1&1 verliert tausende DSL-Kunden

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Neue Zahlen aus dem Hause 1&1 Drillisch: Der künftige 5G-Netzbetreiber hat das zweite Quartal des laufenden Jahres mit einem Kundenwachstum im Mobilfunk-Segment abgeschlossen. Doch es gibt auch eine kleine Schreckensnachricht. Im Breitband-Bereich läuft es nämlich alles andere als rund: Kundenverlust! 
Der 1&1 Firmensitz in Montabour
Bildquelle: 1&1

Zum Stichtag Ende Juni standen 13,92 Millionen geschaltete Anschlüsse in den Bilanzen von 1&1 Drillisch. Das waren 200.000 mehr als noch Ende des ersten Quartals gezählt wurden. Die gute Nachricht: Im Mobilfunk-Geschäft kamen zwischen April und Juni 210.000 neue Kunden dazu. Ihre Zahl kletterte auf 9,58 Millionen. Parallel dazu entwickelte sich aber das Geschäft mit Breitband-Anschlüssen (DSL, VDSL, FTTH) rückläufig. Hier musste 1&1 Drillisch einen Kundenrückgang um rund 10.000 auf 4,34 Millionen verzeichnen. Ein völlig neues Gefühl für den erfolgsverwöhnten Konzern.

1&1 Drillisch macht auch weniger Umsatz und Gewinn

Und auch beim Umsatz musste 1&1 Drillisch schlucken. Denn der ging im Vergleich zum zweiten Quartal 2018 leicht zurück. Standen im vergangenen Jahr noch 914,7 Millionen Euro in den Bilanzen von 1&1 Drillisch, waren es im nun vorgelegten Geschäftsbericht nur noch 913,5 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging von 174,5 auf 172 Millionen Euro zurück. Und auch der Gewinn knickte ein: von 94,6 auf 89,9 Millionen Euro.

In einem Brief an seine Aktionäre schreibt der Vorstand um Ralph Dommermuth mit Blick auf die Mobilfunktarife: „Neben Neukunden interessieren sich verstärkt auch Bestandskunden, die bisher Tarife auf Basis des Vodafone-Mobilfunknetzes nutzen, für den Wechsel in schnelle LTE-Tarife.“ Diese LTE-Tarife realisiert 1&1 im Telefónica-Netz.

Dieser Verweis ist auch mit Blick auf jüngst bekannt gewordene Ereignisse interessant. Es kam heraus, dass 1&1 auch Kunden, die von sich aus keinen Netzwechsel angeregt haben, gerne auf Tarife im Telefónica-Netz umstellen würde. Diversen Kunden wurde hierzu einfach eine neue SIM-Karte nach Hause geschickt. Der Hinweis, dass bei Aktivierung dieser SIM-Karte ein Netzwechsel einhergeht, wurde dabei sehr dezent gehalten.

Nicht zufrieden ist man bei 1&1 Drillisch übrigens mit den Umsätzen im Hardware-Geschäft. Diese hätten im ersten Halbjahr des laufenden Jahres „unter unseren Erwartungen“ gelegen, so der Konzernvorstand. Allerdings sei das Geschäft saisonalen Schwankungen unterlegen und könne sich in den kommenden Quartalen wieder umkehren.

Und so lief das Geschäft von United Internet

Die Muttergesellschaft von 1&1 Drillisch, United Internet, hat das zweite Quartal mit einem Umsatzwachstum abgeschlossen. Es legte von 1,28 auf 1,29 Milliarden Euro zu. Der Gewinn kletterte von 127,6 auf 149,2 Millionen Euro.

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  • 1&1 Firmensitz: 1&1
Senatsverhandlung
Vertragsverlängerung trotz Kündigung: Kostenfalle Rückholangebot
Wer kennt es nicht: Ein Mobilfunkvertrag wurde gekündigt, man entscheidet sich für ein Angebot eines neuen Anbieters und wenige Tage später klingelt das Telefon. "Guten Tag, Ihre Kündigung ist bei uns eingegangen, aber wir hätten da ein ganz tolles Angebot für Sie…" Wer jetzt nicht aufpasst, kann schnell in die Kostenfalle tappen.
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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er im Technik-Journalismus durch. Heute ist Hayo nicht nur Feuer und Flamme für die besten Serien bei Prime Video und Sky - ein Netflix-Abo hat er nicht - sondern auch für alles, was mit elektrifiziertem Fahren zu tun hat. Und damit sind nicht nur die ICE- und IC-Züge der Deutschen Bahn gemeint, die er im Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und der Redaktion von inside digital vor den Türen Kölns mehrmals wöchentlich besteigt, sondern vor allem auch Elektroautos.

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3 KOMMENTARE

  1. Tja, das ist zwar noch nicht dramatisch, entspricht aber genau meinen Erfahrungen. Die Service-Qualität, das Top-Merkmal von 1und1 hat rapide abgenommen. Es ist eine abgehobene Arroganz eingetreten, die an Apple erinnert. Beschwerden werden zum Kundenproblem umgedeutet. Außerdem stellt man sich absichtlich dumm und das in einer Art als ob der Kunde wirr wäre. Ich hatte zum höchsten für Kunden erreichbaren Angestellten(eigene Aussage) Kontakt und habe Narzismus par exellance erlebt. Die ganzen brangenüblichen, aber für 1und1 eher neuen Betrügereien(Preise nur für die ersten 12 Monate bei 24 monatigen Verträgen, Tophandys die im TV mit Tarifen beworben werden die es insbesondere zu den angegebenen Preisen dazu gar nicht gibt, usw.) häufen sich. Das passt zwar zum seit Jahren üblichen Umgang mit den Kunden in Deutschland. Aber die ycheinen gar nicht so doof, wie man sie behandelt.

  2. DSL Anschluss wurde bei 1u1 gekündigt, da statt 16MBit nur 3,5Mbit ankamen. Bin selbst ITler, war der Anschluss meiner Lebensgefährtin. Das grenzt schon an Kundenverar…

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