Test des Sony Ericsson W910i

21 Minuten

Sony Ericsson W910i: Draufsicht

Das W910i ist Sony Ericssons erstes Walkman-Handy mit HSDPA-Unterstützung. Durch diese schnelle Internetanbindung sollen Musik und andere Downloads blitzschnell auf dem Multimedia-Handy landen. Die Steuerungsoption „Shake Control" verspricht eine einfachere Benutzung des Walkman-Players und bisher unbekannte Möglichkeiten für Handyspiele. Die 2-Megapixel-Kamera und die mitgelieferte 1-Gigabyte Speicherkarte runden das Multimedia-Paket des W910i ab. inside-digital.de hat getestet, ob der neue Spross der Walkman-Familie den großen Erwartungen gerecht werden kann.

Sony Ericsson W910i: VerpackungStarker Inhalt – schlichte Verpackung: Das W910i fällt im Ladenregal kaum auf. Ein einfacher Plastikwürfel umgibt das Handy, den Speicherkartenadapter und eine Pappbox für das Zubehör. Das Handy und der USB-Adapter für den mitgelieferten 1-Gigabyte Memorystick Micro sind in eine Plastikform eingelassen und von außen sichtbar, so dass der Käufer auf den ersten Blick sieht, was ihn erwartet. Farblich orientiert sich das Design der Pappbox am typischen Walkman-Schwarz und -Orange. Silberne Punkte versprühen einen Hauch Eleganz.

Öffnet man das Paket, kann man die Plastikform mit Handy und Memorystick an einer Lasche hinausziehen und sich der Box mit dem Zubehör widmen. In dem Paket sind alle Teile übersichtlich in drei Fächern verstaut. Neben dem Ladegerät und dem Akku liefert Sony Ericsson das komplette Walkman-Zubehör: Ein Adapterkabel mit Befestigungsclip sorgt für den Übergang vom Handyanschluss zum Stereoheadset. In die Buchse des Kabels lässt sich jeder beliebige Klinkenstecker stecken, so dass man sein Handy nicht nur an das mitgelieferte Headset, sondern auch an eine Stereoanlage anschließen kann. Für die Kopfhörer sind unterschiedliche Aufsätze im Paket enthalten. Ein USB-Anschlusskabel für die Verbindung zu PC oder Laptop liegt auch bei. Neben der Bedienungsanleitung auf Deutsch findet man eine Kurzanleitung, eine Anleitung für den Musikplayer, Informationen zu den SAR-Werten des Handys und die PC-Suite auf CD-ROM.

Der Lieferumfang des Handys wird den Ansprüchen des Nutzers gerecht. Besonders hervorzuheben ist der 1-Gigabyte Memorystick, der bei Bedarf einem Modell mit bis zu vier Gigabyte Größe Platz machen kann. Durch den praktischen USB-Adapter kann man den Memorystick über einen PC neu bestücken ohne das Handy mit dem Rechner verbinden zu müssen.

Sony Ericsson W910i: Lieferumfang

 

Sony Ericsson W910i: offenes Gerät hinten

Sony Ericsson W910i: TastaturDer Akkudeckel des W910i ist mit einem Riegel gesichert. Entsperrt man den Deckel, lässt er sich leicht und ohne verhaken vom Gehäuse lösen und auch wieder befestigen. Der Akku sitzt passgenau im Gehäuse und ist ebenfalls mit einem kurzen Handgriff entfernt und wieder eingebaut. Schwieriger ist dem Umgang mit der Sim-Karte: Während das Einschieben der Karte ein Kinderspiel ist, lässt sie sich nur mit einiger Mühe wieder aus dem Gehäuse entfernen. Der mitgelieferte Memorystick verbirgt sich an der Seite des Handys unter einer Gummiabdeckung. Um den Stick aus dem Handy zu holen, braucht man weniger Fingerfertigkeit als bei der Sim-Karte, so dass einer häufigen Nutzung des USB-Adapters nichts im Wege steht.

Das W910i macht einen sehr edlen und schicken Eindruck. Die getestete Version in der Farbe „Noble Black" überzeugt durch das klare, kühle Design und die dezente Farbgebung. Neben dem dominanten Schwarz sind einzelne Elemente wie die Seiten und das Tastenkreuz in Grau gehalten. Die Walkman-Zeichen setzen sich in Orange ab. Hervorstechend ist die abgeschrägte Unterseite des Sliders durch die das Handy einen weniger kantigen Eindruck macht. Für diejenigen, die es bunter mögen, bietet Sony Ericsson das Farbschema „Hearty Red" in Bordeauxrot und Grau an.

Nicht nur das Aussehen des W910i ist edel – das Handy fühlt sich auch hochwertig an. Der Slider ist durch einen kleinen Widerstand gesichert, damit man das Gerät nicht unabsichtlich auf- oder zuschieben kann. Der Mechanismus funktioniert aber trotzdem so leichtgängig, dass eine Benutzung auch mit einer Hand kein Problem darstellt. Ein Manko stellt die Stabilität des Sliders im ausgefahrenen Zustand dar: Wackelt man an dem Bauteil, lässt es sich deutlich nach links und rechts verschieben. Die sonstige Verarbeitungsqualität gibt jedoch keinen Grund zur Sorge. Alle Teile sitzen passgenau aufeinander und sind solide verbaut. Alle mitgelieferten Kabel Sony Ericsson W910i: Größenverhältnispassen perfekt an die seitliche Anschlussbuchse für Ladegerät, Datenkabel und Headset.

Auf der Vorderseite des Geräts befinden sich neben dem Steuerkreuz und den üblichen Funktionstasten zwei bei Sony Ericsson ungewohnte Buttons: Über dem Display sind zwei zusätzliche Tasten angebracht, die primär für Handyspiele zur Verfügung stehen. Im Standby-Modus dienen die Tasten dem schnellen Zugriff auf das Bildverzeichnis des Handys und auf das Feature „X-Pict Story". Unterhalb des Displays liegen zwei Menütasten sowie ein roter und ein grüner Hörer für das Abwickeln von Telefongesprächen. Eine Schnellzugriffstaste führt den Nutzer direkt in das Menü „Verknüpfungen" und mit der Taste „C" lassen sich einzelne Elemente löschen. Die von Sony Ericsson bekannte „Zurück"-Taste ist verschwunden. Ihre Funktionen übernimmt eine Menütaste gemeinsam mit dem roten Hörer.

Auf der linken Seite des Geräts befindet sich die Anschlussbuchse für Ladegerät, Datenkabel und Headset, die nicht durch eine Dichtung oder Klappe geschützt ist und somit einen Angriffspunkt für Staub und Schmutz darstellt. Die typische Zugriffstaste für die Walkman-Funktion liegt wie der An/Aus-Schalter auf der Oberseite. Auf der rechten Geräteseite findet man den Slot für die Speicherkarte, die Lautstärkeregelung und die Taste für den schnellen Zugriff auf die Kamera. Das Objektiv der Kamera auf der Rückseite fällt kaum ins Auge und fügt sich wie der Hinweis auf die 2.0-Megapixel und das Herstellerlogo harmonisch in das Gesamtbild des Geräts ein. Einzig das Walkman-Logo in Orange bildet einen Sony Ericsson W910i: LadegerätKontrastpunkt.

Alle Tasten des W910i haben einen ausgesprochen angenehmen Druckpunkt. Die Tastenfläche des Zahlenblocks ist in das Gerät eingelassen und dadurch nicht leicht zu erfühlen. Eine Nachricht im Blindflug zu schreiben ist mit dem Gerät nicht drin; längere SMS oder E-Mails lassen sich jedoch sehr angenehm in die glatte Tastatur eintippen. Die Intensität des Vibrationsalarms ist geschickt austariert: Der Alarm ist so stark, dass man ihn auch in der Hosentasche gut spürt, lässt das Handy aber bei einem Anruf nicht vom Tisch hüpfen. Das Vibrationsgeräusch ist dabei so dezent, dass es auch in Besprechungen nicht störend auffällt.

 

Sony Ericsson W910i: HeadsetDie Gesprächsqualität, die sich mit dem W910i erzielen lässt, ist in Ordnung. Beide Gesprächspartner verstehen sich klar und ohne Rauschen. Auch im Auto oder im Zug lässt die Qualität des Telefonats nichts zu wünschen übrig. Sobald die Umgebungslautstärke ansteigt, offenbart das Handy jedoch eine Schwäche: Die Lautstärke lässt sich zwar auch während des Gesprächs per Tastendruck schnell erhöhen, ist jedoch insgesamt eher begrenzt. Telefonate in einer überfüllten Bahnhofshalle oder in einem lauten Café sind nur mit dem Headset einwandfrei möglich, da die maximale Lautstärke unterhalb des üblichen Levels liegt. Die Freisprechfunktion des Handys lässt sich während des Gesprächs sehr komfortabel mit einem einfachen Tastendruck ein- und ausschalten.

Laut Hersteller soll das W910i bis zu neun Stunden Telefonate am Stück und gut zwei Wochen Standby möglich machen. Auch wenn diese Werte unter Idealbedingungen erzielt werden, überzeugt die Haltbarkeit des Akkus. Im Normalbetrieb muss das Handy alle vier bis sechs Tage an die Steckdose. Die Nutzung des MP3-Players beeinflusst die Betriebszeit nur dann sehr deutlich, wenn der Lautsprecher genutzt wird. Hört man Musik über das Headset, hält sich der Stromverbrauch im Rahmen. Längere Videoaufnahmen oder häufige Nutzung der Videotelefonie beeinflussen die Leistung des Akkus allerdings ebenso negativ wie ausgiebiges Surfen via UMTS.

Sony Ericsson W910i: DisplayDas TFT-Display des W910i ist mit 5,3 x 3,8 Zentimetern angenehm groß geraten. Schaltet man den Bildschirm auf Querformat, lassen sich sogar normale Websites recht gut betrachten. Die Farben und die Schärfe lassen keine Wünsche offen. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ist die Wiedergabequalität des Bildes noch ausreichend. Auch in totaler Dunkelheit leuchtet das Display ebenso wie die Tastatur hell genug für eine optimale Orientierung.

Die Bildschirmeinstellungen sind vielfältig: Neben der Helligkeit kann der Benutzer den Hintergrund, den Startbildschirm und den Bildschirmschoner frei auswählen. Zur Verfügung stehen dafür vorgefertigte Designpakete und individuelle Dateien aus dem Bilderspeicher. Für die Größe der Uhr stehen zwei Varianten zur Auswahl: Eine kleine Digitalanzeige am unteren rechten Bildrand oder eine große Digitaluhr, die sich im unteren Drittel des Bildschirms vor das Hintergrundbild legt.

Wenn man die Kamera des Handys über die Taste auf der rechten Geräteseite oder im Menü aktiviert, verwandelt sich das Display automatisch in einen Sucher im Querformat. Der User kann zwischen drei unterschiedlichen Modi wählen: Neben Kamera und Videofunktion bietet das W910i das Programm „X-Pict Story". Mit diesem Feature lässt sich innerhalb weniger Sekunden aus dem Fotobestand des Handys eine kleine Diashow basteln. Mehr oder weniger passende Musik und Bildübergänge sollen dabei einer vorher ausgewählten Stimmung wie „Traurig", „Romantisch" oder „Glücklich" entsprechen. Mehr als eine nette Spielerei ist das Programm jedoch nicht.

Sony Ericsson W910i: KameraEin Foto lässt sich mit der Kamera des W910i sehr schnell schießen. Aus dem Standby-Modus reicht dazu ein zweimaliges Drücken der Kamera-Taste. Die Geschwindigkeit des Auslösers ist akzeptabel. Wenn der Ton des Handys aktiviert ist, signalisiert ein Auslösegeräusch die erfolgreiche Aufnahme. Die Einstellungen der Kamera bieten nichts außergewöhnliches. Neben dem normalen Aufnahmemodus gibt es die Möglichkeit des Panoramabilds, verschiedene Bilderrahmen und eine Bildfolge von vier direkt hintereinander geschossenen Fotos. Die Aufnahmegröße der Fotos lässt sich von zwei Megapixel auf ein Megapixel und 0,3 Megapixel (VGA-Qualität) reduzieren. Ein Nachtmodus sorgt für eine leichte Aufhellung des Bildes bei schlechtem Licht – das Fehlen von Kameraleuchte oder Blitzlicht kann er jedoch nicht kaschieren. Ein Selbstauslöser, vier Weißabgleichstufen und die drei Effekte Schwarzweiß, Sepia und Negativ deuten professionelle Fotografie an.

Im Videomodus lässt sich die Länge der Clips auf die Größe einer MMS beschränken. Das Mikrofon lässt sich bei Videoaufnahmen bei Bedarf ausschalten. Als Speicherort für die Dateien stehen der interne Telefonspeicher sowie die Speicherkarte zur Verfügung.

Die Kamerafunktion des W910i ist nicht gerade die Stärke des Multimediahandys. Für Schnappschüsse ist die Qualität ausreichend. Die Urlaubsfotos sollte man jedoch eher mit einer ordentlichen Digitalkamera schießen, da die Bilder eine zu geringe Auflösung haben und die Farben sehr matt wirken. Die fehlende Kameraleuchte gibt der Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen dann den Rest.

Sony Ericsson W910i: Foto Schloss
Sony Ericsson W910i: Menü
Sony Ericsson W910i: Spiele
Sony Ericsson W910i: Spiele
Sony Ericsson W910i: Nachrichten
Sony Ericsson W910i: Neue Nachricht
Sony Ericsson W910i: Walkman
Sony Ericsson W910i: Organizer
Sony Ericsson W910i: Dateimanager
Sony Ericsson W910i: Kalender
Sony Ericsson W910i: Verbindungen

Auf den ersten Blick bietet die Menüführung des W910i den gewöhnlichen Aufbau eines Sony Ericsson Walkman-Handys: Zwölf Symbole verdeutlichen den Einstieg in die Tiefen der Handyfunktionen. Zugriff zum Hauptmenü erhält man über den Play-Button des Steuerkreuzes. Wer etwas neues probieren möchte, sollte das Design wechseln. Neben anderen Farben und Hintergründen ändert sich bei manchen Designs auch die Menüführung. Die gewohnten Symbole tauchen in einer Reihe nebeneinander auf und der Nutzer kann sich durch die einzelnen Punkte durchscrollen. Ein kurzes Vibrieren unterlegt die Scrollbewegung. Der Menübalken reagiert durch die Bewegungssensoren auf Schütteln des Handys und tanzt unterschiedlich stark über den Bildschirm. Die Struktur des Menüs ist in jedem Design logisch durchdacht und erklärt sich von selbst. Die Symbole weisen auch Sony Ericsson-Neulingen schnell den richtigen Weg. Auch im Gespräch ist ein Zugriff auf das Menü jederzeit möglich, um beispielsweise eine Information aus Kalender oder Adressbuch zu suchen. Die schön animierte Software hat jedoch einen Haken: Das Menü reagiert manchmal etwas spät und verzögert so die Eingabe. Wenn man schnell durch die einzelnen Ebenen huschen will, wirkt sich diese Bremse als störend aus.

Besonders nützlich ist die Schnellzugriffstaste und das Steuerkreuz. Jede Richtungstaste des Steuerkreuzes kann mit einer beliebigen Funktion wie Bluetooth, Kalender, Alarme oder SMS belegt werden. Auf der Schnellzugriffstaste lassen sich beliebig viele Funktionen nach Lust und Laune hinterlegen. Die wichtigsten Features hat der Nutzer dadurch individuell im Blick. Nicht zu vergessen: Walkman und Kamera verfügen über eigene Zugriffstasten am Gehäuse.

Schriftgröße und Schriftart sind ab Werk fest eingestellt und nicht zu ändern. Die Lesbarkeit der Menüs ist jedoch durchgängig gut. Um die eigene Rufnummer bei Anrufen zu unterdrücken, muss man die entsprechende Funktion im Einstellungsmenü aktivieren. Die Anruflisten des W910i erscheinen nicht nur im Hauptmenü, sondern auch durch Drücken der grünen Hörertaste. Eine schnelle Wahlwiederholung oder das Reagieren auf einen verpassten Anruf sind dadurch spielend leicht möglich. Eine automatische Wahlwiederholung steht auf Wunsch zur Verfügung.

Hat man sich an die Tastenbelegung gewöhnt, geht das Schreiben einer SMS mühelos von der Hand. Die T9-Worterkennung arbeitet einwandfrei und lässt sich durch die Liste der eigenen Wörter erweitern. Neben dem normalen Zeichensatz findet man Sonderzeichen und einige Smileys um die Nachricht aufzupeppen. Sobald sich die SMS der Grenze von 160 Zeichen nähert, zählt das W910i die letzten 20 Zeichen herunter und signalisiert den Beginn einer neuen Nachricht. Nicht vollendete SMS kann man im Ordner „Entwürfe" zwischenspeichern. Wer häufig gleiche oder ähnliche Nachrichten schreibt, kann diese unter „Vorlagen" dauerhaft ablegen.

MMS oder Sprachnachrichten gehören auch beim W910i zum guten Ton. Videos, Bilder oder Sounds machen aus einem einfachen Text eine kompakte Multimedianachricht. Die Einrichtung von E-Mail-Konten kommt denjenigen entgegen, die auch unterwegs auf dem laufenden bleiben wollen. Die Einrichtung über die Handytastatur ist ein wenig mühsam – schneller geht es, wenn man das Konto über die Sony Ericsson Internetseite konfiguriert und die Daten per SMS an das Handy schicken lässt. Durch einen integrierten Feedreader landen die Lieblingsnews topaktuell auf dem Handy.

Als Ruftöne stehen diverse Vorlagen und alle Musikdateien, die im Speicher oder auf der Karte liegen, zur Verfügung. Egal ob Midi, MP3 oder sonstige Klingeltonformate: Das W910i spielt ab, was der Nutzer verlangt.

Die Tasten des Handys sperren sich automatisch, wenn man den Slider zuschiebt. Die Tastensperre lässt sich auch manuell über die Einschalt-Taste auf der Oberseite des Geräts aktivieren. Entsperren kann man das Gerät manuell oder durch Aufschieben des Sliders.

Sony Ericsson W910i: USB-KabelDie Verbindungsmöglichkeiten des W910i entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Über Bluetooth ist Datenaustausch mit einem anderen Handy oder dem Laptop einfach und vergleichsweise schnell möglich. Für größere Datenmengen empfiehlt sich die Nutzung des USB-Datenkabels. Das Handy wird vom PC als Wechseldatenträger erkannt, kann aber auch über die mitgelieferte PC-Suite mit Daten oder Musik versorgt werden. Auf eine Übertragungsmöglichkeit via Infrarot hat Sony Ericsson verzichtet. Da die meisten Handys inzwischen Bluetooth unterstützen, ist dieser Verzicht nachvollziehbar.

Bilder, Videos und Musik lassen sich auf vielfältige Weise versenden: Per Bluetooth, MMS oder E-Mail landen die Dateien auf anderen Handys oder PCs. Die Synchronisation des Kalenders und des Adressbuchs läuft einwandfrei und das mitgelieferte Programm „PC-Suite" ist eine gute Hilfe, um Dateien zwischen PC und Handy zu verschieben. Über die Bluetooth-Schnittstelle lassen sich entsprechende Headsets schnell und einfach anschließen. Wenn man die entsprechende Funktion auf eine Verknüpfung legt, ist der Anschluss des Headsets in wenigen Sony Ericsson W910i: USB-AnschlussSekunden erledigt.

Das W910i setzt bei vielen Anwendungen auf das Internet. Die schnelle UMTS-Verbindung mit HSDPA-Unterstützung beschleunigt dabei das mobile Surfen und Programme wie „Track ID" oder den Feedreader. Für mobile Internetdienste ist das Handy definitiv zu empfehlen – vorausgesetzt die UMTS-Netzabdeckung stimmt.

Die Sprachwahl des W910i ist nur bedingt nützlich. Das Einstellen der Sprachbefehle funktioniert sehr unkompliziert. In der Praxis reagiert das Gerät jedoch kaum auf die gewünschten Kommandos und wählt mitunter sogar die falsche Rufnummer. Schon bei den kleinsten Störgeräuschen ist eine Benutzung dieser Funktion nur noch schwer möglich.
Die Aufnahme von kurzen Sprachnachrichten und das Mitschneiden von Telefonaten funktioniert ohne Probleme. Die integrierte Freisprechfunktion kann man während des Gesprächs beliebig zuschalten, um beispielsweise die Hände für eine Notiz frei zu haben.

Das W910i bietet W910i bietet eine Vielzahl von Profilen. Schon vor der PIN-Eingabe, kann man zwischen dem Telefon-Modus und dem reinen Walkman-Modus wählen. Im Walkman-Betrieb sind die Handy- und Radiofunktionen deaktivert, so dass ein Betrieb des Handys als MP3-Player im Flugzeug möglich ist. Im Handy-Betrieb kann man zwischen den frei konfigurierbaren Profilen „Normal", „Meeting", „Kfz-Betrieb", „Draußen", „Headset", „Zuhause" und „Büro" wählen. Weitere Profile lassen sich nicht anlegen.

Im Telefonbuch lässt sich eine Vielzahl von Details zu jedem Kontakt abspeichern. Neben sieben Rufnummern kann man drei E-Mail-Adressen, eine Homepage sowie berufliche und private Kontaktdaten und den Geburtstag ablegen. Wer es individuell mag, kann jedem Kontakt zusätzlich ein eigenes Bild und einen eigenen Rufton zuweisen. Insgesamt finden 1000 Kontakte mit 7000 Rufnummern im Speicher Platz. Die Kontakte lassen sich in Gruppen zusammenfassen und auch während des Gesprächs bearbeiten.

Sony Ericsson W910i: Seitenansicht oben
Sony Ericsson W910i: Ecke oben links
Sony Ericsson W910i: Seite links
Sony Ericsson W910i: Ecke unten links

Der Kalender lässt für den Normalanwender keine Wünsche offen. Erinnerungsalarme und sich wiederholende Termine ergänzen die Standard-Organizerfunktionen sinnvoll. Ein Notizbuch und ein To-Do-Verzeichnis bringen Ordnung in die tägliche Aufgabenflut. Timer, Stoppuhr und Taschenrechner gehören auch beim W910i zum Standard-Ausstattung.
Unter dem Menüpunkt „Unterhaltung" wartet das Handy mit einigen Programmen auf. Bei den drei Spielen „Lumines Block Challenge", „Marble Madness" und „V-Rally 3D" kommt der Lagesensor des W910i voll zur Geltung. Eine Murmel nur mit Handybewegungen durch einen Parcours zu steuern ist eine knifflige Aufgabe, mit der man sich Wartezeiten leicht vertreiben kann – erstaunte Blicke der Mitmenschen inklusive.

Mit dem Programm „Track ID" lässt sich anhand eines kurzen Musikschnipsels über das Internet der Titel und der Interpret des Musikstücks ermitteln. Der Musikausschnitt kann über das Mikrofon oder das integrierte Radion aufgenommen werden. Bis auf die Verbindungsentgelte fallen keine Kosten an. Der Service funktioniert besonders gut, wenn man den Refrain des Stücks aufnimmt und ist eine nützliche Ergänzung.

Das Programm „Music DJ" ist eine nette Spielerei um eigene Musik-Partituren zu erstellen. Vorgefertigte Ausschnitte mit Drums, Gitarrenakkorden, Keyboard und Trompete können beliebig zusammengestellt werden. Besonders aufregend ist dieses Programm allerdings nicht.
„Photo DJ" ist eine kleine Bildbearbeitungssoftware, die einfache Änderungen an den Bildern im Speicher ermöglicht. Mit dem „Video DJ" kann man Videoclips, Bilder und Texttafeln zu einem Video zusammenschneiden.

Ein FM-Radio mit RDS-Unterstützung sorgt für musikalische Abwechslung. Das Radio funktioniert allerdings nur mit dem Headset, das als Antenne dient oder einer zusätzlichen externen Antenne, die an die Anschlussbuchse gesteckt werden muss.

Für die Mediendatenbank mit Fotos, Videos und Sounds hat Sony Ericsson ein neues, ansprechendes Menü entworfen. Das Design ist elegant und sehr übersichtlich. Der Datei-Manager ist damit in der Mottenkiste gelandet und hat einen würdigen Nachfolger Sony Ericsson W910i: Handy offengefunden.

Das absolute Highlight des W910i ist der integrierte Walkman. Sony Ericsson liefert einen Musik-Player der Spitzenklasse, bei dem kein Wunsch offen bleibt. Die Klangqualität ist sowohl über Kopfhörer als auch über den internen Lautsprecher überzeugend. Es stehen die Abspielmöglichkeiten Endlosschleife und Shuffle zur Verfügung. Die Lieder werden mit den kompletten Informationen wie Titel, Interpret und Album angezeigt und können in Ordnern sortiert werden. Das Anlegen von Playlists funktioniert schnell und einfach.
Die Songs lassen sich im Medienverzeichnis nach beliebigen Kriterien wie Interpret, Name, Erscheinungsjahr oder Genre sortieren. Ein besonderes Gimmick ist „Sens Me", eine Software, die vorhandene Musikstücke auf Geschwindigkeit und Stimmung untersucht und in einem Koordinatensystem darstellt. Je nach Stimmung kann man sich seinen „Musikbereich" individuell auswählen. Die Einordnung der Lieder funktioniert sehr gut und ist stimmig. Mit einem Equalizer und einer „Stereo Simulation" kann der Nutzer die Klangfarbe und den Bass der Songs im Player ändern. Als Hintergrundbild kann man das Cover des Songs oder eine Visualisierung laden.

Auch im Walkman kommen die Lagesensoren des W910i zur Geltung. Das Handy erkennt, wenn man das Display ins Querformat dreht und passt das Bild automatisch an, wenn die Einstellung aktiviert ist. Mit ruckartigen Bewegungen nach rechts und links kann man in der Playlist ein Lied nach vorne oder hinten springen. Ein Schütteln des Handys schüttelt auch die Playlist durcheinander und sortiert die Lieder komplett neu. Sehr filigran reagiert der Sensor jedoch nicht, so dass das Rütteln manchmal etwas stärker ausfallen muss.

 

 

Sony Ericsson W910i: zerlegtes Gerät vorne

Mit dem W910i ist Sony Ericsson ein überzeugendes neues Gerät der Walkman-Reihe gelungen. Das Design des Slider-Handys ist sehr ansprechend und elegant. Die zahlreichen Internet-Anwendungen laufen dank der HSDPA-Anbindung in annehmbarer Geschwindigkeit und ergänzen die Nutzungsmöglichkeiten enorm. Das Handy ist sicherlich keine Revolution, aber eine solide Weiterentwcklung mit einigen netten neuen Features wie dem Lagesensor: Nicht lebenswichtig, aber originell. Der Walkman ist gewohnt hochwertig und das Prunkstück des Geräts. Auf diesem Feld macht Sony Ericsson niemand etwas vor.

Leider trüben ein paar Mängel den tadellosen Gesamteindruck des W910i. Abgesehen von der Kamera, die bei den Walkman-Handys naturgemäß nicht im Vordergrund steht, gibt es einen Punktabzug für die Verarbeitung und die Geschwindigkeit des Menüs. Der leicht wackelnde Slider macht nicht den Eindruck, dass er zwei Jahre normale Benutzung ohne Reparatur überstehen könnte. Das Menü hakt relativ häufig für Sekundenbruchteile und macht ein schnelles Navigieren durch die verschiedenen Ebenen schwierig. Das Gesamtfazit fällt dennoch positiv aus, da das W910i hochklassige Leistung mit einem überzeugenden Design unter einen Hut bringt.

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