Pop-Diva bewegt Technologie-Giganten zum Undenken

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Taylor Swift ist bei Nutzern von Musik-Streamingdiensten keine Unbekannte. Ihre spektakuläre Abkehr von Spotify, Deezer und anderen Plattformen, die ein Gratis-Angebot haben, sorgte für Schlagzeilen. In einem offenen Brief der 25-Jährigen Sängerin kriegt nun auch Apple sein Fett weg.
Taylor Swift 1989 Tour (Ford Field, Detroit, 30. Mai 2015)
Bildquelle: GabboT (via Wikimedia Commons)

Wenn Apple in diesem Sommer seinen eigenen Musik-Streamingdienst Apple Music startet, steht die Musikwelt Kopf. Von dem Technologieunternehmen aus Cupertino wird nicht weniger erwartet, als dass sie es schaffen, kostenpflichtiges Musik-Streaming endlich in den Mainstream zu befördern. Bisher war die Zahlungsbereitschaft der Nutzer der Dienste eher verhalten: Von 75 Millionen Spotify-Kunden etwa zahlen gerade mal 20 Millionen für das Premium-Angebot des Dienstes. Beim Konkurrenten Deezer sieht es zumindest etwas besser aus, denn die Franzosen haben zwar nur 16 Millionen aktive Nutzer, zahlende Kunden sind aber immerhin 6 Millionen dieser Nutzer.

Einer der Angebotsbestandteile von Apple Music, mit denen Apple sowohl Streamingneulinge als auch Kunden anderer Dienste ansprechen möchte, ist ein verlängerter Gratistest-Zeitraum von drei Monaten. Ursprünglich sahen die Vereinbarungen zwischen Apple und den Labels vor, dass Apple während des Gratistest-Zeitraums keine Lizenzgebühren abführen muss.

Dies rief Taylor Swift auf den Plan, die sich in einem offenen Brief auf ihrem Tumblr-Blog an den iPhone-Hersteller wandte. Die Pop-Diva, die mit ihrer Welttournee gerade an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in Köln zu Gast war, kritisierte darin das Geschäftsmodell von Apple Music als „enttäuschend und schockierend“ und kündigte an, dem Dienst ihr aktuelles Album „1989“ vorenthalten zu wollen. Dabei gehe es ihr nicht um sich, so Swift weiter, sondern um neue Künstler, Bands oder Songwriter, die das Geld dringender brauchen als sie. „Wir bitten Sie nicht um kostenlose iPhones,“ stellt die Sängerin eindrücklich klar, „Bitte verlangen Sie nicht, dass wir unsere Musik ohne Gegenleistung zur Verfügung stellen.“

Auch Indie-Labels zeigten sich enttäuscht von Apples vorgehen. Kritisiert wurde vor allem dass Apple als das wertvollste Unternehmen aller Zeiten mit seinen Barreserven von rund 190 Milliarden US-Dollar sehr wohl die Mittel habe, auch während sich die Nutzer noch im Gratistest befinden, ein faire Vergütung für die genutzten Musikrechte zu zahlen.

Apples iTunes-Chef Eddy Cue sagte dem Tech-Blog Recode kurz darauf, dass Taylors Worte den Konzern zum Umdenken bewegt haben. Apple wird nun auch während der Probezeit die abgespielten Titel zu einem nicht bekannten Tarif vergüten. Unklar ist auch, wieviel Apple dieses Einlenken kosten wird, der Image-Gewinn dürfte den Verlust für den größten Musikhändler der Welt jedoch einigermaßen kompensieren.

Quelle: Taylor Swift

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