Das sagen Telefónica, Telekom und Vodafone zu WhatsApp Calls

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Immer mehr Menschen werden in Zukunft über Dienste wie WhatsApp oder den Facebook Messenger kostenlos telefonieren. Die sogenannten WhatsApp Calls wurden kürzlich auf Android- und BlackBerry-Smartphones freigeschaltet, auf Geräten mit iOS- oder Windows-Betriebssystem wird eine Aktivierung in Kürze ebenfalls erwartet. Doch was sagen eigentlich die deutschen Netzbetreiber zu der neuen Konkurrenz? Die Redaktion von inside-digital.de hat sich umgehört.
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Bildquelle: WhatsApp

Der grundsätzliche Tenor ist bei Telefónica Deutschland, der Deutschen Telekom und Vodafone identisch: In Tarifen, in denen die Voice-over-IP-Nutzung erlaubt, und damit zum Beispiel auch die Verwendung von Skype möglich ist, müssen Kunden bei der Nutzung von WhatsApp Calls keinerlei Bedenken haben. „In sämtlichen MagentaMobil-Tarifen ist auch die Möglichkeit der Internet-Telefonie über entsprechende Messenger inbegriffen“, erklärte ein Telekom-Sprecher auf Anfrage von inside-digital.de.

Ein Vodafone-Sprecher erklärte auf Anfrage der Redaktion: „Die Entscheidung, welche Datendienste der Kunde nutzen kann, liegt beim Kunden selbst und der von ihm getroffenen Tarif-Wahl. Alle Tarife, in denen die sogenannte VoIP-Funktion erlaubt ist, machen auch die Nutzung der neuen Technologien möglich.“

Wandel von Sprache zu Daten

Und auch bei Telefónica zeigte man sich wegen der Erweiterung von WhatsApp um eine Telefonie-Funktion nach außen wenig überrascht. Es sei eine logische Weiterentwicklung solcher Dienste, erklärte ein Konzernsprecher im Gespräch mit inside-digital.de und führte weiter aus: „Telefónica Deutschland verfolgt eine wirschaftlich erfolgreiche Strategie, welche die Monetarisierung der Datennutzung ins Zentrum stellt. Dies gilt auch im Hinblick auf IP-Telefonie. Wir profitieren also auch bei diesen neuen Angeboten von der steigenden Datennutzung.“

Anders ausgedrückt: Wer Voice-over-IP-Dienste intensiv nutzt – bei WhatsApp Calls muss pro Gesprächsminute mit einem Datenverbrauch von etwa 1 MB gerechnet werden -, muss mehr Highspeed-Datenvolumen einkaufen, was den monatlichen Umsatz pro Kunde steigen lässt und sich so positiv auf den Umsatz der Mobilfunk-Konzerne auswirkt. Es erfolge eine Umverteilung von Sprache auf Daten, heißt es seitens Telefónica. Ob Kunden allerdings tatsächlich bereit sein werden, die bewährte Mobilfunk-Sprachqualität gegen häufig noch unerprobte VoIP-Dienste einzutauschen, müsse sich zeigen.

AGB machen Kündigung theoretisch möglich 

Bleibt nur die Frage, was mit Kunden geschieht, die VoIP-Dienste nutzen, obwohl dies in ihren Tarifen eigentlich nicht gestattet ist? In den AGB vieler Tarife wird für einen solchen Fall offen mit einer möglichen Kündigung des Vertragsverhältnisses gedroht. Allerdings dürfte sich kein Provider tatsächlich dazu durchringen, einen für Datendienste zahlenden Kunden freiwillig zur Konkurrenz zu schicken. Eher wird die Nutzung zwar theoretisch ausgeschlossen, aber grundsätzlich geduldet.

Außerdem ist das sich nun offenbarende Problem für die Netzbetreiber nicht wirklich neu. Schon als WhatsApp seinen internationalen Siegeszug antrat und den Abstieg der kostenpflichtigen SMS einleitete, war im Kleingedruckten vieler Tarife zu lesen, dass eine Messaging-Nutzung nicht erlaubt sei. Gestört hat das kaum einen Kunden, genutzt wurden WhatsApp und Co trotzdem – und gekündigt wurde deswegen praktisch niemandem.

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