Lego mit Control+: Diese Technic-Sets steuerst du mit dem Handy

5 Minuten
Der Spielzeug-Hersteller und Klemmbaustein-Pionier Lego setzt immer mehr auf App-gesteuerte Modelle. Das System nennt sich Control+ und bringt Vor- aber auch Nachteile. Wir zeigen dir die wichtigsten Modelle und warum es für manche besser ist, lieber auf die App-gesteuerten Sets zu verzichten.
Kind mit Lego Technic Modell mit App-Steuerung Control+
Lego Technic mit App-Steuerung Control+Bildquelle: Lego

Bei Lego hat mit Control+ und Hidden Side die Zukunft Einzug gehalten. Vor allem bei der Technic-Produktlinie haben die Dänen ihre in die Jahre gekommenen Antriebssysteme über Bord geworfen und setzen nun auf Bluetooth, App-Steuerung und damit auf Smartphone-Bedienung. So werden Lenkung und Antrieb, aber auch Bewegungen von beispielsweise Greifarmen realisiert. Wir zeigen dir, welche Sets es mit App-Steuerung schon gibt und welche Vor- und Nachteile das System hat. Günstig ist der Spaß bisher nicht. Unter 100 Euro hat es noch kein Set auf den Markt geschafft. Lego startet bei rund 130 Euro. Doch auch bei Sets mit Control+ werden oft vergünstigt angeboten. Also kannst du bei Interesse mit 30 Prozent Rabatt rechnen.

Lego Technic-Sets mit Control+ App-Steuerung

Bisher gibt es nur wenige Lego-Sets, die überhaupt das neue System unterstützen. Das liegt vor allem daran, dass es insgesamt wenig motorisierte Technic-Sets pro Jahr gibt. Dazu kommt, dass Lego-Sets nicht lange am Markt bleiben. Die Produktion wird nach einer gewissen Zeit eingestellt und dann sind die Sets nicht mehr bei Lego selbst zu bekommen, sondern nur noch bei Händlern. Das kann dazu führen, dass sie drastisch teurer werden. So oder so ist die Auswahl der Sets begrenzt und diese kommen bisher vor allem im Hochpreissegment vor:

Die App für iOS und Android

Grundsätzlich gilt bei Control+, dass Lego auf eine analoge Fernsteuerung über ein Pad oder die klassischen Lego-Fernsteuerungen verzichtet. Die App-Steuerung ist also bei den neuen Sets alternativlos. Es gibt die App in Googles Playstore und in Apples App-Store.

Screenshot Lego Control+ App
Screenshot Lego Control+ App

Die Kompatibilität sollte theoretisch kein Problem darstellen. Es wurde bei iPhones die Version iOS 11 vorausgesetzt. Das hat sich mittlerweile geändert. Nun ist iOS 12 das Minimum. Bei Android stellen die technischen Daten ebenfalls keine große Hürde dar. Dass es hier mindestens 1,5 GB RAM benötigt, könnte Nutzer von älteren Android-Handys jedoch im Weg sein. Bei der Software ist hier mindestens Android 6 nötig, das Display braucht mindestens 5 Zoll und dein Prozessor muss Minimum zwei Kerne mit 1,4 Ghz Taktung besitzen. Garantieren will Lego die Kompatibilität jedoch nicht.

Die Listen der garantiert kompatiblen Geräte ist im Vergleich zum Gesamtmarkt jeweils kurz. Bei Apple-Produkten sind es das iPad 2017 und 2018 und das iPad Pro. iPhones vom Typ 6+, 6S, 7, 8, SE, X und XR, 11 und 12 sind ebenfalls von Lego verifiziert. Bei Android gibt es nur 18 Geräte, auf denen die App garantiert funktioniert. Unter anderem das Motorola One und das Nokia 5.1 werden aufgelistet. Dazu gesellen sich unter anderem das Galaxy A51 und das Huawei P30 Pro. Im Prinzip dürften jedoch alle Smartphones und iPhones mit den genannten technischen Spezifikationen laufen.

Lego Technic App Control+
Lego Technic App Control+

App Steuerung Control+ – die Vorteile

Das neue System von Lego besitzt einige Vorteile gegenüber den älteren Systemen. So gibt es Bluetooth, was die Reichweite der Fernsteuerung und die Zuverlässigkeit gegenüber Infrarot verbessert. Dazu braucht es keine unterschiedlichen Motorentypen für beispielsweise Lenkung und Antrieb mehr, weil die App die Motoren so ansteuert, wie sie es für ihre Funktion benötigen. Der dritte große Vorteil ist die „Computer-Steuerung“. Sie lässt vordefinierte Bewegungsabläufen zu.

  • Variablerer Einsatz von Motoren
  • Mehr Reichweite und Zuverlässigkeit bei Fernsteuerung
  • leichter bestückbare Batteriebox
  • kastigere Bauweise der Motoren
  • vordefinierbare Bewegungsabläufe
  • Soundeffekte möglich
  • digitale Spiele

App Steuerung Control+ – die Nachteile

Bei neuen Systemen kommt fast immer auch viel Kritik auf. Vor allem Traditionalisten und Lego-Baumeister, die viel um- oder anbauen wollen, sind hier benachteiligt. Denn bisher ist die App geschlossen und nur über die vordefinierten Modelle in der App nutzbar. Dadurch kann das neue System nicht in Eigenkreationen eingebunden werden. Dazu sind die Listen der kompatiblen Geräte erschreckend winzig und Lego nicht gerade im Ruf, Apps lange zu unterstützen. Ein weiteres Manko: Das neue System ist nicht mit den alten Systemen kompatibel. Wer also gerne traditionell Lego bauen will, also eigene Bauten erstellt, sollte bisher noch nicht in das neue System investieren.

  • Handy-Kompatibilität nicht garantiert
  • Kompatibilität zu alten Systemen schwierig
  • kein Akkusystem
  • Kein flexibler Einsatz der Motoren
  • Keine haptische Steuerung

Display oder nicht – Lego im Umbruch

Legos Klemmbausteine sind eine der erfolgreichsten Spieltypen, die noch komplett analog bespielt werden können. Das ändert sich mit Control+. Denn es gibt keine triviale Möglichkeit mehr die Sets ohne Smartphone oder Tablet zu bewegen. Und auch die Kreativität lässt durch die App-Steuerung nach. Aus einem Bagger kann so nur eingeschränkt ein Panzer oder aus einem Kran nur schlecht ein Schiff gebaut werden. Wer das von Lego erwartet, ist mit herkömmlichen Sets besser bedient.

Über unsere Links

Mit diesen Symbolen kennzeichnen wir Partner-Links. Wenn du so einen Link oder Button anklickst oder darüber einkaufst, erhalten wir eine kleine Vergütung vom jeweiligen Website-Betreiber. Auf den Preis eines Kaufs hat das keine Auswirkung. Du hilfst uns aber, inside digital weiterhin kostenlos anbieten zu können. Vielen Dank!

Deine Technik. Deine Meinung.

5 KOMMENTARE

  1. W. NEUNER

    Eider so nicht ganz Konkret.
    Es gibt zb eine App Namens Brick Controller 2 wo man das neue Hub mit verbunden kann, komplett konfigurieren kann und das Mode dann sogar per PS4 Kontroller oder Handy steuern kann.
    Zudem kann man sehrwohl den Bagger auf Panzer umbauen und dann in der originalen App darauf achten wie man die Motoren am Hub angeschlossen hat oder hält alternativ genannte App nutzen.

    Antwort
  2. Kevin Manson

    Die Aussage, dass „alle Smartphones“ mit dem hub verbunden werden können ist leider nicht korrekt.
    Es funktioniert tatsächlich nur mit den von Lego aufgeführten Geräten.
    (ausser du bist hacker und lachst dich kaputt)

    Antwort
  3. Kapitän zur See

    „Technic Set der Zukunft“ würde ich es nicht nennen. Wenn Lego so weiter macht, wird es Lego nämlich nicht mehr lange geben…

    Antwort
  4. Tcm0

    Das System selbst heißt powered up. Damit sind die „control+“ motoren damit kompatibel. Außerdem kann man mit der powered up app control+ modelle bzw umbauten davon mit eigenen steuerungen versehen. Das bauen von eigenen Modellen ist also auch mit dem neuen system möglich und von lego unterstützt. Da wurde wohl nicht gut recherchiert

    Antwort
  5. Bigbabu

    @Kevin Manson…

    Stimmt so auch nicht.
    Vermutlich kann man tatsächlich nicht alle Handys damit verbinden, aber das gute alte Samsung S7 wie auch (erstaunlicher Weise) ein „uraltes“ Lenovo K6.
    Und die stehen nun wirklich nicht in Lego’s Liste! 😉
    Programmierer bin ich im übrigen auch nicht.
    Also einen Versuch ist es allemal wert, man muss nur beachten, dass es in der original App nur funktioniert, wenn alle Motoren am Hub angeschlossen sind und beim Liebherr beide Hub’s einsatzbereit.
    Eine kleine Probefahrt beim bauen geht also nicht.

    Antwort

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein