Lego mit App-Steuerung Control+: Das sind die Technic-Sets der Zukunft

5 Minuten
Der Spielzeug-Hersteller und Klemmbaustein-Pionier Lego setzt immer mehr auf App-gesteuerte Modelle. Das System nennt sich Control+ und bringt Vor- aber auch Nachteile. Wir zeigen dir die wichtigsten Modelle und warum es manchmal besser ist, lieber auf die App-gesteuerten Sets zu verzichten.
Kind mit Lego Technic Modell mit App-Steuerung Control+
Lego Technic mit App-Steuerung Control+Bildquelle: Lego

Bei Lego hat mit Control+ die Zukunft Einzug gehalten. Vor allem bei der Technic-Produktlinie haben die Dänen ihre in die Jahre gekommenen Antriebssysteme über Bord geworfen und setzen nun auf Bluetooth, App-Steuerung und damit auf Smartphone-Bedienung. So werden Lenkung und Antrieb, aber auch Bewegungen von beispielsweise Greifarmen realisiert. Wir zeigen dir welche Sets es mit App-Steuerung schon gibt und welche Vor- und Nachteile das System hat. Ganz billig ist der Spaß bisher apropos nicht.

Lego Technic-Sets mit Control+ App Steuerung

Bisher gibt es nur wenige Lego-Sets, die überhaupt das neue System unterstützen. Das liegt vor allem daran, dass es insgesamt wenig motorisierte Technic-Sets pro Jahr gibt. Damit ist die Auswahl der Sets begrenzt und diese kommen bisher vor allem im Hochpreissegment vor:

Die drei Sets befinden sich in drei unterschiedlichen Größen- und damit auch in drei Preisklassen. Das kleinste Modell ist das Ralleyauto mit Top-Gear-Lizenz. Es besteht aus unter 500 Teilen, inklusive zwei Motoren und dem batteriebetriebenen Smart-Hub. Es kostete zum Marktstart knapp 130 Euro und wird in der Regel mit Rabatten von 20 bis 30 Prozent beispielsweise bei Amazon verkauft.

Das nächstgrößere Set, der 4×4 X-treme Off-Roader, kommt mit knapp 1.000 Teilen zu dir. Er besitzt drei Motoren und den Smart-Hub. Der Kostenpunkt laut Preisliste lautet knapp 230 Euro. Der Geländewagen ist jedoch schon lange weit unter 200 Euro zu haben.

Lego Technic Allrad Xtreme Geländewagen 42099
Lego Technic Allrad Xtreme Geländewagen 42099 mit Control+

Die Königsklasse stellt der Liebherr-Bagger dar. Er besitzt über 4.100 Teile, zwei Smart-Hubs und insgesamt sieben Motoren. Das alles hat einen sehr stolzen Preis laut Liste von knapp 450 Euro. Doch auch hier sind satte Rabatte am Markt normal. Der Bagger wird schon für unter 350 Euro verkauft.

Den Anfang des Systems bildete aber kein Technic-Modell, sondern das kleine Batmobil aus der „DC Super Heroes“-Serie. Wiederrum in der echten Technic-Welt angesiedelt ist der neue Knickgelenk-Laster 42114 in Lizenz von Volvo. Er wird bald auf den Markt kommen und startet bei gut 240 Euro.

Control+ – die App für iOS und Android

Grundsätzlich gilt bei Control+, das Lego auf eine analoge Fernsteuerung über ein Pad oder die klassischen Lego-Fernsteuerungen verzichtet. Die App-Steuerung ist also bei den neuen Sets alternativlos. Es gibt die App in Googles Playstore und in Apples App-Store.

Screenshot Lego Control+ App
Screenshot Lego Control+ App

Die Kompatibilität sollte theoretisch kein Problem darstellen. Es wird bei iPhones lediglich die Version iOS 11 vorausgesetzt. Bei Android stellen die technischen Daten ebenfalls keine große Hürde dar. Dass es hier mindesten 1,5 GB RAM braucht, könnte Nutzer von älteren Android-Handys jedoch im Weg sein. Bei der Software ist hier mindestens Android 6 nötig. Garantieren will Lego die Kompatibilität jedoch nicht.

Die Listen der garantiert kompatiblen Geräte ist jeweils extrem kurz. Bei Apple-Produkten sind es das iPad 2017 und 2018 und das iPad Pro. iPhones vom Typ 6+, 7, 8, X und XR sind ebenfalls von Lego verifiziert. Bei Android gibt es nur zwölf Geräte, auf denen die App garantiert funktioniert. Unter anderem das Motorola One und das Nokia 5.1 werden aufgelistet. Im Prinzip dürften jedoch alle Smartphones und iPhones mit den genannten technischen Spezifikationen laufen.

Lego Technic App Control+
Lego Technic App Control+

App Steuerung Control+ – die Vorteile

Das neue System von Lego besitzt einige Vorteile gegenüber den älteren Systemen. So gibt es Bluetooth, was die Reichweite der Fernsteuerung und die Zuverlässigkeit gegenüber Infrarot verbessert. Dazu braucht es keine unterschiedlichen Motorentypen für beispielsweise Lenkung und Antrieb mehr, weil die App die Motoren so ansteuert, wie sie es für ihre Funktion benötigen. Der dritte große Vorteil ist die „Computer-Steuerung“. Sie lässt vordefinierte Bewegungsabläufen zu.

  • Variablerer Einsatz von Motoren
  • Mehr Reichweite und Zuverlässigkeit bei Fernsteuerung
  • leichter bestückbare Batteriebox
  • kastigere Bauweise der Motoren
  • Vordefinierbare Bewegungsabläufe

App Steuerung Control+ – die Nachteile

Bei neuen Systemen kommt fast immer auch viel Kritik auf. Vor allem Traditionalisten und Lego-Baumeister, die viel um- oder anbauen wollen sind hier benachteiligt. Denn bisher ist die App geschlossen und nur über die vordefinierten Modelle in der App nutzbar. Dadurch kann das neue System nicht in Eigenkreationen eingebunden werden. Dazu sind die Listen der kompatiblen Geräte erschreckend winzig und Lego nicht gerade im Ruf, Apps lange zu unterstützen. Ein weiteres Manko: Das neue System ist nicht mit den alten Systemen kompatibel. Wer also gerne traditionell Lego bauen will, also eigene Bauten erstellt, sollte bisher noch nicht in das neue System investieren.

  • Handy-Kompatibilität nicht garantiert
  • Kompatibilität zu alten Systemen (Powered-Up, Lego Power Funktions…)
  • kein Akkusystem
  • Kein flexibler Einsatz der Motoren
  • Keine haptische Steuerung

Display oder nicht – Lego im Umbruch

Legos Klemmbausteine sind eine der erfolgreichsten Spieltypen, die noch komplett analog bespielt werden können. Das ändert sich mit Control+. Denn es gibt keine Möglichkeit mehr die Sets ohne Smartphone oder Tablet zu bewegen. Und auch die Kreativität lässt durch die App-Steuerung nach. Aus einem Bagger kann so kein Panzer und aus einem Kran kein Schiff gebaut werden. Wer das von Lego erwartet, ist mit herkömmlichen Sets besser bedient.

Affiliate-Link: inside digital erhält eine kleine Provision, wenn du über den markierten Link einkaufst. Den Preis für das Produkt beeinflusst dies nicht. Die Einnahmen tragen dazu bei, dir unseren hochwertigen Journalismus kostenfrei anbieten zu können.

Deine Technik. Deine Meinung.

5 KOMMENTARE

  1. Eider so nicht ganz Konkret.
    Es gibt zb eine App Namens Brick Controller 2 wo man das neue Hub mit verbunden kann, komplett konfigurieren kann und das Mode dann sogar per PS4 Kontroller oder Handy steuern kann.
    Zudem kann man sehrwohl den Bagger auf Panzer umbauen und dann in der originalen App darauf achten wie man die Motoren am Hub angeschlossen hat oder hält alternativ genannte App nutzen.

  2. Die Aussage, dass „alle Smartphones“ mit dem hub verbunden werden können ist leider nicht korrekt.
    Es funktioniert tatsächlich nur mit den von Lego aufgeführten Geräten.
    (ausser du bist hacker und lachst dich kaputt)

  3. „Technic Set der Zukunft“ würde ich es nicht nennen. Wenn Lego so weiter macht, wird es Lego nämlich nicht mehr lange geben…

  4. Das System selbst heißt powered up. Damit sind die „control+“ motoren damit kompatibel. Außerdem kann man mit der powered up app control+ modelle bzw umbauten davon mit eigenen steuerungen versehen. Das bauen von eigenen Modellen ist also auch mit dem neuen system möglich und von lego unterstützt. Da wurde wohl nicht gut recherchiert

  5. @Kevin Manson…

    Stimmt so auch nicht.
    Vermutlich kann man tatsächlich nicht alle Handys damit verbinden, aber das gute alte Samsung S7 wie auch (erstaunlicher Weise) ein „uraltes“ Lenovo K6.
    Und die stehen nun wirklich nicht in Lego’s Liste! 😉
    Programmierer bin ich im übrigen auch nicht.
    Also einen Versuch ist es allemal wert, man muss nur beachten, dass es in der original App nur funktioniert, wenn alle Motoren am Hub angeschlossen sind und beim Liebherr beide Hub’s einsatzbereit.
    Eine kleine Probefahrt beim bauen geht also nicht.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen