Test des Sony W995

32 Minuten

Sony Ericsson W995

Sony verkaufte seinen Walkman in mittlerweile 25 Jahren Lebensdauer weltweit mehr als 200 Millionen Mal. Nach diversen technischen Wandlungen ist das ursprüngliche Kassettenabspielgerät in seiner aktuellen Mutationsstufe angelangt: dem Walkman-Handy. Das Joint Venture Sony Ericsson stellte im zweiten Quartal 2009 das W995 vor und wie es scheint ist nicht nur die musikalische Ausstattung auf dem Handy prominent, denn die Acht-Megapixel-Kamera sowie diverse Multimedia-Funktionen des Sliders könnten auch weitere Käufer anlocken.

Wie die Bedienung des Gerätes ausfällt und ob die Qualität der Kamera sowie deren Funktionen tatsächlich so gut umgesetzt sind, wie es der Hersteller verspricht und ob das W995 das Zeug dazu hat der musikalische Marktführer der Mobilfunkbranche zu werden, wird sich im redaktionellen Test von inside-digital.de zeigen.

Sony Ericsson W995Die Verpackung passt durch die Wahl der Farbe “Pink“ musikalisch gesehen in die hippen 80er Jahre in denen sich Tony Manero alias John Travolta in Saturday Night Fever mit hübschen Tänzerinnen in engen pinken Leggins räkelte. Die tanzwütigen Jugendlichen von heute werden vermutlich ähnliches Interesse an der Farbwahl finden wie schon die Modebewussten vor 30 Jahren. Der Frontpart bildet mit weißem Hintergrund und einem Bild des schwarzen W995 einen recht merkwürdigen Kontrast zur restlichen Farbwahl – aber vielleicht sehen das die Jugendlichen ja anders.

Holt man das Päckchen aus dem Schuber, lässt sich der smart entworfene Karton öffnen: im Deckel ist nämlich Platz für sämtliche Anleitungen, die Software-CD und Beipackzettel – damit wird das Chaos bei der Suche nach Zubehör in der Verpackung kleiner. In der Mitte liegt das W995 auf einer Auflage, darunter befindet sich sämtliches Zubehör, das hier wie folgt ausfällt: Neben Handy, dem leider recht schwachen Akku von 930mAh sowie dem Schließdeckel, ist noch ein Ladekabel und ein Headset mit dabei. Letzteres besteht aus zwei Teilen – eine Seite mit SE-Adapter und die andere mit Miniklinke – sodass der Nutzer bei Bedarf auch andere Kopfhörer an das Headset anschließen kann. Zusätzlich sind noch zwei verschieden große Aufsätze für die mitgelieferten Kopfhörer vorhanden. Damit der Musikslider speicherplatztechnisch keine Spaßbremse wird, wurde ein acht Gigabyte großer Memory Stick Micro mitgeliefert.

Sony Ericsson W995
Sony Ericsson W995

Im Gegensatz zur Verpackung wirkt das Handy nicht hipp sondern eher schick und bereits auf der Vorderseite zeigt sich eine recht üppige Ausstattung: Neben der Hörmuschel liegen rechts die Frontkamera für Videotelefonie und links der Lichtsensor des Bildschirms. Darunter folgt ein großes Farbdisplay, das von einer Silberumrandung eingerahmt wird. Das Walkman-Logo markiert die Trennung zur Bedienung des W995: der fünf Wege Navigationsbutton bildet den Mittelpunkt der vorderen Bedienelemente.

Sony Ericsson W995An den Seiten liegen oben zwei Softkeys und darunter die Löschtaste sowie der Knopf mit Zugang zu den Verknüpfungen. Etwas unorthodox aber passend zum Layout liegen die Rufannahme- sowie Auflegentaste am äußeren Rand des Gehäuses – spannend ist, dass alle vorne sichtbaren Tasten halbkreisförmig sind und somit ein passendes Bild zu den abgeschnittenen Rundungen des Steuerknopfes bilden. Um die alphanumerische Tastatur zu nutzen, muss der Slider aufgeschoben werden. Die übliche Anordnung von vier Reihen à drei Tasten erleichtert die Bedienung zusätzlich zu den hervorstehenden und damit haptisch gut zu erfühlenden Tasten. Auf der linken Seite liegt der Stecker für das Lade- und Audiokabel ungeschützt – Staub und Dreck wird also einfaches Eindringen in das Innere ermöglicht. Zusätzlich ist hier noch der Schnellzugriff auf die Walkman-Funktion des Handys. Rechts sieht die Knopflandschaft schon anders aus: der User findet dort den Kamera-Auslöseknopf, die Zoom-Tasten sowie die Steuerknöpfe für den Musikbetrieb – somit bietet sich neben dem Steuerknopf eine weitere Möglichkeit über das Musikgeschehen zu wachen. Die Ober- und Unterseite ist von gelöcherten Metallplättchen geprägt, die die Musikbegeisterten natürlich sofort als Lautsprecher identifizieren werden – oben befindet sich noch zusätzlich ein Miniklinke-Steckplatz, der dem Nutzer musikalisch gänzlich die Unabhängigkeit von Firmenzubehör ermöglicht – ein klarer Pluspunkt.

Sony Ericsson W995Die Rückseite ist – wie so oft – recht unspektakulär und trägt neben diversen Logos, Schriftzügen und Modellbezeichnungen aber auch wichtige Merkmale: die Kameralinse samt Blitzlicht sowie Lichtsensor. Ein für Handys eher unübliches Anbauteil ist noch der Ständer. Während er bei anderen Geräten tatsächlich sinnlos erscheint, bekommt er bei Musikhandys eine interessante Rolle: der Klang wird durch den Abstand zur Auflage mehr reflektiert und sollte dadurch weiter getragen werden – so zumindest in der Theorie. Will man das Gerät in Betrieb nehmen, muss das W995 erst geöffnet werden, um die SIM-Karte einzustecken. Der Auseinanderbau des Akkudeckels erfolgt ebenso problemlos wie der Einsatz des Akkus selbst und der mitgelieferten MicroSD-Karte. Die Teile passen sehr genau und sitzen fest; ähnlich wie die Tasten weisen Anbauteile geringe Spaltmaße auf und bieten Staub keine Möglichkeit, ins Geräteinnere einzudringen.

Sony Ericsson W995Die Tasten sind wie bereits beschrieben in einem üblichen Aufbau angeordnet und bieten durch einen sehr guten Druckpunkt – ähnlich wie man ihn von Fernbedienungen her kennt – ein optimale haptische Bestätigung beim Drücken eines Knopfes. Auch die Fühlbarkeit der Tasten ist sehr gelungen: diese fühlen sich fest sowie hochwertig an und erlauben zudem – je nach Funktion – noch eine präzise Ansteuerung der gewünschten Inhalte. Zusammenfassend lässt sich zu dem Punkt sagen, dass ein Zurechtfinden auf der Tastatur auch ohne Blickkontakt problemlos ist. Insgesamt wirkt der Musikslider W995 sehr stabil, alle Teile sind fest und auch auf Grund der verwendeten Materialien könnte man dem Gerät eine lange Lebensdauer prognostizieren, was letztendlich dazu führt, dass der optische mit dem haptischen Eindruck definitiv übereinstimmt. Die einzigen Punkte, die Probleme bereiten könnten sind die versilberten Tasten, die mit der Zeit abblättern könnten sowie der große Bildschirm, der Kratzern eine große Angriffsfläche bietet.

Sony Ericsson W995Von einem Musikhandy sollte man auf Grund der guten Audioausstattung eine sehr gute Sprachqualität erwarten. Wie schaut es beim W995 aus? Tatsächlich klingt das Gerät sowohl über Ohrmuschel als auch über Lautsprecherbetrieb sehr gut. Der Klang ist recht voluminös mit wenigen Rauschanteilen und lässt die Stimme recht deutlich erklingen. Der einzige Schwachpunkt sind Umgebungsgeräusche, die sehr präsent wirken. Die Gesprächspartner hatten allesamt ein ähnliches Hörempfinden. Daher sollte man im Café oder im Bus definitiv auf die Ohrmuschel zurückgreifen. Für den Fall der Fälle, kann man die Lautstärke während des Gesprächs per Knopfdruck auf die seitlichen Plus/Minus-Tasten erhöhen. Mit viel “Power“ kann das W995 ja nicht gerade protzen. Sony Ericsson gibt bis zu 370 Stunden Standby-Zeit sowie neun Stunden Gesprächszeit an – im Idealfall im Labor versteht sich. Die Zahlen weichen in der Realität natürlich ab, dennoch reicht der Akku bis zu zehn Tagen bei Normalbetrieb (überwiegend Telefonie), häufige Nutzung des Medien-Players sowie Internetnutzung lassen den Wert aber nochmals schrumpfen. Bei den Gesprächszeiten müssen ebenfalls Abzüge gemacht werden und mit drei bis vier Stunden sollte der Wert der tatsächlichen Leistung entsprechen. Was immer wieder negativ auffällt ist die Stärke der mitgelieferten Akkus, die in dem Fall mit 930mAh nicht sehr leistungsstark ausfällt. Schade, ein Versäumnis oder eine Strategie der gesamten Mobilfunkindustrie, neue und potentere Akkus zu kaufen.

Der SAR-Wert des W995 beträgt 1.18 W/kg.

Sony Ericsson W995Das Display des W995 kann sich mit 4,0 Mal 5,3 Zentimetern Größe sehen lassen. Bei der Auflösung von 240 x 320 Pixel mit einer Darstellung von 262.144 Farben liefert das Bild eine hübsche Ansicht: die Farben strahlen und glänzen, die Bilder sowie manche Konturen wirken aber ein wenig unscharf. Die Lesbarkeit es Displays ist trotz minimaler Reflektion sowohl bei Dämmerlicht beziehungsweise Dunkelheit als auch bei grellem Sonnenlicht gegeben. Bei Dunkelheit trägt die Beleuchtung der Tasten zusätzlich zu einer einfacheren Nutzung des Gerätes bei – je nach Nutzung (Normalbetrieb oder Musik), wechselt die Farbe der Beleuchtung von Weiß zu Rot. Individualisten – wie Musikfans es ja oft sind – können aber noch eine ganze Menge an der Anzeige verändern: In den Bildschirmeinstellungen lässt sich global ein ganzes Design ändern, für Feintuning lässt sich noch eine ganze Menge weiterer Einstellungen vornehmen. Beim Startbildschirm können eigene Bilder oder gar Videos verwendet werden; für Sony-Ericsson-Liebhaber ist auch die Firmeninterne Startanzeige wählbar, es ist aber auch möglich diese Funktion abzustellen. Das Hintergrundbild lässt sich ebenfalls nach Belieben ändern wie Uhrengröße, Helligkeit sowie Bildschirmschoner.

Die Kamerafunktion scheint den Pixelzahlen nach eher zu klotzen und nicht zu kleckern. Wie sieht es im Detail aus? Der Kameramodus kann entweder via Menü oder per Knopfdruck auf die Auslösertaste gestartet werden. Die großzügige Anzeige zeigt ein großes, deutliches und farbechtes Abbild des Motivs – die Icons, die angezeigt werden, variieren je nach aktueller Einstellung. Standardmäßig werden aber die Anzahl der noch möglichen Bilder, die Bildgröße sowie der Speicherort eingeblendet. Die Bedienungsicons sind in einer Reihe rechts am Bildschirmrand angeordnet und zeigen die Belegung der Softkeys an (Zurück, Kamera-, Video- oder Abspielmodus und Einstellungen). In den Einstellungen werden dem User die gängigsten Optionen in einer Leiste mit Menü angeboten:

  • Sony Ericsson W995Aufnahmemodus (Normal, Lächelerkennung, Bestpic, Panorama, Rahmen)
  • Szenenwahl (Automatisch, Nachtszene, Landschaft, Portrait, Strand/Schnee, Sport und Dokument)
  • Autofokus (Automatisch, Gesichtserkennung, Makro und Unendlich)
  • Blitzeinstellungen (Automatisch, Aus)
  • Bildgröße (zwischen 8 Megapixel und VGA-Auflösung)
  • Belichtungsmodus (Normal, Spot)
  • Weißabgleich (Automatisch, Tageslicht, Bewölkt, Neonlicht, Glühlampe)
  • Selbstauslöser
  • Effekte (Schwarz-Weiß, Negativ, Sepia und Solarisation)
  • Fotoqualität (Fein und Normal)
  • Autofokusleuchte (Auto und Aus)
  • Bestpic-Optionen
  • Überprüfung des Bildes
  • Bildstabilisator
  • Speicherort (Telefon und Karte)
  • Autodrehen
  • Verschlusston mit vier Soundoptionen

Für einfacheres Handling der Fotos lässt sich der Zähler zurücksetzen. Die Geschwindigkeit der Aufnahme fällt für ein Musikhandy überraschend gut aus und bringt das Motiv binnen kurzer Zeit auf das Handy.

Im Videomodus bietet sich ein ähnliches Bild, nur an die Video-Funktion angepasst: anstatt der noch möglichen Bilder ist eine Leiste sichtbar, die die Länge des aktuell gedrehten Videos anzeigt. In der Optionsleiste kann die Videolänge (Normal, MMS), Leuchte, Nachtmodus, Selbstauslöser sowie das Mikrofon dazu geschaltet werden. Die Effekte und der Weißabgleich sind wie im Fotomodus verfügbar und in dem weiterführenden Menü befindet sich ebenfalls eine Auswahl der im Fotomodus sichtbaren Optionen zugänglich.

 

Sony Ericsson W995
Sony Ericsson W995
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Sony Ericsson W995

Gute Menüführung bei mobilen Kommunikationsgeräten ist alles. Was nach einem alten Spruch klingt, wird eigentlich immer ein wichtiger Aspekt der mittlerweile als Allrounder geltenden Handys bleiben. Die Menüstruktur des W995 ist Sony Ericsson typisch, da sie übersichtlich und die verwendeten Icons autoexplikativ sind. Das Hauptmenülayout kann drei verschiedene Ausgestaltungen annehmen: die übliche Rasteranzeige mit zwölf Symbolen ist voreingestellt, es kann aber auch eine Kreisförmige anzeige gewählt werden, welche die Symbole bei der Wahl rotieren lässt. Als letzter Punkt steht die Einzelsymbolanzeige zur Auswahl – dabei sieht der Nutzer das aktuell angewählte Symbol als großes Bild und die verbliebenen Menüpunkte werden als kleine Symbole an der Seite eingeblendet – die Anordnung der Symbole lässt sich allerdings in keinem Layout ändern. Man kann sagen, dass das Joint-Venture generell an den Animationen, die am Gerät beim Einschalten beziehungsweise Auschalten von diversen Funktionen erfolgen, viel gemacht hat. Dies erweckt graphisch oft einen ansehnlichen Übergang für den Nutzer.

Die Icons im Hauptmenü sprechen eine eindeutige Sprache: fünf von insgesamt zwölf Symbolen sind unter dem großen Oberpunkt Multimedia zusammenzufassen. Dazu gehören der integrierte Walkman, die Medienbibliothek mit Zugriff auf sämtliche auf dem Gerät und Karte gespeicherten Medien, der Unterhaltungspunkt mit Radio, TrackID, Spielen sowie drei DJ-Tools zur Eigenkreation von Klingeltönen, der Internetbrowser sowie der PlayNow-Dienst, also die Musik-Plattform für Besitzer von Sony-Ericsson-Geräten. Weitere vier Menüpunkte sind Kommunkationsbezogen: dazu gehören die Nachrichtenfunktion mit SMS, MMS, E-Mail oder einer Sprachnachricht für Schreibfaule, das Adressbuch, ein Organizer Anrufprotokolle. Die Kamerafunktion darf natürlich auch nicht fehlen und das integrierte GPS-Modul manifestiert sich ebenfalls graphisch mit dem Punkt “Ortsbezogene Dienste“ im Hauptmenü. Da Tony Manero im Tanzfilmchen immer gerne die schnelle Tour mochte, würde ihm besonders die Shortcut-Fähigkeit des Navigationsknopfes gefallen. Da lassen sich nämlich alle vier Richtungen belegen – so könnte man zum Beispiel die Rufnummernunterdrückung auf eine der vier Tasten legen, wenn man seine Abendveranstaltungen gerne inkognito verabredet. Die zwei Softkeys unter dem Display sind aber nicht belegbar. Weitere nennenswerte Schnellzugriffe sind natürlich die Anrufprotokolle via Rufannahme, der Walkman-Button links am Gehäuse sowie rechts der Kameraauslöser. Wie gut kann der flotte Teen von heute in seinem Handymenü vom W995 surfen? Man könnte sagen fein: Die Wege sind durch die Icons klar strukturiert und die Beschriftungen der Symbole geben bei Handyneulingen auch prägnante Auskunft. Am Beispiel der Messages wird dies nochmal klar: Entweder nimmt der Nutzer den Weg über das Hauptmenü, wo er das Nachrichtensymbol drückt, dann noch über “Verfassen“ die Nachrichtenart auswählen muss, die er erstellen möchte. Flinke Füße würden wahrscheinlich doch eher den Shortcut vom Navigationsbutton bevorzugen.

Wie schaut es denn nun mit den Nachrichten aus? Wählt man beim Auswahlmenü die „Nachricht“ aus, kommt man erst ins stutzen, was tatsächlich gemeint ist. Denn das Schreibfeld sieht nach einer MMS-Umgebung aus: ein großes Schreibfeld mit einer Graphikleiste am unteren Rand, die diverse Icons zur Erstellung von einer MMS bereithält. Dennoch, solange man keine MMS-Elemente einfügt, wird stets nur eine Textnachricht verschickt. Und beim Schreiben? Im Prinzip erfindet das W995 das Rad nicht neu und der Nutzer kann auf altbekannte Eingabemöglichkeiten zurückgreifen. Neben der Mehrfachtipp-Methode stehen dem Nutzer in der T9-Software mehrere ost- und mitteleuropäische Sprachen zur Verfügung. Unbekannte Wörter müssen aber nochmal in einem Menü eingegeben werden; zusätzlich dazu gibt es noch diverse Schreiboptionen, die den Einsatz von Sonderzeichen, das Bearbeiten der eigenen Wörter sowie die Anzeige der Vorschläge ermöglicht. Über die Einstellungen sind auch MMS-Funktionalitäten verfügbar, wie zum Beispiel die Gestaltung des Layouts, das Hinzufügen von Seiten oder Anhängen sowie Vorlagen. Beim Tippen fehlt leider der Zeichenzähler, bei 20 noch verbleibenden Zeichen wird man vor zu großen Schreibergüssen gewarnt vom Musikslider made in Sweden. Wenn man Mal keine Lust hat seinen SMS-Roman zu beenden, lässt sich dieser zwischenspeichern; später kann man auf die Message im Verzeichnis „gespeicherte Nachrichten“ zurückgreifen – Ordner zur Verwaltung der Nachrichten lassen sich nicht erstellen. Chat-Freunde werden die Funktion “Konversationen“ lieben: dabei handelt es sich um die Korrespondenz von Nachrichten, die direkt aufeinanderfolgen und durch die Beantwortung initiiert wurden. Möchte man gleich mehrere Leute mit einer SMS/MMS zur Disko mobilieren, ist das mit dem W995 auch kein Problem.

Wer von mobilen E-Mail-Diensten Gebrauch machen will, muss vorher einen Assistenten starten, der Schritt für Schritt Zugangsdaten abfragt und den Mail-Account konfiguriert. Neben der manuellen Eingabe, kann man auch nach der Eingabe des Namens sowie der Mail-Adresse die Infos automatisch vom Betreiber runterladen lassen – dies erspart viel lästiges Tippen. Nach der Einrichtung des Accounts, erscheint ein viergeteilter Bildschirm: Der Empfänger und der Betreff werden in zwei Brauntönen gehalten und der Textteil in einem hellen Grauton; darunter folgt die Leisten für Anhänge. Als Signatur erscheint ein Werbetext der Hausmarke „Mit einem Mobiltelefon von Sony Ericsson gesendet“, welcher aber problemlos gelöscht werden kann. Das Schreiben der Nachricht erfolgt genauso wie bei der SMS beziehungsweise MMS. Bei den Anhängen können sowohl Fotos oder Musik, Videos als auch andere Dateiformate versendet werden. Kommunikative Multimailkonteninhaber können gleich mit mehreren Mail-Accounts Tanznews an Freunde und Bekannte verschicken.

Die Anrufliste ist beim Musikslider ist detailreich: Insgesamt gibt es vier Anrufprotokolle – der Zugang erfolgt wie üblich entweder über die Rufannahmetaste oder über das Hauptmenü. Die einfachste Form des Protokolls ist die Liste mit sämtlichen Anrufen. Die verschiedenen Anruftypen werden mit unterschiedlichen Icons gekennzeichnet, zusätzlich sieht man noch die Nummer beziehungsweise den Kontakt und bei markiertem Anruf auch die Uhrzeit und das Anrufdatum. Über die Optionen kann man dem Anrufer eine SMS zu schicken, die Nummer vor dem Anrufen bearbeiten, sie speichern sowie auch einen oder auch alle Einträge aus der Liste löschen. Will man nicht nur auf die altmodische Art telefonieren sondern auch Mal audiovisuell zurückrufen, geht dies ebenfalls über die Optionen. In den drei anderen Listen (Angenommen, Gewählt und Unbeantwortet) wird der Nutzer mit gleichem Layout und gleicher Bedienung konfrontiert, dort sind die Anrufe aber nach den Kategorien einsehbar.

Damit beim Tanzen das Mobiltelefon schnell in der Hosentasche verschwinden kann, wird die Tastatursperre einfach mit dem Schließen des Sliders aktiviert oder mit dem Öffnen wieder gelöst – zusätzlich lässt sich einstellen, ob man mit dem Öffnen beziehungsweise Schließen des Slides einen Anruf annehmen oder beenden kann.

Sony Ericsson W995Das W995 ist was Connectivity angeht ein Multitalent: der Slider bedient alle gängigen Verbindungen,

  • GPRS
  • UMTS
  • HSPA
  • WLAN mit DLNA
  • Bluetooth
  • USB-Verbindung mit Massenspeicher
  • aGPS

Bei WLAN wird der User nach dem so genannten Encryption Key des Routers gefragt und alles andere erledigt das Gerät selbst (ähnlich wie bei Bluetooth); es ist sogar möglich eine Netzwerkfreigabe für das W995 zu vergeben, um in einem Heimnetzwerk Zugriff auf Dateien des Handys von sämtlichen Geräten zu bekommen, die ebenfalls die Technologie DLNA unterstützen. Ähnlich verhält es sich beim USB-Kabel, bei dem man beim Einstecken des Kabels gefragt wird, welchen Modus man auswählen möchte: Telefonmodus, Medienübertragung, Drucken oder Massenspeicher. Wer nur eine Verbindungsart benötigt, kann diese als Standardtyp einstellen. Die Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Optionen sind eigentlich selbsterklärend: Im Telefonmodus lassen sich die Funktionen des Handys per Computer ansteuern oder die Synchronisierung mit Kontaktdaten vom PC starten. Der Massenspeichermodus lässt sich ohne jegliche Software verwenden – das Telefon wird dabei als Wechseldatenträger erkannt und dient zum einfachen Datentransfer, wenn man für das Tanzen schnell Musik aufspielen möchte. Der Druckmodus ermöglicht eine direkte Verbindung des Telefons mit einem Drucker und der letzte verfügbare Modus ist die so genannte Medienübertragung. Dabei können Mediendateien mit dem heimischen PC ausgetauscht und mit der Bibliothek des Windows Media-Player synchronisiert werden – alles was das Musikliebhaberherz braucht.

Beim Versenden der Daten in allen drei Verbindungstypen konnten alle Dateiformate übertragen werden, auch wenn das Gerät diese nicht unterstützt. Die Verbindung zu Peripheriegeräten wie Headset klappte auch problemlos. Der Abgleich der Kontaktdaten kann entweder über die mitgelieferte Software (PC-Suite) oder über verschiedene Freeware-Programme (z.B.: My Phone Explorer) erfolgen – mit beiden Tools klappte die Synchronisation einwandfrei. Dabei lassen sich ganze Adressbücher synchronisieren und das auch in beide Richtungen – also auch vom Handy auf den PC. Neben den Kontakten lassen sich mit der PC-Suite auch Kalendereinträge und alle auf dem Telefon verfügbaren Daten verwalten – eine gelungen umgesetzte Software.

Sony Ericsson W995
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Sony Ericsson W995
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Was den Komfort der 80er Jahre angeht, so konnte man schnurlose Telefone im Fall der Fälle als Waffe gegen etwaige Angreifer in der Disko verwenden. Und heute? Nun, das Repertoire des mittelkleinen W995 hat da schon mehr zu bieten: Bei der Profilsteuerung stehen dem Nutzer sieben Umgebungsprofile zur Verfügung, in denen man das Profil seinen Bedürfnissen anpassen kann: Neben den Ruftonoptionen, wie steigende Lautstärke, der Lautstärkepegel oder die Stummschaltung, können auch Tastentöne sowie der schnelle und stark hör- und spürbare Vibrationsalarm optional aktiviert werden. Der Profilname kann natürlich nach Veränderung des Profils angepasst und auch die Suche nach bestimmten Zubehör (z.B.: Headset) automatisch mit dem Profil aktiviert werden. Weitere Einstellungen sind eher anruferbezogen und ermöglichen die Einstellungen der Erreichbarkeit für alle, Niemanden oder Anrufer aus einer bestimmten vom Nutzer vordefinierten Gruppe. Da die Profile nicht über den gewohnten Schnellzugriff auf der Einschalttaste erreichbar sind, muss für ihre Erreichbarkeit eine Taste des Navigationsbuttons belegt werden – schade, ein Stück Freiheit weniger. Der Rufton wird separat im Audio-Menü der Einstellungen festgelegt. Dazu können sowohl sämtliche vom Gerät unterstützten Musik- als auch Videoformate verwendet werden – somit kann der Lieblingssong einen nicht nur auditiv sondern auch optisch bei Anrufen aufmerksam machen. Die Sprachsteuerung funktionierte beim Test recht zuverlässig und erfreute durch die vereinfachte da kontaktfreie Nutzung des Geräts. Bevor es losgeht, muss erst ein „Zauberwort“ vom Nutzer bestimmt werden. Der Nutzer wird vom Telefon freundlich darauf hingewiesen, dass es ein ungewöhnliches oder langes Wort sein sollte: Simsalabim – und das Handy gehorcht. Zusätzlich lässt sich noch einstellen, bei welchen Peripheriegeräten das Zauberwort gelten soll (Headset und KFZ-Freisprecheinrichtung) – ist die Sensitivität des Geräts auf das Zauberwort eingestellt, hat das seinen Preis. Der Akku wird natürlich schneller verbraucht. Der Rest der Bedienung erfolgt wie gehabt bei Sony-Ericsson-Handys.

Was hätte wöhl der hippe Tony Manero in Satureday Night Fever am meisten gebraucht? Ein wohlgeordnetes Adressbuch, um das „Üben“ mit seinen Tanzpartnerinnen gut koordinieren zu können. Mit dem W995 hätte er leichtes Spiel gehabt: In Sony-Ericsson-Tradition erwarten den User die Auswahl zwischen allen, SIM oder in Gruppen eingefügten Kontakten sowie diverse Sonderrufnummern – auch die Kurzwahl ist in den Optionen des Adressbuches einstellbar. Bei den einzelnen Kontakten kann man Informationen in fünf Reitern speichern, die zur einfacheren Zurechtfindung mit Icons versehen sind: Neben dem Namen kann man im ersten Reiter die Telefonnummer eingeben und dann bestimmen, als was sie abgespeichert werden soll. Dazu gehören zwei mobile Nummern, Privat, Geschäft, Fax und Andere – insgesamt eine magere Ausbeute. Der zweite Reiter bietet Platz für Internetbezogene Kommunikation (E-Mail sowie Internetadresse) während man im dritten Reiter den Kontakt personalisieren kann. Tony würde sich freuen, er könnte all seinen weiblichen Partnerinnen ein Bild, einen eigenen Nachrichten- sowie Klingelton und ein Sprachbefehl zuweisen – bei „hey Baby“ könnte es bei Susi klingeln. Der vierte Reiter enthält Infos für die konventionelle Papierliebesbriefe und im fünften lassen sich der Geburtstag sowie eine Notiz zur Person speichern. Detailverliebte Tanzstars werden weitere Felder im Telefonbuch vermissen. Die Adressverwaltung kann natürlich zum schnellen Nummerncheck auch während eines Telefonats eingesehen werden. Weitere „In-Call“-Funktionen sind Mikrofon ausschalten, den Anruf halten, einen neuen Anruf Tätigen und diesen zum bestehenden Telefonat hinzufügen. Schreibfaule können die durchgegebene Nummer auch aufnehmen lassen und später ins Adressbuch einfügen.

Sony Ericsson W995
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Sony Ericsson W995
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Der Organizer des musikwütigen W995 bietet zahlreiche Funktionen: Bei der Alarmfunktion können bis zu fünf Einträge einmalige oder repetitive Alarmzeiten eingestellt werden. Zusätzlich kann noch der Alarmton, Alarmtext und –bild eingegeben sowie das Verhalten des Telefons bei Stummschaltung zugewiesen werden. Weitere Zeitfunktionen sind der Timer und die Stoppuhr. Als nette Gimmicks erscheinen noch der Rechner sowie eine Taschenlampenfunktion im Organizer. Damit auch der vergesslichste Musikfan zeitig zum Konzert kommt, ist die Aufgabenliste integriert worden: Bei der Erstellung kann man zwischen einer Aufgabe (Blattsymbol) und einem Anruf (Telefonsymbol) wählen – bei der ersten Option kann eine Notiz samt Erinnerungszeit eingegeben werden; bei der Anruferinnerung lässt sich eine Nummer eintippen oder diese über das Telefonbuch angeben. Wie beim ersteren muss man auch den Erinnerungstext sowie die Anrufzeit ebenfalls eingeben. Für längere Notizen oder Songtexte von eigenen Hits gibt es das Notizblatt – Zahlenschwache können zudem bei den Codememos Passwörter und Login-Daten speichern. Der Kalender als Überbrückungshilfe für die Tanzdates zwischen Montag und Freitag? Beim W995 bietet diese Funktion mehr: Standardmäßig sieht man die Monatsübersicht, welche den Namen des Monats sowie die Nummer der aktuell gewählten Kalenderwoche anzeigt. Über den farblich getrennten Wochen sind die Wochentage zu sehen – das Wochenende für Konzerte und Disko ist farblich ebenfalls hervorgehoben. Termine können in dieser Übersicht leicht übersehen werden – sie werden leider nur mit einer Dickschrift des Datums markiert. In der Wochenübersicht werden Tage und Uhrzeit tabellarisch angezeigt wie beim Stundenplan. Hier kann man bequem durch die Stundenanzeige scrollen und aktuelle Termine einsehen, die grafisch durch einen Balken in der Tabelle gekennzeichnet sind. Wird in beiden Ansichten ein Tag angewählt, erscheint die Tagesansicht, die einen Überblick über die anfallenden Termine gibt. Hier hat der Nutzer auch die Möglichkeit, neue Einträge zu erstellen: Neben dem Thema existieren Felder für Anfangszeit und –datum, der Termindauer sowie der Erinnerungszeit. Im zweiten Reiter kann man optional den Ort des Termins, eine genauere Beschreibung, Ganztägigkeit und Frequenz des Vermerks eingeben.

Das Musik-Handy ist zusätzlich auch noch mit aGPS ausgestattet, somit dürfte der Weg in eine neue Disko oder Konzerthalle ein Kinderspiel sein. Man kann sich über Google-Maps die gewohnten Dienste zu Eigen machen: Wer sich auf dem Konzertgelände verloren hat, kann seinen Standort bestimmen lassen, ihn für alle Fälle in den Favoriten speichern und auf der Karte in der Umgebung scrollen – auch die vom Browser bekannte Sattelitenansicht ist hier verfügbar. Mit der Route-Funktion lässt sich der Weg entweder für das Fahrzeug, öffentliche Verkehrsmittel oder für den Spaziergang zu Fuß anzeigen lassen – im Prinzip läuft alles wie auf dem heimischen PC. Für weitere Strecken ist auch die Navigationssoftware Wayfinder installiert. Leider scheint das GPS mit den unterschiedlichen Anwendungen mehr oder weniger gut zu funktionieren. Während mit Google-Maps die Verbindung in wenigen Augenblicken hergestellt wurde, brauchte der Wayfinder lange, um ein GPS-Signal zu empfangen. Ist das Signal einmal da, kann es los gehen. Über die Suche lassen sich diverse Ziele (Straßen, Ortschaften oder gar Lokalitäten wie Bank, Bahnhof etc.) recherchieren und bei positiver Auffindung des Ziels kann man die Routenplanung einschalten. Leider arbeitet die Suchfunktion nicht ganz optimal, da das Gerät im Test einige Ziele (Sparkasse und Bahnhof) nicht finden konnte – da das Gerät auch die internationale Suche anbietet, ist es fraglich, wie die funktionieren wird, wenn sie im eigenen Land nicht ganz ausgereift ist. War man bei der Suche Mal erfolgreich, funktionierte die Navigation recht zuverlässig. Häufig besuchte Standorte lassen sich auch als Favoriten im Handy für spätere Routen einfach abrufen. Leider ist der Bildschirm für eine unkomplizierte Routenführung etwas zu klein. Sollte man zu Fuß unterwegs sein, hat das W995 auch etwas zu bieten: Sportbegeisterte werden mit dem Trackerprogramm viel Spaß haben. Denn somit wird die tägliche Rennstrecke genauestens dokumentiert, gemessen, Zeiten gespeichert und Statistik darüber geführt, wie die eigene Entwicklung verläuft – schließlich ist Ausdauer beim Tanzen wichtig! Fortschritte können somit ganz einfach mit dem sportlichen Musik-Slider beobachtet werden. Will man die zurückgelegte Entfernung ohne sportlichen Ehrgeiz überprüfen, geht das auch mit der Statusinfo, die Auskunft über die aktuelle Bewegunsggeschwindigkeit sowie deren Entwicklung.

Mit dem eingebauten Browser Netfront kann man die Musik im Internet nun auch mobil erobern. Via WLAN klappt die Verbindung einwandfrei und ist auch schnell – mit UMTS gelangen die Daten auch recht schnell auf das Handy. Die Lesbarkeit im Browser ist gut und die Steuerung beim Surfen fällt mit Navigationsbutton etwas schwerfällig aus, reicht aber für das Lesen von Mails definitiv aus – wer Flash-Seiten aufrufen will, wird vor verschlossenen Türen stehen. Der Download von Dateien ist gesperrt, dafür lassen sich aber RSS-Feeds abonnieren und auf dem Gerät verwalten. Und wie steht es um das Vorzeigefeld des W995? Bevor es losgeht, muss ja erst Musik auf das Gerät drauf. Das geht entweder über den Massenspeichermodus oder via Synchronisation mit dem Mediaplayer. Mit der zweiten Funktion kann man bestehende Playlisten samt dort eingetragener Songs vom PC direkt auf das Gerät kopieren. Zur Speicherung lassen sich auch Ordner mit dem Datei-Manager anlegen, allerdings ist eine Navigation nach Ordnern im Player nicht möglich – schade. Das Herzstück des Handys, der Musikplayer, ist entweder über das Hauptmenü oder den Schnellzugriff auf der linken Seite des Handys erreichbar – um die Nutzung des Walkmanns optisch zu unterstreichen, ändert sich die Tastaturbeleuchtung zu Orange im Musikmodus. Musikfreunde werden sich freuen, denn das Walkman-Phone zeigt neben einer intuitiven Steuerung via Navigationsknopf oder die Außentasten des Handys viele Infos zum aktuellen Song an. Das Walkmann-Symbol, das Albumcover sowie die Trackanzahl des Albums beziehungsweise der aktuellen Playlist bilden den Teil oberhalb der graphischen Zeitleiste. Darunter sieht man den Titel, den Interpreten sowie den Albumnamen. Über die Optionen lassen sich Playlists speichern, der gehörte Song versenden, Informationen dazu abrufen oder auch löschen. In den Einstellungen hat man auch Zugriff auf den Abspielmodus (Zufallswiedergabe und Wiederholung), auf neun Klangspektren inklusive manueller Einstellungen, Visualisierungen sowie den Raumklang, der den Sound zwar mit dem gewünschten Effekt, aber dafür etwas metallischer klingen lässt. Wer sich nicht ganze Alben sondern die persönlichen Hits anhören will, hat die Möglichkeit, Playlists zu erstellen und diese auch im Hauptmenü über den Punkt Medien zu verwalten. Hierzu bietet das W995 auch den SenseMe-Service: Es handelt es sich dabei um nichts anderes als einen Beatzähler, der die Musik nach ihrem „Mood“ einsortiert – zumindest laut Hersteller. Wer also Stimmungsschwankungen hat und dann zu faul ist sich selbst seine eigene Musik zusammenzusuchen findet hier definitiv Abhilfe. Sollte man beim Hören der Mood-Playlist gestört werden, ist dies auch kein Problem, da die automatische Resume-Funktion die Wiedergabe an der Stelle wieder aufnehmen lässt, wo man aufgehört hat. Was die Musikformate angeht, erweist sich das W995 nicht avantgardistisch sondern nur als ein Mainstreamer. Denn außer diversen AAC-Formaten, MP3, WAV und dem Windowseigenen WMA (durchweg Firmenzugehörige Formate) wird kein anderes Format mehr unterstützt. Schade, denn für alternative und qualitativ bessere Formate wie FLAC oder OGG-Vorbis war anscheinend leider kein Platz mehr – für ein Musikhandy ein großes Minus. Wer aber auf alternative Peripherie und Steuerung „abtanzt“, wird am Walkmann-Slider Gefallen finden: der Grund ist erstens die Miniklink-Buchse, welche die Nutzung von anderen Kopfhörern ohne Adapter ermöglicht, zweitens für große Kabelfreiheit die Möglichkeit, ein Stereo-Bluetooth-Headset anzuschließen und schließlich drittens die Schüttel-Bedienung.

Wer glaubt sich verlesen zu haben, liegt falsch. Hier kommt die Beschreibung: Hält man den Walkman-Button am Gehäuse bei laufender Musik gedrückt, kann man durch Bewegungen des Geräts diverse Funktionen steuern. Ganz nach dem Motto, schüttelt was das Zeug hält, lassen sich damit neben dem Wechsel der Anzeige zwischen Hoch- und Querformat auch die Musikfeatures wie Lautstärke und Liedanwahl anvisieren – leider ist die Feinsensivität des Shaker-Phones nicht ausgereift, was dazu führt, dass zum Beispiel die Lautstärke zwischen kaum hörbar und ohrenbetäubend schwankt. Was die Musiktauglichkeit des Akkus angeht, muss hier nochmals gesagt werden, dass die Wahl eines 930mAh Akkus definitiv die schlechte Wahl ist, denn wenn die Geräte multifunktional sein sollen, müssen sie auch entsprechende Voraussetzungen mitbringen und dazu gehört halt ein starker Akku. Laut Hersteller soll die Musiklaufzeit 20 Stunden betragen, dies relativiert sich aber im Realbetrieb – also Kombination aus Telefonie und Musik – deutlich. Auf ca. acht Stunden Musikgenuss kommt man aber durchaus. Wer vor der Reise vergessen hat neue Musik auf das W995 aufzuspielen, der kann zum aufwärmen auch auf den lokalen Radiosender zugreifen, nach neuen Sendern suchen, diese nach Belieben speichern oder verwalten. Für Leute mit dem nötigen Kleingeld, gibt Sony Ericsson den Zugang zu PlayNow auf dem Handy mit, einer Plattform, die den mobilen Einkauf von Musik als Download seit kurzem aber auch Filme als Stream ermöglicht. Ein weiteres interessantes Musiktool ist das TrackID. Damit kann der Nutzer wenige Sekunden eines ihm unbekannten Lieds aufnehmen und via TrackID identifizieren lassen. Das schöne ist, der Dienst ist gratis, es fallen also nur Verbindungskosten an, wenn man sich über WALN einloggt, ist auch diese Hürde genommen. Last but not least – der Sound: Klangtechnisch kommt das W995 sehr gut rüber. Der Klang via Kopfhörer ist sehr voluminös, klar und bietet einen ausgewogenes Verhältnis der verschiedenen Frequenzbereiche, was zu einer hohen Klangechtheit führt – lediglich der Lautsprecher hapert ein wenig.

Wer des Musikhörens überdrüssig wird, kann auf die zahlreichen Spiele des W995 zurückgreifen. Diese kann er über den Punkt Unterhaltung und dann Spiele anwählen: da das Musikhandy sieben freigeschaltete Vollversionen bietet, sollte es beim Warten auf den Bus nicht langweilig werden. Spannend: mit dabei ist ein an Guitar Hero angelehntes Game – passend zur technischen Ausrüstung es Gerätes!

Sony Ericsson W995

 

I‘m a dancin‘ man and I just can‘t lose – besser hätten es die Bee Gees in ihrem Dancehit nicht ausdrücken können. Das W995 bietet tatsächlich ein breites und zudem gut umgesetztes Spektrum an musikalischen Services. Im Prinzip ist alles dabei, was ein Musikliebhaberherz begehrt. Und nicht nur das: Neben der Musikfeatures ist ja noch die Acht-Megapixel-Kamera an Bord, deren Ergebnisse sich auch sehr gut sehen lassen können. Nutzer, die auch Wert auf eine ausgeprägte Organizer-Sektion legen, sind dafür bei dem Gerät etwas falsch am Platz, aber Musikfreunde leben ja bekanntlich sowieso ohne Uhr und ohne Kalender – soll ja ohnehin gesünder sein. Wer aber dabei ist sich nach einem neuen MP3-Player umzusehen und das Handy könnte auch ausgewechselt werden, der wird in Sony Ericssons W995 definitiv einen guten musikalischen Begleiter finden, der auch noch passable Fotos schießt.

 

 

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