EU-Kommission und Bundeskartellamt ermitteln gegen Facebook

4 Minuten
Wie das zu Facebook gehörende Unternehmen WhatsApp am 25. August mitteilte, sollen in Zukunft Nutzerdaten des Messenger-Dienstes mit dem sozialen Netzwerk geteilt werden. Den neuen Richtlinien kann aber auch widersprochen werden; inside-digital.de verrät, wie das geht und wo auch im Nachhinein widersprochen werden kann. Die EU-Kommission droht nun damit, das Fusionsverfahren der beiden Unternehmen aus dem Jahre 2014 neu aufzurollen.
WhatsApp-Update bringt Stinkefinger und Spock-Gruß
Bildquelle: inside-digital.de

Neue Nutzungsrichtlinien bei WhatsApp

Künftig sollen Daten aus dem Nutzungsverhalten in WhatsApp sowie die Telefonnummer des WhatsApp-Accounts an Facebook weitergegeben werden. Bestehende WhatsApp-Mitglieder sollen den neuen Nutzungsbedingungen ab heute (25. August) 30 Tage lang widersprechen können. Dies beziehe sich allerdings nur auf die Personalisierung von Werbung und Freundes-Vorschlägen – die Weitergabe der Rufnummer an Facebook solle in jedem Fall stattfinden. Gleichzeitig betonte WhatsApp in seiner Ankündigung, dass Chatverläufe keinesfalls mit dem sozialen Netzwerk geteilt werden sollen. Die Kurznachrichten seien seit der Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ohnehin nur für die Nutzer einsehbar und würden auch nicht auf den Servern des Dienstes gespeichert. Auf seinem Blog schreibt WhatsApp seine Nutzer gezielt an und betont: 

„Heute aktualisieren wir zum ersten Mal seit vier Jahren die Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinie von WhatsApp, als Teil unserer Pläne in den kommenden Monaten Wege zu testen, wie Personen mit Firmen kommunizieren können. Die aktualisierten Dokumente spiegeln auch wider, dass wir jetzt ein Teil von Facebook sind und wir kürzlich viele neue Funktionen, wie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, WhatsApp Call und Messaging-Werkzeuge, wie WhatsApp für Web und Desktop eingeführt haben. Du kannst die vollständigen Dokumente hier lesen.“

30 Tage können bestehende Nutzer widersprechen

Das Abgleichen der Rufnummer zwischen den beiden Nutzer-Accounts soll es Facebook ermöglichen, seinen Nutzern relevantere Werbung anzuzeigen. Dabei könnten Unternehmen, die mit ihrer Rufnummer im Telefonbuch des Nutzers befindlich sind, gezielt auf Facebook Werbung schalten. Facebook plant fest damit, WhatsApp in Zukunft auch für die Kommunikation zwischen Unternehmen und Endkunden zu vermarkten, ähnlich wie es das Unternehmen in seiner anderen Chat-App, dem Messenger, bereits heute testet.

So können Nutzer widersprechen

Die neuen Nutzungsbedingungen sind nicht zeitgleich bei allen WhatsApp-Nutzern aufgeploppt. Seit gestern Abend rollt das Unternehmen eine Welle an Pop-Ups-Fenstern auf alle WhatsApp-Accounts aus. Viele Menschen sind sich der neuen Vermengung von Facebook und WhatsApp nicht bewusst und verfahren mit den neuen AGB, wie es die meisten Menschen stets tun: akzeptieren und wegklicken. Um den Nutzungsbedingungen zu widerprechen, muss die Meldung jedoch genauer beäugt werden. inside-digital.de zeigt im anschaulichen Video, worauf geachtet werden muss. 

Wer zu den Personen gehört, die vorschnell gehandelt und den AGB einfach so zugestimmt haben, kann bis Ende September nachträglich widersprechen. Dazu reicht ein Klick in der Anwendung unter Account. Daraufhin erscheint die Option „Meine Account-Info teilen“:

WhatsApp AGB
Bildquelle: inside-digital.de

3. September: EU-Kommission will WhatsApp-Facebook-Fusion erneut prüfen

Eine Instanz, die mit den neuen Datenschutzrichtlinien und Geschäftsbedingungen nicht einverstanden ist, könnte dem Vorhaben von Facebook tatsächlich im Wege stehen. Die Rede ist von der EU-Kommission, im speziellen der Wettbewerbskommissarin Margrete Vestager, die erst kürzlich den Apple-Steuerdeal mit Irland als illegal einstufte. Nach Informationen des „SPIEGEL“, wird seitens der EU überprüft ob das Fusionskontrollverfahren, das die milliardenschwere Vereinigung zwischen Facebook und WhatsApp überwacht hat, neu aufgerollt werden soll.

So habe man den Deal im Jahre 2014 unter anderem nur deshalb kartellrechtlich genehmigt, weil Facebook in Person von Mark Zuckerberg zugesichert hat, dass ein Datenaustausch zwischen den Unternehmen nicht stattfinden dürfe. Aus diesem Grund sei man bereits in Gesprächen mit Facebook. Diese sucht den Informationen zufolge auch das Bundeskartellamt in Deutschland. Auch hierzulande könnten Verfahren gegen Facebook eröffnet werden. Offenbar ist die Strategie, die der Internetkonzern verfolgt innerhalb des Wettbewerbs nicht transparent genug. So wird Bundeskartellamtschef Mundt im „SPIEGEL“ zitiert, dass man in den Maschinenraum des Unternehmens müsse, um mögliche Beschränkungen des Wettbewerbs zu verstehen.

In welcher Form die Ermittlungen zu Ende geführt werden oder welche Strafen Facebook und WhatsApp drohen, ist hingegen nicht bekannt.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen