Test des TCM (Tchibo) Klapp Handy

9 Minuten

Das TCM Klapphandy gehört zum Portfolio des im Oktober 2004 in den Mobilfunkmarkt eingetretenen Anbieters Tchibo. Neben dem „Foto-Handy“ und dem „Kompakt-Handy“ bietet Tchibo damit auch ein Prepaid-Handy im beliebten Klapp-Design an. Ob das bereits im Juli 2003 als Philips 330 vorgestellte Modell die Redaktion überzeugen konnte zeigt der nachfolgende Testbericht.Der Pappkarton des Klapp-Handys ist im typischen Tchibodesign gehalten. In Blautönen mit einer großzügigen Abbildung des Gerätes und den wichtigsten Informationen über den Inhalt. Tchibo verspricht ein flaches, klappbares und einfach zu bedienendes Mobiltelefon mit polyphonen Klingeltönen, Vibrationsalarm, Kalender und Alarmfunktion. Nach dem Öffnen des Kartons erscheint auf einem ebensolchen blauen Kunststoffdisplay Samtimitat das Handy. Darunter befindet sich ein Kunststoffeinsatz mit Akku, Ladegerät, SIM-Karte, Bedienungsanleitung und einer Broschüre, die in allen Einzelheiten die allgemeinen Mobilfunkfunktionen (z.B. PIN, Mailbox oder Roaming) erklärt. Des Weiteren legt Tchibo einen Zettel mit den Informationen zu den SAR-Werten des Telefons bei.

Tchibo (TCM) Klapp Handy - Lieferumfang

Tchibo (TCM) Klapp Handy - Aussenansicht geschlossenLaut der der detaillierten Betriebsanleitung soll das Handy mit einigen Handgriffen in den betriebsbereiten Zustand versetzt werden können. Ganz so einfach, wie in den gelungenen Schaubildern stellt sich das Einsetzten der SIM-Karte und des Akkus am Gerät selber nicht dar. Bedingt durch die geringe Baugröße erfordert das Einsetzen der blauen Karte ein wenig Fingerspitzengefühl. Die Taste zum Einschalten ist symbolisch und farblich gut gekennzeichnet und lässt sich auch ohne die Zuhilfenahme der Bedienungsanleitung finden.

Das äußerst flache silberfarbene Mobiltelefon macht im geschlossenen Zustand eine gute Figur. Modisch und gleichzeitig durch die Aluteile auf der Abdeckung und dem Rücken zeitlos gehalten. Die Aluteile sind relativ kratzfest und durch die Bürstung sind auch keine lästigen Fingerabdrücke zu sehen. Auf der Vorderseite des Handys ist zwar kein zweites Display, jedoch ein LED-Feld vorhanden. Bei eingehenden Anrufen signalisieren drei verschiedene Farben Tchibo (TCM) Klapp Handy - Seitenansicht geöffnetdie zugeordnete Anrufergruppe. Das LED-Feld gibt dem Handy einen gewissen Nippon-Touch. Etwas störend im Gesamtbild ist die zu groß geratene Außenantenne. Bei genauer Betrachtung fallen die ungenauen und unregelmäßigen Spaltmaße unangenehm ins Auge. Der Unterschied zwischen den beiden Seiten beträgt fast 1mm. Das ist unakzeptabel und lässt die Tester nichts Gutes ahnen.

Der Verdacht bestätigt sich beim Aufklappen des Klapp-Handys. Das Display rastet zwar hörbar ein, ist jedoch auffallend wacklig. Beim Öffnen und Schließen sind unangenehme Schleifgeräusche aus dem Scharnier zu vernehmen. Die Klappe wird auch nur von einer Feder im Scharnier geschlossen gehalten. Ein weiterer Verschluss zur Stabilisierung ist nicht vorhanden. Vermutlich wird der Klappmechanismus keine hohe Lebenserwartung haben. Das Gerät hat eine 2-jährige Garantie, jedoch sind laut Garantiebedingungen: „Schäden, die auf (…) unsachgemäßer Behandlung beruhen sowie „Verschleißteile“ von der Garantie ausgenommen. Beim Telefonieren liegt das Klapp-Handy recht gut in der Hand. Die Lautstärke kann während des Gespräches bequem über die, an der Seite angebrachte, Wippe reguliert werden. Werden andere Anwendungen genutzt, wie zum Beispiel SMS oder WAP liegt das Handy nicht so gut in der Hand, da der Schwerpunkt des Gerätes nicht optimal konstruiert wurde. Liegt das Telefon aufgeklappt auf einer ebenen Fläche liegt der Rücken nicht richtig auf und tendiert zum Abheben. Also eine etwas wacklige Angelegenheit.

Das orange beleuchtete Tastenfeld ist für die Baugröße großzügig ausgelegt. Ein Drittel der Fläche ist für die die Multifunktionsfläche der Menüführung reserviert. Obwohl großzügig dimensioniert macht diese Fläche einen unaufgeräumten Eindruck. Über die Funktionstasten lassen sich das Telefonbuch, die Anruferliste, der SMS-Eingang und die Klingeltöne direkt aufrufen. Warum ausgerechnet die Klingeltöne direkt zu erreichen sind und nicht etwa WAP, Stummschaltung oder Vibration, sei an dieser Stelle mal dahingestellt.Tchibo (TCM) Klapp Handy - TastaturDie aktive und passive Sprachqualität ist überraschend gut. Der Klang der Stimme des Gesprächspartners ist recht natürlich, Nebengeräusche sind kaum wahrnehmbar. Die Lautstärke kann, wie erwähnt auch während des Gesprächs komfortabel reguliert werden. Echos sind im Test weder bei Anrufen innerhalb des Mobilfunknetzes, noch bei Gesprächen ins Festnetz vernehmbar gewesen.

Die beim äußeren Eindruck etwas negativ aufgefallene große Außenantenne zeigt in der Empfangs- und Sendequalität Ihre Wirkung. Selbst in relativ stark abgeschirmten Räumen und an den Grenzen der Mobilfunkabdeckung in sehr abgelegenen Gebieten konnte das Klapp-Handy von Tchibo mit sehr guten Empfangsqualitäten glänzen. Nur wenige Geräte konnten bislang diese Extremsituationen meistern.

Wer das Klapp-Handy mit in den Kurzurlaub nimmt und das Netzteil vergisst braucht nicht um die Erreichbarkeit zu fürchten. Laut Hersteller soll der Akku eine Stand-By Leistung von 400Stunden mitbringen. Das sind mehr als 14 Tage. Da uns das Testgerät nicht so lange zur Verfügung stand, konnten wir dies nicht nachprüfen. Der Hersteller (Philips) ist aber bekannt für hervorragende Akku-Leistungen. Allerdings sollte man, hat man das Netzgerät tatsächlich vergessen nicht allzu lange telefonieren. Nach drei bis vier Stunden geht dem „Klapp-Handy“ dann doch die Puste aus. Am Stromnetz dauert es gut 2 Stunden bis der Akku wieder voll aufgeladen ist.Tchibo (TCM) Klapp Handy - DisplayGespart wurde nicht nur in der Qualität der Verarbeitung, sondern auch am Display. Dem modischen Design würde sicher eher ein Farb-, als das vorhandene monochrome Display stehen. Wirklich notwendig ist es aber nicht, da das Klapp-Handy keine Funktionen mitbringt, die ein Farbdisplay erfordern. Die Auflösung ist ausreichend und sowohl der Kontrast, als auch das Schriftbild sind positiv zu bewerten. Bei starker Sonneneinstrahlung stößt das Display hingegen an seine Grenzen.Tchibo (TCM) Klapp Handy - InnenansichtDie Einschaltphase ist angenehm kurz und binnen weniger Augenblicke erfolgt auch die Netzeinwahl. Danach informiert das Display den Benutzer über das gewählte Mobilfunknetz, Datum und Uhrzeit. Außerdem geben verschiedene Symbole Aufschluss über den Ladezustand des Akkus, die Empfangsstärke, Vibrationsalarm, SMS-Eingang, Stummschaltung und Roaming. Die Symbole sind zum Teil leider nicht alle intuitiv zu verstehen und erfordern einen Blick in die gut verständliche Bedienungsanleitung.

In das Menü gelangt man entweder über die Vordefinierten Funktionstasten, der zentralen Menüführung oder über die frei belegbaren „Schnelltasten“. Die „Schnelltasten“ verbergen sich hinter dem Tastaturfeld und werden durch längeres Drücken der Tasten aktiviert. Wer ein gutes Gedächtnis hat, kann somit bis zu 10 Funktionen zusätzlich direkt ausführen. Wie bereits erwähnt ist eine der vordefinierten Funktionstasten mit dem Aufrufen der Klingeltöne belegt. Viele Käuferinnen des Handys, die zur Zielgruppe von Tchibo Produkten gehören, werden so schnell feststellen können, dass unter den zahlreichen polyphonen Klingeltönen auch die Titelmelodie von „Sex in the City“ zu finden ist.

Die Navigation zu den Menüpunkten mittels der Navigationstasten, geschieht mittels eines Karussellprinzips. Dies ist zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig. Hat man sich daran gewöhnt, ist es durchaus komfortabel und effizient. Die meisten und wichtigsten Funktionen erreicht man somit in vier bis sechs Schritten, die dann auch ohne Bedienungsanleitung zu finden sind. Die Navigation wird grafisch und gleichzeitig schriftlich unterstützt. Auf die Eingaben reagiert das Klapp-Handy unverzüglich und ohne die obligatorische Sanduhr, die zur Geduld mahnt.

Der Rufaufbau kann neben der direkten Eingabe über die Tastatur auch direkt als auch aus dem Telefonbuch heraus erfolgen. Daneben gibt es die Möglichkeit der Anwahl über die Sprachsteuerung für maximal 15 Kontakte.

Für Kontakt zur Außenwelt haben Nutzer des „Klapp-Handy“ noch andere Möglichkeiten. Das Versenden von Kurznachrichten (SMS) wird durch die Texteingabehilfe (T9) unterstützt. Textnachrichten können maximal 800 Zeichen enthalten und werden automatisch in 160 Zeichen Standard-SMS unterteilt. Eine persönliche Note kann man den Nachrichten durch das Einfügen von Bildern oder einfachen Animationen geben (EMS).Tchibo (TCM) Klapp Handy - DisplayÜberraschend ist, dass das Klapp-Handy Neben SMS und EMS auch das E-Mailprotokoll beherrscht. Die Einstellungsmöglichkeiten umfassen, Postein- (POP3) und Postausgangsserver (SMTP), SMTP-Authentifizierung, Ports, Passwort, Login und der Eintrag für den DNS-Server. Mit dem Klapp-Handy können auch kleine JPEG (max. 7KB / 160 x 128 Pixel) Bilder empfangen und dem Bilderbuch hinzugefügt werden. Eine weitere Internetanwendung ist der WAP-Browser. Der Verbindungsaufbau geschieht ebenso wie die Reaktion der Navigation ausreichend flott. Der Datenaustausch auf Grund fehlender Unterstützung von GPRS hingegen ist quälend langsam.Die Signalisierung von Anrufen, eingehenden Nachrichten und Erinnerungen können bequem durch fünf vordefinierte und durch ein individuelles Audioprofil verändert werden.

Tchibo (TCM) Klapp Handy - Seitenansicht geschlossenIm Telefonbuch können einem Eintrag insgesamt 6 Nummern (Mobil, Privat, Arbeit, Pager, Daten und Fax), sowie eine Email-Adresse und eine Notiz zugeordnet werden. Daneben bietet das Klapp-Handy die Möglichkeit die Einträge in 10 Anrufergruppen zu differenzieren. Jeder Anrufergruppe stehen ein eigner Klingelton und ein Bild aus dem Bilderbuch zur Identifizierung zur Verfügung. Drei Anrufergruppen ist ferner auch eine Farbe zugeordnet, die auf der Vorderseite des Handys bei einem Anruf die entsprechende Gruppe anzeigt. Immerhin stehen 300 Speicherplätze zur Verfügung.

Als Organizerfunktionen stehen ein Taschenrechner mit Grundrechenarten, ein Eurorechner, ein Wecker und eine Terminkalender zur Verfügung. Laut Handbuch lässt sich der Terminkalender auch mit per USB Kabel mit einem PC synchronisieren. Ein solches liegt genauso wenig im Karton wie die erforderliche Software. Andere Schnittstellen, wie zum Beispiel Infra-Rot sind ebenfalls nicht vorhanden.

Das einzige Spiel für die Kaffeepause (Brick) ist leicht erlernbar, aber auch genauso langweilig.

Tchibo (TCM) Klapp Handy - Rückseite geöffnet

Das TCM Klapp-Handy von Tchibo ist ein modisches Einsteigerhandy. Der eigenwillige Nippon-Touch ist dabei sicher eher eine Frage des Geschmacks. Die schlechte Verarbeitung, insbesondere die labile Klappe trübt das Bild erheblich und führt zu empfindlichen Punktabzügen. Die Ausstattung ist für diese Preisklasse ordentlich, die Menüführung hingegen etwas gewöhnungsbedürftig. 80 Euro (inkl. 10 Euro Startguthaben) ist insgesamt für dieses Gerät hart an der Schmerzgrenze.

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