerweise muss hier aber auch gesagt werden, dass O2 deutlich mehr Standorte hat, auf denen sich noch LTE aktivieren lässt, als es bei den anderen Anbietern der Fall ist. Und O2 ist optimistisch: „Bis Ende 2019 werden Kunden den LTE-Standard nahezu flächendeckend in ganz Deutschland nutzen können.“

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