Wer oder was ist MobiWire?

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"Kauf das Smartphone, nicht die Marke", so der Slogan von MobiWire. Der französische Hersteller drängt mit günstigen Smartphones in die Verkaufsregale und in die Hosentaschen der Nutzer. Doch braucht der ohnehin schon unüberschaubare Markt einen weiteren Hersteller und was ist an der Smartphone-Palette von MobiWire so besonderes, dass man sich gegen ein günstiges Gerät von Samsung, Sony oder LG entscheidet und zu einem Pegasus oder Taima greift?
MobiWire
Bildquelle: MobiWire

Wer und was ist MobiWire?

MobiWire ist ein Ableger des französischen Mischkonzerns Sagem. Der einstige Handy-Hersteller war Ende der 90er und Anfang der 2000er Jahre Marktführer in Frankreich und zählte in Deutschland zu den Top 5. Mit Handys wie dem Sagem MC 939 mischte man den Markt ordentlich durch und stellte eine Alternative zu Handys von Nokia, Siemens oder Motorola.

Seit Juli 2011 gibt es MobiWire – zunächst in Frankreich, dann in Italien und seit dem vergangenen Jahr auch in Deutschland. Man versucht mit Smartphones im Einstiegs- und Mittelklassensegment Fuß zu fassen. Den Anfang machte hierzulande das Ahiga, das bei Base angeboten wurde. Das Leitmotiv der Smartphones von MobiWire ist der „Smart Purchase“, eine Garantie für potenzielle Käufer, „ein Produkt mit dem besten Verhältnis von Leistungsfähigkeit, Qualität und Preis“ zu erhalten.

In Frankreich hat man mit dem Konzept bereits erste Erfolge feiern können: Im Jahr 2013 hatte der Hersteller im Heimatland einen Marktanteil von fünf Prozent und verkaufte über eine Million Smartphones. Zum Vergleich: Wiko, ebenfalls ein recht junges französisches Unternehmen, sicherte sich in Deutschland im April 2015 einen Marktanteil von 3,8 Prozent und zog damit an etablierten Herstellern wie LG, Huawei oder auch HTC vorbei. Gleichbedeutend sei das mit Platz 5 im Hersteller-Ranking, hinter Samsung, Apple, Sony und Microsoft. Am Heimatmarkt in Frankreich belegt Wiko nach eigenen Angaben den zweiten Platz hinter Samsung und noch vor Apple.

Mobil verbunden und jederzeit bereit

MobiWire, das sich aus den beiden englischen Wörtern „Mobile“ und „Wire“ ableitet und übersetzt in etwa soviel bedeutet wie „Mobil verbunden“, lässt, wie praktisch jeder Smartphone-Hersteller, seine Geräte in China produzieren. Man hat hier die Produktionshallen von Sagem übernommen und kann eigenen Angaben zufolge Netzbetreiber aus dem Stand mit hohen Stückzahlen beliefern.

Nur Smartphones unter 200 Euro

Das Pegasus und das Taima sollen erst der Anfang sein. Mindestens ein weiteres Gerät soll in den kommenden Monaten folgen, ehe man auf der IFA im September einen ersten Messeauftritt wagen möchte. Dabei sollen alle kommenden Smartphones unter 200 Euro kosten. Dafür, so eine MobiWire-Sprecherin zu inside-digital.de, muss man aber Kompromisse eingehen.

So sind die beiden Modelle beispielsweise mit einem HD-Display von LG ausgestattet, um dem Nutzer das höchstmögliche Maß an Qualität zu bieten. Auf der anderen Seite muss man aber auf einen großen internen Speicher verzichten. So verfügt das 150 Euro teure Pegasus nach Abzug des Betriebssystems nur über circa 2,3 GB Speicherplatz, lässt sich aber immerhin mit einer Micro-SD-Karte erweitern. Um so wenig Speicherplatz wie möglich zu belegen, hat MobiWire kaum Apps vorinstalliert, keine eigene Nutzeroberfläche und nutzt Android in seiner Rohversion.

Wie man im Preis unter 200 Euro bleiben will

Es gibt Smartphones wie das Galaxy S6 edge mit 128 GB Speicher, die mehr als 1.000 Euro kosten. Mit einem Handy für 200 Euro lassen sich aber ebenso gut Status-Updates bei Facebook posten, über WhatsApp chatten oder Fotos schießen und bei Instagram hochladen. Vielleicht geht das mit einem 600- oder 1.000-Euro-Handy alles etwas schneller und etwas besser von der Hand, allerdings muss man eben drei bis fünf Mal so viel Geld ausgeben.

MobiWire verzichtet beispielsweise auf TV-Werbung, um nicht jedes Handy im Preis um ein paar Euro erhöhen zu müssen. Außerdem setzt man auf günstigere Prozessoren von MediaTek statt auf die teureren CPUs vom Marktführer Qualcomm. Auf Qualität will man dabei aber nicht verzichten und bietet in Frankreich Kunden eine dreijährige Garantie auf Smartphones.

Dass Qualität bei Smartphones auch für unter 200 Euro möglich ist, hat man in den vergangenen Jahren immer wieder gesehen. Motorola, Wiko oder Huawei stellen mittlerweile sehr gut ausgestattete Smartphones für den Bruchteil eines iPhone 6 oder Galaxy S6 her. Auch viele chinesische Smartphones-Produzenten wie Xiaomi zeigen, dass ein Smartphone kein Monatsgehalt kosten muss, um gut funktionieren zu können.

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Blasius liebt Technik, Musik und Fotografie. Während er sich bei technischen Themen für Innovationen begeistert, greift er beim Musizieren auf die Old-School-Akustikgitarre und für großartige Fotos auf die klassische Spiegelreflexkamera zurück. Er ist nicht nur im Privatleben ein Familienmensch, sondern als stellvertretender Chefredakteur auch eins der Oberhäupter der Redaktion. Blasius rechnet Handypreise zwar immer noch in D-Mark um, doch seine ruhige, ausgeglichene, kreative Art und sein Einsatz von immer treffenden und humorvollen GIFs, lassen darüber hinwegsehen.

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