Test des Sony Ericsson W850i

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Als vor gerade einmal einem Jahr das erste Walkman-Handy das Licht der Welt erblickte, war Insidern schnell klar, dass Sony Ericsson auf das richtige Pferd gesetzt hatte: Die riesige Nachfrage und die inzwischen ausreichend großen Speichermedien setzen seitdem iPod und Co. zunehmend unter Druck. Und wie es sich mit einer erfolgreichen Strategie gehört, fand das W800i immer mehr Nachfolger, darunter das so erfolgreiche W810i oder auch das W550i. Nun kommt mit dem W850i der erste UMTS-Slider in den Handel, und soll mit Videotelefonie und umfangreicher Ausstattung überzeugen und vielleicht sogar den einen oder anderen Anwender für die schnelle Datenübertragung begeistern. Ob es das wirklich erreichen kann, haben wir mit einem der letzten Vorserienmodelle im inside-digital-Testlabor überprüft.Gerne würden wir uns über das für und wider der mitgelieferten Verpackung äußern, stoßen hierbei jedoch schnell an eine Grenze: Zu dem Vorserienhandy gab es schlicht keine Schachtel dazu. Zieht man jedoch die letzten Walkman-Handy-Schachteln zu Rate, ist davon auszugehen, dass auch das W850i in klassisch-schlichtem Karton und mit einem üppigen Lieferumfang daherkommt.

Zum  Lieferumfang gehört aller Voraussicht nach neben dem Ladekabel und dem Handbuch ein Headset, ein Datenkabel sowie ein je nach Anbieter unterschiedlich großer Memory Stick. Für unseren Test haben wir einfach das Zubehör des W810i verwendet, und da die Schnittstellen die gleichen sind wie den anderen Walkman-Handys, ist davon auszugehen, dass es sich auch um das gleiche Zubehör handelt. Achten Sie aber beim Kauf darauf, ob der Anbieter vielleicht an der Speicherkarte spart: Unter 512 MB macht ein Großteil der Multimedia-Funktionen keinen Spaß.

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Das uns vorliegende Sony Ericsson W850i erscheint in seinem klassischem iPod-Weiß, zusammen mit goldener Beschriftung und zahlreichen veredelten Kanten als sehr schick, wenn auch eher auf eine weibliche Zielgruppe ausgerichtet: Bei Gucci erwartet man derartige Farbkombinationen eher als bei einem japanisch-schwedischen Handyhersteller. Da sicherlich die Farbe Weiß nicht jedermanns Sache, weshalb man bei Sony Ericsson auch gleich auf Nummer sicher geht: Zum Marktstart sollen sowohl ein weißer als auch ein schwarzer UMTS-Slider in den Handel kommen.

Da jedoch Schönheit im Auge des Betrachters liegt, wollen wir das schicke Äußere auf seine Funktionalität hin analysieren. Also, fangen wir ganz vorne an.

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Das Zusammensetzen des Handys ist einfach, wie schon bei Sony Ericsson gewohnt. Akku, Heckklappe und SIM-Karte finden schnell und ohne großen Logik- oder Kraftaufwand zu einander. Das Auseinandernehmen, was in dieser Häufigkeit eher Testern als Handybesitzern vorbehalten ist, gestaltet sich ähnlich simpel. Allein die SIM-Karte will, einmal in das dafür vorgesehene Fach gesteckt, nicht so einfach wieder zu entfernen, hier ist ein guter Fingernagel oder aber eine Pinzette gefragt.

Das Handy an sich macht einen soliden und wertigen Eindruck, und vermittelt dabei das Gefühl, auch vieles ertragen zu können. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das Weiß des Handys als ein edles Perlmutt, mit dem man nicht so schnell Gefahr laufen dürfte, darauf unentfernbare Dreckflecken zu sehen. Der Kunststoff ist übrigens derselbe wie auch schon beim W800i und dürfte daher ähnlich umempfänglich für Kratzer sein. Eine Tasche dürfte dem Slider-Walkman jedoch nicht schaden.

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Die Spaltmaße sind gering, was das Eindringen von Staub recht unwahrscheinlich macht. Auch bei herunter gezogenem Slider sind die Abstände zwischen den Bauteilen im normalen Bereich. Die in Gerätefarbe lackierten Seitentasten fügen sich optisch schön in das Handy ein, die Verarbeitung macht einen stimmigen Eindruck. Einzig der obere Teil des Slider-Handys ist bis zu einem Millimeter vom unteren entfernt: Dieser Abstand, so gering er auch klingen mag, kann zu einem Hin- und Her-Ruckeln der beiden Bauteile führen, und letztendlich zu einem Knarzen des Gehäuses. Wir empfehlen daher ein genaues Überprüfen des Neugerätes, das in Serienfertigung auf jeden Fall besser verarbeitet sein soll.

Die diversen Zusatzkomponenten mit dem klassischen Standard-Anschluss wie ein Datenkabel, ein Headset und das Ladegerät, die am unteren Teil des Gerätes angeschlossen werden, sitzen fest und haben nur ein geringes Spiel. Zum Entfernen zieht man den jeweiligen Stecker mit leichtem Druck nach unten, um dadurch die Arretierung des Steckers zu lösen. Angst vor Beschädigung ist dabei unbegründet: Alle in einander greifenden Teile sind solide verarbeitet.

Tasten gibt es mehr als früher: Am oberen Ende der Tastatur wurde eine Art „Navi-Key“ angebracht, wie es sie noch nicht zuvor bei Sony Ericsson gab: Vier Druckpunkte dienen hier als Navigationstasten, in deren Mitte sich eine „Kuhle“ nach innen neigt, in welcher die Befehlstaste zu finden ist. Die Bedienung ist Geschmackssache und erfordert einen stärkeren Druckpunkt als bei anderen Walkman-Handys. Zur normalen Handybedienung ist dieser nach kurzer Zeit einfach zu verwenden, schwieriger wird es bei Handyspielen, die mit den Tasten nicht schnell genug gesteuert werden können.

Erweitert wird der Navi-Key auf beiden Seiten um jeweils einen oben befindlichen Softkey, der je nach Menü seine Funktion ändert. Darunter befinden sich die ebenfalls bei Sony Ericsson schon häufiger anzufindenden Korrektur- und die Rück-Taste, wie auch ein Zugriff auf das Verknüpfungsmenü, worüber man wichtige Funktionen schnell erreicht. Die Tasten haben jeweils einen sehr präzisen Druckpunkt und sitzen gut in den einzelnen Gehäuseteilen. Sie „klicken“ angenehm, wenn man sie drückt. Man bekommt beim Tippen den Eindruck, ein sehr solide verarbeitetes Gerät in Händen zu halten.

Die Tastatur des Sony Ericsson W850i hat, wie schon von anderen Sliderhandys bekannt, eine gute Tastengröße, die man auch mit dickeren Fingern gut treffen kann. Die mittlere Taste „5“ ist gesondert mit einer ganz kleinen Erhebungen markiert, was auch ein Blind-Tippen von Kurznachrichten ermöglichen soll. Die schlechte Nachricht: Die Erhebung ist so flach ausgefallen, dass man die Taste kaum findet. Hier siegte das Design eindeutig über die Funktion.

Interessant beim W850i übrigens die Anbringung der Walkman-Taste: Diese wurde hier nicht mit einem entsprechenden Logo versehen, und ist damit auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Aktiviert wird die Musik-Funktion über die orangene Taste, die quer über dem Navi-Key verläuft. Einmal gedrückt, liefert diese übrigens eine Lichtshow, auf die wir später im Test noch einmal zu sprechen kommen. Um den Slider zu öffnen und auch wieder zu verschließen, wurde über der Walkman-Taste ein flacher Metall-Steg angebracht, der den Vorgang tatsächlich stark vereinfacht.

Einen kleinen Minuspunkt, wenn auch subjektiver Natur, mussten wir dann doch feststellen: Der Vibrationsalarm ist etwas zu laut aufgefallen, dafür kann man ihn jedoch in der Tasche auch gut spüren. Lediglich wenn das Gerät auf einem Tisch oder einem Hohlkörper liegt, hört man ein intensives Brummen. Aktivieren lässt sich dieser kinderleicht über die Profile, auf die wir noch später im Test zu sprechen kommen.

Ergänzungen wie ein Handyband oder Schmuckanhänger lassen sich am W850i ebenfalls einfach befestigen: Unten rechts am Handy befindet sich eine Öse, die entsprechende Anbauten aufnimmt. Das Einfügen ist jedoch eine echte Fummelarbeit und verlangt nach ruhiger Hand oder aber einer Pinzette.Test des Sony Ericsson W850i-7
Das Sony Ericsson W850i übermittelt im D-Netz einen ordentlichen Klang und rauscht leicht bei Telefonaten, im E-Netz klingt es deutlich klarer und rauscht kaum mehr. Schlimm ist das alles nicht, kann man seinen Gesprächspartner doch in jeder Lage problemlos verstehen. Was in ruhigen Umgebungen funktioniert, gilt auch für die lauteren. Stellt man ein Gespräch laut, so klingt der Lautsprecher, der ja auch dem Walkman dient, erstaunlich gut und hängt in seiner Qualität mehr von der des Netzes als der des Mobiltelefons ab.

Der Empfang ist sowohl im E-, als auch im D-Netz recht gut. Das W850i findet auch dort Netz, wo andere Handys schon aufgeben. Doch wo Licht ist, da fällt hier auch Schatten: Der integrierte Suchmodus ist sehr dynamisch, was zur Folge hat, dass das Handy innerhalb von wenigen Sekunden zwischen starkem und schwachem Empfang hin- und herwechselt. Besonders auffällig ist dies bei den beiden deutschen E-Netzen, die ohnehin eine kürzere Reichweite als die alten D-Netze haben.

Zufrieden stellend ist der Empfang übrigens bei der Verwendung von UMTS: Den schnellen Übertragungsstandard nutzt das Handy für interne Funktionen wie Downloads und Videotelefonie, wie auch als Modem für einen PC oder Macintosh. Hierbei findet es die Netze recht schnell, lässt jedoch genauso schnell wieder von ihnen ab, wie es das W850i schon im klassischen GSM-Netz tut.

Wer auf UMTS übrigens im Alltag verzichten kann, der sollte den Empfang gleich im System deaktiveren. Schließlich frisst dieser extrem viel Strom und drittelt fast die verfügbare Standby-Zeit.Test des Sony Ericsson W850i-8
Wie bei Slider-Handys üblich, fällt jedem zunächst einmal das Display ins Auge, dominiert es doch das zusammen geschobene Mobiltelefon ganz deutlich. Das kann sich auch sehen lassen: Immerhin 240×320 Pixel groß ist das TFT-Display, das Sony Ericsson dem W850i spendiert hat. Doch Technik ist nur eine Seite der Medaille, auch der optische Eindruck zählt, und hier macht das Mobiltelefon in allen Disziplinen einen tollen Eindruck: Schärfe und Farbdarstellung sind brillant, die Icons im Hauptmenü einfach und verständlich, alles macht einen sehr stimmigen Eindruck.

Der seit dem W810i anscheinend zum Standard der Sony Ericsson-Handys gehörende Lichtsensor an der Oberkante des Sliders leistet auch beim W850i gute Arbeit: Er erkennt automatisch die jeweilige Umgebungsbeleuchtung und passt die Displayhelligkeit automatisch an. Dies geschieht übrigens permanent, und kann manchmal etwas irritieren, wenn das Handy automatisch abdunkelt. Ein wenig Tuning darf der Anwender übrigens noch selbst unternehmen: In den Handyeinstellungen lässt sich die Helligkeit zugunsten der Akkulaufzeit nach unten korrigieren.

Hat man das W850i einmal nicht in Gebrauch, schaltet sich das Display schnell wieder ab und spart dadurch Strom. Aus dem Dämmerschlaf kann man es jedoch ganz einfach durch Druck auf eine beliebige Taste zurückholen.

Einen Abzug in der B-Note hat das W850i für seine Kamera verdient. Nicht, dass sie keine gute Bilder machen würde, doch fehlt ein Ausstattungsmerkmal, das bei „kleineren“ Walkman-Handys schon dabei ist: Der Autofokus wurde schlicht eingespart. Doch nun erst einmal zur Bedienung: Aktiviert wird die Kamera entweder „kompliziert“ über das Menü oder aber einfach über die auf der rechten Seite befindliche Kamerataste. Einen echten Schutz hat die Linse übrigens nicht, lediglich die Tatsache, dass sie etwas zurückgesetzt wurde, soll sie vor Beschädigungen schützen. Ebenfalls ein unverständlicher Minuspunkt: Auf einen Kamerazoom scheinen die Entwickler ebenfalls verzichten zu können, dieser springt seltsamerweise nur im Videomodus an. Es steht zu hoffen, dass kommende Firmware-Upgrades diese Funktion aktivieren werden.

Beim Bildermachen dient, wie es sich für ein modernes Handy gehört, das Display als Sucher, und liefert im Querformat die schon von anderen Sony Ericsson-Handys gewohnte Bedienung mittels eines Optionsmenüs, das als Balken quer über das Display läuft. Wirft man einen Blick auf die verschiedenen Einstellungen, bekommt man den Eindruck, eine echte Digitalkamera vor sich zu haben. Empfehlenswert ist hier übrigens allen automatischen Einstellungen zum Trotz der von Hand einzustellende Weißabgleich, um ein optimales Ergebnis zu erhalten.

W850i - beim Fotografieren

Einstellen lässt sich, wie bei Sony Ericsson üblich, so einiges: Neben dem Weißabgleich lassen sich auch die Bildgröße und die Qualität neu justieren (ja, das sind zwei unterschiedliche Einstellungen), die Fotoleuchte aktivieren, oder auch bei besonders nahen Motiven der Makromodus, wie auch bei Dunkelheit die Nachumgebung respektive die Lampe einschalten. Diese hat es übrigens in sich: Das damit produzierte Licht erhellt spielend die nähere Umgebung und qualifiziert das W850i damit auch zur Taschenlampe.

Zu guter Letzt: Wem das fertige Bild nicht gefällt, der kann sich mit Hilfe der integrierten Software „PhotoDJ“ so lange an seinen Bildern austoben, bis er oder sie damit glücklich ist.

Ebenfalls ganz einfach: Mit nur einem Tastendruck kann man von der Fotofunktion in die Videofunktion wechseln. Hier findet man in den Einstellungen die gleichen Effekte wie bei der Fotofunktion. Auch die Einstellungen des Fotolichtes und des Timers sind gleich gehalten. In den Einstellungen kann man zwischen zwei Aufnahmemodi wechseln. Auch die Qualität kann man aus verschiedenen Stufen wählen. Wir bei anderen Sony Ericsson Handys auch lässt sich der Kameraton nur dann abschalten, wenn das Handy auf „lautlos“ eingestellt wird. Das geht zwar einfach über die #-Taste, setzt jedoch ein Verlassen des Menüs voraus.

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Wer schon einmal ein Handy aus Sony Ericssons Walkman-Reihe in Händen hielt, wird beim Öffnen des Menüs wenig überrascht sein: Alles ist da, wo man es erwartet und es hingehört, und auch ausreichend beschriftet. Doch auch Neulingen dürfte der Umstieg zum W850i leicht fallen, ist die Oberfläche doch ähnlich den anderen Handys mit einem im Gitter aufgestellten Menü. Geöffnet wird das Menü übrigens über den rechten Softkey unterhalb des Displays oder aber den „Play“-Button in der Mitte des Navi-Key.

Sehr positiv fällt jedoch ins Auge, dass sowohl die Schrift als auch die Grafik aufgrund der deutlich höheren Displayauflösung viel glatter und schicker aussehen, pixelig wirkt am gesamten Handymenü kein einziger Unterpunkt. Die „geschliffene“ Optik des Menüs verleiht dem W850i etwas sehr edles, und degradiert die Handys mit niedrigerer Auflösung wie das W800i zu etwas Altmodischem.

Bietet das W850i im Lieferzustand noch das klassische Icon-Menü im Gitterraster, so sieht man die ganze Bandbreite des Erfindungsreichtums eines Sony Ericsson-Ingenieurs beim Ausprobieren anderer Display-Profile. Gerade das Display-Profil „GROUPED“ hat es dabei dem Tester besonders angetan. Dabei werden thematisch zu einander passende Menüteile in Gruppen zusammengefasst, und können durch mehrfaches Drücken des jeweiligen Navi-Key ausgewählt werden. Eine sehr kreative Auseinandersetzung mit dem Thema „Menü“, die zeigt, dass man auch Mut zu neuen Ideen hat. Navigiert wird mit dem in der Mitte befindlichen Navi-Key, was einfach und intuitiv vonstatten geht. Hier bewährt sich übrigens mal wieder die „Rücktaste“, um eine Menüebene höher zu springen.

Die vier Richtungstasten des Navi-Key lassen sich übrigens mit bestimmten Menüpunkten belegen, um auf diese schnell zugreifen zu können. Dabei ist der Zugriff auf nahezu alle Hauptmenüpunkte möglich, für Unterpunkte empfiehlt sich eine Benutzung der Verknüpfungen, die auf einer eigenen Taste das schnelle Aktivieren von z. B. Bluetooth-Verbindungen ermöglicht. Das spart Zeit und Menüebenen, die sonst häufig nerven. Während eines Gespräches lassen sich übrigens einige Funktionen nutzen, wie beispielsweise eine Suche im Telefonbuch.

Die Schriftgröße und Art für das Menü ist fixiert und lässt sich nicht mehr ändern. Schlimm ist das nicht: Die Schrift ist durchgehend in einer angenehmen Größe und in jeder Situation gut abzulesen. Die Rufnummernübermittlung kann man einfach im Einstellungsmenü verwalten, hier kann man aus den drei Standardfunktionen auswählen. In einem anderen Menü lässt sich einstellen, ob eine automatische Wahlwiederholung aktiviert werden soll.

Die Anruferlisten sind wie gewohnt gut, man kann sowohl verpasste, als auch angenommene oder abgegangene Gespräche einsehen, oder aber auf einer gemischten Liste alle auf einmal Revue passieren lassen. Mit dem linken Softkey kann man hier übrigens auch gleich an den Kontakten arbeiten und unbekannte Nummern einfach in das interne Telefonbuch übernehmen.

Beim SMS-Schreiben wird der Anwender von einer lernfähigen T9 Funktion unterstützt. Wer zuvor kein Sony Ericsson Handy hatte, den wird die Auswahl der zur Verfügung stehenden Wörter über ein Pull-Down-Menü sicherlich ein wenig überraschen, praktisch ist es dabei allemal. In der oberen rechten Ecke findet man übrigens einen Zähler, der die übrigen Zeichen einer einzelnen SMS abzählt. Dieser wird jedoch erst bei den letzten 20 Zeichen aktiv, und zwingt daher manchmal zum Neuschreiben.

Im Nachrichtenmenü findet man neben der Möglichkeit, SMS in alle Welt zu senden, auch der MMS-Editor. Ganz einfach kann man einen Betreff, ein Bild oder ein Video, einen Ton und Text zu einer MMS hinzufügen. Hier lässt sich aus den Standardspeicherorten des Gerätes auswählen oder noch selbst die Datei, die man einfügen will, erstellen. Die maximale MMS-Größe beträgt, wie bei modernen Multimedia-Handys üblich, 300 KB.

Die integrierte Email-Software ist umfangreich und sollte den meisten Anwendern locker reichen. Die Konfiguration ist dabei nicht ganz so einfach, muss man doch alle Daten wie Server-Namen etc. erst von Hand eingeben. Praktisch ist jedoch die Abfrage, ob die gesamte Mail, oder aber nur der Absender so wie die Betreffzeile auf das Handy herunter geladen werden sollen. Das spart Zeit und, wenn keine Datenflatrate vorhanden sein sollte, auch einen großen Posten auf der Rechnung ein.

Musik ist ein erklärtes Schwerpunktthema des Sony Ericsson W850i. Wo Walkman draufsteht, muss auch MP3 drin sein, zumindest aus Sicht der Kunden. Dem kommt das schwedisch-japanische Joint-Venture auch nach: Midi, MP3 und alle möglichen Klingeltonformate spielt das Handy locker ab. Um dies zu ermöglichen, werkelt ein etwas aufgebohrter Walkman-Player im Inneren, der nicht nur schicker aussieht, sondern auch mehr kann: Nun werden sogar Album-Cover im Display mit angezeigt.

Ist die Musik einmal aktiviert, verwandelt sich das W850i übrigens in eine kleine Disko mit Lichtorgel: Der obere Teil des Sliders wird mit einem Mal orange statt weiß beleuchtet, und blinkt im Takt der Musik wild auf. Sicherlich ein gewöhnungsbedürftiges Feature, dass seine Freunde, aber auch Ablehnung finden wird. Beeindruckend dürfte es vor allem nachts werden, wenn man das Handy als einzige Lichtquelle verwendet.

Eine coole Funktion für Musikfans, die eine UMTS-Schnittstelle absolut rechtfertigt, liefert das Handy gleich mit: Die Software TrackID liefert Titel, Interpret und Albumnamen gleich via UMTS auf das Handy. Dazu muss man zuvor nur das unbekannte Musikstück aufnehmen und an den Dienst schicken, dieser analysiert das Musikstück umgehend und schickt das Ergebnis zurück. Es empfiehlt sich also einmal mehr ein großzügiges Datenpaket oder aber eine Flatrate für das Handy, um diesen Dienst zu nutzen. Doch wer diesen hat, dem sollten bald keine Lieder mehr unbekannt sein.

Die Tastatur zu sperren ist ganz einfach: Man schiebt schlicht den Slider in sich zusammen. Ist dieser geschlossen, lassen sich noch zusätzlich die äußeren Tasten deaktiveren: Durch Druck zunächst auf den linken, im Anschluss den rechten Softkey wird später ein Druck auf den oberen Teil des Handys ohne Konsequenzen bleiben. Noch einfacher ist hier übrigens das Nichtstun: Macht man keine Eingabe, aktiviert das Handy die Tastensperre ganz automatisch.Test des Sony Ericsson W850i-30
Verbindungen zu schaffen ist eine der ganz großen Stärken des Sony Ericsson W850i, verfügt es doch über alle momentan angesagten Industriestandards: Sowohl das eingebaute Bluetooth sorgt für gute Verbindungen zu anderen Geräten, auch ist das mitgelieferte Datenkabel samt Software eine gute Grundlage zum Datentransfer. Doch auch UMTS und GPRS stehen dem Anwender zur Verfügung, und wem das immer noch nicht reicht, der kann sogar noch die gute alte Infrarot-Verbindung aufbauen.

Ein weiteres Extra: Die beiliegende Speicherkarte lässt sich natürlich auch am PC mit Hilfe eines Adapters anschließen, und somit wie ein internes Laufwerk auslesen und auch beschreiben. Das muss jedoch nicht zwingend sein: Die mitgelieferte Software kann das ebenfalls und stellt den Inhalt der Speicherkarte dar, als handle es sich um einen Blick in den vertrauten Windows-Explorer.

Die Sony Ericsson PC Suite erledigt ihre Arbeit wie gewohnt souverän und schnell z. B. Telefoneinstellungen, Kontakte und Daten bearbeiten und zwischen Mobiltelefon und einem kompatiblen PC abgleichen. Das funktioniert über das Datenkabel oder aber über Bluetooth, was die Anwendung zusätzlich vereinfacht. Auch lassen sich Musikstücke von einer CD einlesen und anschließend auf das Handy verschieben, um nicht immer den gleichen Klingelton hören zu müssen oder aber die Musiksammlung auf das Handy zu verschieben.

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Nennen Sie ein Handy-Feature, und das W850i wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit haben. Ob Sprachwahl- und Sprachsteuerung, Sprachaufzeichnung oder aber eine Freisprecheinrichtung, Sie werden alles finden, wenn auch manchmal erst nach einigem Suchen.

Äußerst komfortabel und gleichzeitig superpraktisch sind Sprachwahl und Sprachsteuerung. Nicht ganz so praktisch ist die integrierte Mitschneide-Funktion untergebracht: Zwar lässt sich diese auch während eines Telefonats verwenden, doch muss sie manuell über das Menü gestartet werden, eine Schnellzugriffstaste fehlt leider. Die Freisprechfunktion wiederum ist schnell zur Hand, ein einfacher Tastendruck genügt, um das Handy einfach auf den Tisch zu legen und so Telefonate führen zu können.

Auch wenn Sony Ericsson selbst nicht von einem Business-Handy spricht, verfügt das W850i doch über eine solche Ausstattung. Dazu gehören selbstverständlich die wie üblich reichlichen und einfach zu bedienenden Situationsprofile. Für nahezu jede Umgebung ist ein Profil vorhanden, und sollte ein weiteres benötigt werden, lässt es sich mit wenigen Handgriffen erstellen. Eine „Besonderheit“, die gerade Vielflieger zu schätzen wissen, ist das Spezialprofil „Flight mode“. Bei Aktivierung dieses Profils wird die Verbindung zum Mobilfunknetz deaktiviert und Sie können Ihr W850i so auch dort verwenden, wo Handys normalerweise verboten sind oder wo der Einsatz gefährlich sein könnte. Ein üblicher Ort dafür ist ein Flugzeug, weshalb dieser Modus auch gerne als „Flugzeugmodus“ bezeichnet wird. Wichtig ist dabei allerdings, dass Sie das „Offline“-Profil bereits vor dem Betreten des Flugzeuges einstellen sollten, da Sie sonst immer mit einem empfangsbereiten Mobiltelefon unterwegs sind. Das geht auch ganz bequem, indem Sie das Handy in diesem Fall im Originalzustand belassen: Dieser fordert nämlich nach dem Einschalten dazu auf, den Musik- oder aber den Telefonmodus zu aktiveren.

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Praktisch ist auch das Telefonbuch: Satte 1000 Kontakte lassen sich hier eingeben, und diese mit einer Vielzahl von Informationen versehen. So können pro Name jeweils eine Handy-, Privat- Büro- und sogar Fax-Nummer wie auch eine für „Sonstiges“ hinzugefügt werden. Auch sonst bleibt kein Wunsch offen: Mehrere Postadressen, eine Emailadresse, Webseite und das Geburtsdatum fehlen ebenso wenig wie ein persönlicher Klingelton oder ein Anruferbild. Sollte in der langen und vom Tester gekürzten Liste etwas fehlen, lässt es sich spielend manuell hinzufügen. Wer sich jedoch viel Zeit sparen möchte, der sollte sämtliche Kontaktdaten aus seinem gut gepflegten Outlook oder Lotus herüberholen. Vorausgesetzt, man hat eines. Neben dieser kostenpflichtigen Software übrigens eine sinnvolle und kostenlose Anschaffung ist die Software „MyPhoneExplorer“, die eine vollständige Verwaltung aller neueren Sony Ericsson-Handys bequem am PC erlaubt.

Der Kalender des W850i ist umfangreich und praxisorientiert, wie es sich für ein Handy dieser Bauart gehört. Als Ansichten stehen die Klassiker Monats- und Wochenansicht zur Verfügung, Erinnerungen werden können schnell erstellt und ausreichend lange im voraus alarmiert werden. Diese lassen sich übrigens auch sehr gut offline erstellen, was um einiges bequemer ist, als sie im Handy zu editieren.

Die eingebaute Uhr fügt sich gut in die restlichen Funktionen des Sony Ericsson W850i ein, lassen sich doch durch automatische Zeitzonen je nach Aufenthaltsort die Zeit und Datum des Handys angleichen. Gut gelungen: Der Wecker ist recht komfortabel, bietet er doch die Möglichkeit, täglich zu wecken, oder aber nur einmalig. Selbstverständlich wird der Alarm auch bei ausgeschaltetem Gerät aktiviert.

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Dem W850i selbst mangelt es nicht an Ausstattung, schließlich ist in dem Gerät alles enthalten, was man von einem modernen Mobiltelefon erwarten kann: Eine gute 2-Megapixel-Kamera, ein einfach zu bedienender Musikspieler, und endlich ein großes Display mit hoher Auflösung. Der Erfolg des W850i wird jedoch klar von seinem Verkaufspreis abhängen, bieten doch viel Handys inzwischen diese Features. Daher wird sich für viele Kunden im Weihnachtsgeschäft die Frage stellen, ob sich der Aufpreis gegenüber dem W810i lohnt, dass all das auch bietet. Schließlich trennen die beiden Handys doch nur das wenig beliebte UMTS, eine andere Verpackung sowie der alternative Navi-Key von einander. Und ob das alleine einen Preisunterschied von vorhergesagten bis zu 150 Euro rechtfertigt, kann nur der Anwender entscheiden.

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