Erste Einblicke in Android M und Android Pay

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Am Mittwochabend fand im Moscone Center West in San Fransisco die alljährliche Entwicklerkonferenz I/O von Google statt. Erste Informationen gab es unter anderem zu Android M sowie zum neuen Android Pay-Bezahlservice. Die inside-digital.de-Redaktion hat die zweieinhalbstündige Konferenz verfolgt und bietet im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Innovationen.
Android M Developer Preview
Bildquelle: Google

Um 18:45 Uhr deutscher Zeit war es soweit: Sundar Pichai, Produktchef von Google, betrat die Bühne, um die diesjährige Google-I/O-Keynote zu eröffnen. Er ist zuständig für die Bereiche Android, Google Chrome und Google Apps. Nach einem kurzen Blick auf diverse Google-Produkte wie Android, Chrome, YouTube etc., die jeweils von mehr als einer Milliarde Menschen auf der ganzen Welt benutzt werden, übernahm direkt Dave Burke, der Entwicklungs-Chef von Google und berichtete von der Nachfolger-Version von Lollipop, Android M.

Android M

Berechtigungen

Als eine der ersten Änderungen nannte Burke die neue Verwaltung von Zugangsrechten. Bisher benötigt eine App wie zum Beispiel WhatsApp bereits während der Installation die Zugangsrechte für diverse Anwendungen – auch wenn der Nutzer diese erst einmal gar nicht in der App nutzt. In Zukunft sollen die jeweiligen Zugriffsrechte erst dann eingeholt werden, wenn ein Zugriff benötigt wird. Als Beispiel zeigte Burke den Zugriff auf das Mikrofon in einer Chat-App.

Neues Intent-System

Auch das Intent-System wurde für Android M überarbeitet. Apps können in Zukunft selber festlegen, über welche Anwendung Links geöffnet werden. Somit sollen auf dem Smartphone- oder Tablet-Display insgesamt weniger Dialoge erscheinen, die viele Nutzer in der schnellen und einfachen Bedienung gestört haben.

Android Pay

Google-Nutzer kennen bereits den Bezahlservice Google Wallet. Doch auch Google möchte im Kampf zwischen Apple Pay und Samsung Pay mitspielen und präsentiert mit Android Pay einen ganz eigenen Bezahlservice. Dieser Service soll ebenfalls eine Bezahlschnittstelle für die App-Entwickler bieten, mit der innerhalb einer App bezahlt werden kann – zum Beispiel beim Online-Shopping. Android Pay greift zur Authentifizierung unter anderem auf die Fingerabdruckscanner von Geräten wie dem Samsung Galaxy S6 zurück.

Fingerabdruck

Laut Burke arbeitet das neue Android Pay-Bezahlsystem mit Geräten ab Android 4.4. Doch erst Android M bietet endlich die offizielle Unterstützung für Geräte mit Fingerabdruckscanner und somit eine einheitliche Lösung für alle Android-Geräte. Anscheind sieht auch Google, dass Fingerabdruckscanner eine immer stärkere Bedeutung bekommen. Eventuell darf man also damit rechnen, dass auch das nächste Nexus-Smartphone oder -Tablet einen solchen Fingerabdruckscanner besitzen wird.

Doze

Eine längere Akkulaufzeit, auch das soll Android M bringen. Das neu vorgestellte Doze Feature soll mithilfe der Bewegungssensoren feststellen, ob man sein Smartphone gerade aktiv in Benutzung hat. Ist dies nicht der Fall, wird das Android-Smartphone in eine Art Tiefschlaf versetzt, der zu einer deutlich längeren Akkulaufzeit führen soll. Allein beim Nexus 9 soll sich so die Standby-Zeit verdoppeln.

Preview

In Kürze soll es eine erste Devoloper Preview für Android M geben – nutzbar auf dem Nexus 5, 6, 9 und auf dem Nexus Player. Wofür das M jedoch steht wurde am Donnerstagabend nicht verraten. Auch im vergangenen Jahr wurde der offizielle Produktname der neuen Android-Version erst deutlich später, kurz vor der finalen Fertigstellung, verraten. 

Brillo

Mit Brillo haben die Google-Entwickler auch ein neues Betriebssystem vorgestellt. Brillo ist ein Ableger von Android und stellt ein eigenes Betriebssystem für das „Internet der Dinge“ („Internet of Things“) dar. Das System wurde zusammen mit dem kürzlich übernommen Hersteller Nest entwickelt und setzt seinen Fokus auf einfache Geräte aus der Smart-Home-Welt, da es keine großen Hardware-Anforderungen besitzt. Zwischen den Geräten soll „Weave“ als einheitliche Sprache für die Kommunikation zum Einsatz kommen. Als Developer Preview soll Brillo im dritten Quartal und im vierten Quartal als Original-Version verfügbar sein.

Now on Tap

Mit „Now on Tap“ erhält die Google Sprachsteuerung Google Now eine neue Funktion. Now on Tap ermöglicht es dem Nutzer, während er eine App nutzt, gleichzeitig über die Sprachsteuerung nach zusätzlichen Informationen zu fragen. So kann zum Beispiel ein Song gehört und gleichzeitig über Google Now nach dem letzten Album des Künstlers gefragt werden. Ähnlich funktioniert das Ganze unter anderem auch in der Mail-App. Besonders praktisch ist die Tatsache, dass das neue Now on Tap-Feature innerhalb jeder App funktioniert, solange diese von Google indiziert ist. Eine Anpassung durch die Entwickler ist nicht notwendig.

Google Photos

Schon im Vorfeld wurde vermutet, das Google seinen Fotoservice vom sozialen Netzwerk Google+ trennt. Das neu vorgestellte App Google Photos ist ähnlich aufgebaut wie der Fotostream von Apple. Innerhalb der App werden alle Fotos und Videos des Nutzers zusammengeführt und automatisch nach Orten, Personen und Events angeordnet. So kann der Nutzer zum Beispiel ganz einfach nach seinem letzten „Sommerurlaub“ suchen, ohne sich durch seine Fotosammlung wühlen zu müssen. Besonders praktisch ist, dass das Taggen von Stichwörtern automatisch passiert und der Nutzer diese nicht manuell eingeben muss.

Für alle, die sich jetzt schon auf die neue Foto-App freuen gibt es noch eine weitere gute Nachricht: Die App ist ab sofort für Android und iOS verfügbar. Sie bietet laut Google „unlimitierten Speicher“ für Aufnahmen bis zu einer Größe von 16 Megapixeln und Videos bis 1080p (Full HD).

Android One

Neben Brillo hat Google noch ein weiteres Betriebssystem in der Tasche: Android One, eine Betriebssystemvariante für Einsteiger-Smartphones in Entwicklungs- und Schwellenländern. Mit diesen günstigen Android-One-Smartphones sowie mit günstigen Chromebooks möchte Google die nächste Milliarde an Nutzern erreichen. Da jedoch in solchen Entwicklungs- und Schwellenländern schlechte Netzverbindungen herrschen, muss der Webinhalt auf den Smartphone entsprechend komprimiert werden, um weniger mobile Daten zu verbrauchen.

Google Maps und YouTube Offline

Daher wird es unter anderem auch schon bald die Möglichkeit geben, Google Maps auch offline zu nutzen, insofern die Route vorher bei bestehender Internetverbindung geladen wurde. Das entprechende Google-Update soll „später dieses Jahr“ verfügbar sein. Auch für YouTube ist ein Offline-Modus geplant, mit dem Videos bis zu 48 Stunden lang offline angesehen werden können.

Quelle: Google

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