Gaming-Notebook: Was muss ein Laptop fürs Spielen können

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Gaming ist längst keine Nische mehr. Jeder spielt, und so unterschiedlich die Spieler, so vielfältig ist das Angebot und so unterschiedlich sind die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Hardware. Hier zeigen wir dir, auf was du achten solltest beim Gaming-Laptop-Kauf.
Medion Aldi Gaming Laptop
Das Medion Erazer Beast X10 lässt Gamer-Herzen höher schlagen.Bildquelle: Aldi / Medion

Für anspruchslose Casual Games wie Candy Crush genügen einfachste Einsteiger-Laptops mit Dual-Core-CPUs und wenig Grafik-Power. Bei komplexeren Grafiken sind sie jedoch schnell überfordert. An Premium-Titel wie Cyberpunk 2077, Call of Duty oder FIFA 21 ist hier nicht zu denken. Dann braucht es echte Gaming-Notebooks.

Unter den PC-Gamern ist der klassische Desktop immer noch die erste Wahl. Ihn kannst du auf mehr Leistung trimmen und bietet die größte Flexibilität hinsichtlich der Komponenten und der Individualisierung auf bestimmte Wünsche. Dennoch holen die Notebooks auf. Ihr Innenleben kann immer leistungsfähiger gestaltet werden, sodass sich Mobil- und Spielrechner immer besser in einem verbinden lassen.

Gaming-Notebooks sind potenter, aber auch lauter und schwerer

Über der Hardware für Gaming-Notebooks schwingt immer das Damokles-Schwert des Energieverbrauchs, denn in den kompakten Gehäusen ist die Abwärme ein Problem. Das bedeutet auch höhere Anforderungen an die Kühlung – und damit dickere Gehäuse. Die Chips sind in den letzten Jahren trotz mehr Leistung zwar kompakter geworden und damit auch die Gehäuse, doch wirklich schlank sind sie damit nicht. Das gilt gerade für die höchste Leistungskategorie. Die auch als Desktop-Replacements bezeichneten Systeme benötigen jedoch aufgeblähte Gehäuse mit dicken Lüftern und ebenso großen Luftauslässen, um der Abwärme unter hoher Last Herr zu werden.  

HP Gaming Notebook
Ecken und Kanten, wohin man schaut: das HP-Gaming-Notebook bietet ein markantes Design.

Robust, aber nicht immer übertrieben bunt

In Gaming-Notebooks steckt viel teure Technik, und wer sich herfür entscheidet, weiß sich öfters auf Reisen – ansonsten wäre die Wahl auf einen Desktop gefallen. Bei den oft kantigen, fast martialischen Formen wird selten am Werkstoff gespart. Das ist zwar nicht gut fürs Gewicht, steigert aber die Haltbarkeit.

Farbige LEDs sind zwar bei allen Herstellern Pflicht, mancher gibt sich allerdings deutlich zurückhaltender, als noch vor wenigen Jahren als sich die Qualität in der Anzahl bunter Lampen auszudrücken schien. Damit wird der Spiele-Laptop übers Daddeln hinaus interessant und macht auch auf dem Büro-Schreibtisch eine brauchbare Figur.

Die hohe Performance, die gute Schnittstellenausstattung sowie die optimierten Displays machen die Spiele-Laptops auch für andere Nutzer interessant, die unterwegs viel Power benötigen. Gerade, wenn die speziellen Technologie und Zertifizierungen von Business-Notebooks nicht benötigt werden, liefern sie eine Leistung auf dem Niveau mobiler Workstations zu deutlich niedrigeren Preisen. Insbesondere für die Produktion von multimedialem Content, etwa Musik, Videos oder Animationen kann sich ein Gaming-Notebook als günstige Alternative erweisen. Zumal in dieser Kategorie die Hersteller schon viel Wert auf die Eingabegeräte legen.

Mindestens dicker Quadcore, dezidierte GPU und 120-Hz-Display

Ein System mit einem Vierkern-Prozessor, leidlich viel RAM – gern 16 GB –, sollten zur Verfügung stehen. Die CPU sollte nicht zu langsam sein, allerdings ist deren Leistungsfähigkeit nicht das K.O.-Kriterium. Der in Ultrabooks beliebte Intel Core i7-1185G7 ist nicht langsam: Im Vergleich zu dem in günstigen Gaming-Notebooks beliebten Core i7-10750H fällt die Leistung lediglich um gute zehn Prozent niedriger aus. Selbst das aktuelle Flaggschiff, der i9-11900H schafft nur eine um rund ein Viertel höhere Leistung.

Entscheidender fürs Vergnügen anspruchsvoller Spiele ist die Grafikkarte. Zwar wird von integrierten Grafikchips mittlerweile eine Leistung geboten, die selbst bei anspruchsvolleren Titeln nicht vollends in die Knie geht, allerdings nur wenn die gewählte Qualitätsstufe niedrig ist. Die Grafik-Leistung der integrierten GPUs von AMD und Intel hat sich in den vergangenen Jahren enorm verbessert, sie können leistungstechnisch jedoch nicht mit dezidierten Chips mithalten. Selbst die betagte Geforce GTX 1650 liefert locker die doppelte Leistung einer Iris Plus Xe (mit ihren maximal 96 Execution-Units). Eine Nividia Geforce GTX 360 ist mehr als 350 % schneller, bei einer im Laptop steckenden RTX 3080 sind es sogar über 550%.

Auch der Datenspeicher sollte nicht außer Acht gelassen werden. Cyberpunk 2077 beispielsweise verlangt für die Installation nach 70 GB freiem Speicher auf der SSD, bei „Call of Duty: Warzone“ sind es 175 GB! Selbst wenn nicht jedes Spiel derart viel Platz beansprucht, sollten die freien Reserven nicht zu knapp sein. 512 GB sind ein Muss, 1 TB ist eigentlich Pflicht, im Zweifelsfall sollte sich nachträglich eine weitere SSD ins Gehäuse stecken lassen.

Display: Shooter wollen viele Frames

Ebenso wichtig wie die Hardware eines Gaming-Notebooks im Inneren, ist das Display, wobei die Hersteller grundsätzlich auf klassische Kost setzen: Das Seitenformat ist in der Regel 16:9, Full-HD-Displays sind auch bei teureren Modellen nicht unüblich, denn wichtig sind weitere Kriterien. Gerade bei Shootern kommt es auf hohe Reaktionszeiten und eine hohe Bildfrequenz an. 120 Hz sollten es sein, wenn im Spiel schnelle Bewegungen und flotte Kamerafahrten bestaunt werden sollen. Matte Panels wirken störenden Reflektionen entgegen.

Nicht ohne Headset, Mouse und Bildschirm

Asus-Notebook Zephyrus G14 mit Zubehör und Gaming-Equipment

Der Spaß beim Gaming hängt nicht zuletzt von der Peripherie ab. Dementsprechend großen Wert legen Hersteller auf hochwertige Tastaturen. Mittlerweile gibt es sogar mechanische Tastenschalter in Laptops, allerdings eher in höherpreisigen Modellen oder sie werden optional angeboten.

Headset und Mouse sind für viele ein Muss. Und am heimischen Schreibtisch gehört ein zweiter Bildschirm zumeist zur Basisausstattung, der ebenfalls angebunden werden will. Hohe Hertz-Zahlen verlangen nach einer Anbindung via HDMI 1.4 (für eine Full-HD-Auflösung) oder DisplayPort, der über USB-Typ-C (ab Gen 3.1) bewerkstelligt wird. Hinzukommt oftmals eine zusätzliche Tastatur.

Für Gamer, die mit ihrem Notebook häufiger auf Zusammenkünften unterwegs sind, spielen die Netzwerkoptionen eine wichtige Rolle. Der klassische LAN-Port hat noch nicht ausgedient. Für besseren WLAN-Empfang werden zudem leistungsfähigere Module als das übliche Intel AX201 genutzt, das auch von AMD verbaut wird.

Gaming-Notebooks: Großes Angebot

Wurde die Idee des Spiele-Laptops zunächst von Spezialisten wie Schenker, Alienware oder Razer aufgegriffen, verzichtet heute keine Branchengröße mehr auf ein dezidiertes Modell. Dementsprechend breit ist das Angebot, das sich in Preisen niederschlägt, die unter 1.000 Euro beginnen und erst jenseits der 4.000 Euro ein Ende finden.

Dabei sind oft Details, die den Unterschied in einer Preislage ausmachen. Viele technische Parameter sind nahezu durch die Bank weggesetzt. So verfügen die Bildschirme oftmals über eine Diagonale von 15,6 oder 17,3 Zoll. Für Vielreisende gibt aber auch einige wenige Spiele-Notebooks mit einem 14-Zoll-Display. Technologisch setzen Hersteller meistens auf matte IPS-Panels – glänzende Bildschirmoberflächen nerven mit ihren Reflektionen beim Daddeln. Daher steigt mit dem Preis auch die Bildschirmhelligkeit. In höheren Preislagen stehen auch OLEDs zur Verfügung, die jedoch hinsichtlich der Frameraten nicht mithalten können.

Um 1.000 Euro

Für einen veritablen Gaming-Laptop müssen keine Unsummen ausgegeben werden. Schnäppchenjäger werden bereits für weniger als 1.000 Euro fündig. Das bedeutet allerdings, dass auf die allerneuesten Chips verzichtet werden muss. Auch der Arbeitsspeicher ist oft noch auf 8 GB limitiert, dafür liefern die Bildschirme bei einer Full-HD-Auflösung bereits Frameraten von 120 Hz.

Die ersten Angebote für Gaming-Laptops mit neuesten CPU- und GPU-Generationen liegen bei etwa 1.100 Euro. Wobei dann auch schon durchaus eine RTX-3060-Grafikkarte im Gehäuse steckt, die bei Nvidia die Basis fürs ernsthafte Spielen darstellt. Auch eine Arbeitsspeichergröße von 16 GB sowie eine 512 GB große SSD gehören dann zum Lieferumfang.

Darüber hinaus steigt vor allem die Leistungsfähigkeit der CPUs. Statt eines AMD Ryzen 5 wird nun immer öfter auf einen Ryzen 7 bzw. äquivalent auf einen i7 statt eines i5 gesetzt.

Um 2.000 Euro

Wenn du dir eine höhere Auflösung als die klassischen 1.920 x 1.080 Pixel wünschst, ist unter 1700 Euro nicht viel zu machen. Dann finden sich des Öfteren Modelle auf dem Markt, die mit 2K-Displays (2.560 x 1.440 Pixel) und Frameraten von bis zu 165 Hz glänzen. Ab etwa 2.500 Euro werden 4K-Displays populärer, allerdings handelt es sich dabei zumeist im 60-Hz-Displays. Fans von sehr schnellen Displays bleiben bei Full HD, bekommen dann aber Bildwiederholraten von 240 Hz und mehr.

Im Inneren steckt in dieser Preisklasse vermehrt eine leistungsfähigere GPU-Klasse. Die neuesten Laptop-Versionen halten eine Nvidia Geforce GTX 3070 oder gar 3080 bereit. Die sind allerdings auch nötig, denn eine steigende Anzahl von Pixeln auf dem Bildschirm verlangt auch der Grafikkarte mehr Leistung bei der Berechnung der Bilder ab. Außerdem werden Terabyte-SSD zum Standard.

Gaming-Notebooks um 3.000 Euro

Bei etwa 3.000 Euro beginnt die Oberklasse der Gaming-Notebooks. Die Hersteller verbauen nun immer häufiger AMDs Ryzen 9 oder Intels Core i9, denen sie nicht selten einen 32 GB großen Arbeitsspeicher zur Seite stellen. Auch bei den Grafikkarten finden sich nun die stärksten Vertreter der Gattung. Das sind vornehmlich Nvidias Geforce RTX 3080. Dazu leisten die Displays hohe Auflösungen bei gleichzeitig hohen Frameraten.

Der Nachteil dieser Boliden liegt in ihren Ausmaßen. Denn die fetten Prozessoren mit acht physischen CPU-Kernen, die großen GPUs und der zumeist nicht klein dimensionierte Arbeitsspeicher verlangen nach viel frischer Luft. Die Unterbringung entsprechend dimensionierte Kühlsystem sind eine Herausforderung für Gehäuse-Entwickler.  

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