Test des Sony Ericsson Vivaz

18 Minuten

Sony Ericsson Vivaz

Gut bestückt mit Multimedia- und Connectivityfunktionen präsentiert Sony Ericsson das neue Touchscreenhandy „Vivaz“ mit Symbian S60 5th Edition Betriebssystem. Das Hauptaugenmerk liegt auf der 8.1-Megapixel-Kamera mit der auch Videoclips in HD-Qualität gedreht werden können. Zur Bildoptimierung verfügt das Vivaz über Kamerafunktionen wie permanenten Autofokus und Gesichtserkennung. Schnelles WLAN, UMTS und HSPA ermöglichen das Hochladen der Aufnahmen auf Internetplattformen – über den TV-Ausgang können sie auf dem eigenen Fernseher betrachtet werden. Der Hersteller hat außerdem GPS mit entsprechender Navigationssoftware in das Touchscreen-Handy integriert. Wie sich soviel Multimedia im Alltag bewährt, zeigt der Praxistest auf inside-digital.de.

Das Vivaz wird in einer farbig gestalteten Verpackung ausgeliefert. Im Test kommt das Venus Ruby-farbene Handy zum Einsatz, entsprechend ist der Karton vorwiegend in rosa-rot gestaltet. Im Lieferumfang befinden sich ein USB-Datenkabel mit Netzadapter, ein Akku, ein Stereo-Headset, eine Kurzanleitung, ein Stylus (Stift) und eine 8-Gigabyte große MicroSD-Speicherkarte. Das Synchronisationsprogramm „PC Companion“ zum Abgleich von Daten zwischen PC und Handy befindet sich auf der beiliegenden MicroSD-Speicherkarte. Eine Schutzhülle oder ein Putztuch wären angesichts des empfindlichen Touchscreens wünschenswert gewesen.

Sony Ericsson Vivaz

 

Sony Ericsson Vivaz

Der Akkudeckel stellt die Rückseite des Touchscreen-Handys dar. Um ihn zu entfernen muss mit dem Fingernagel in eine kleine Aussparung gegriffen und kräftig gezogen werden. Das erfordert ein wenig Mut, denn das Plastik des Deckels ist recht dünn und biegsam und macht keinen sehr robusten Eindruck. Der darunter liegende Akku nimmt nur etwa die Hälfte der Handylänge ein. Auf der anderen Hälfte, unter dem Akkudeckel verborgen, befindet sich der Steckplatz für die MicroSD-Speicherkarte, die einfach unter einen Metallriegel geschoben wird. Um die Simkarte einzusetzen, muss zunächst der Akku entnommen werden, denn sie steckt in einer Buchse neben dem Akku. Ist alles wieder zusammengebaut, sitzt die Akkuabdeckung sehr fest in ihrer Verankerung.

Mit seinen Maßen von 107.0 x 52.0 x 12.5 Millimetern und einem Gewicht von 97 Gramm fällt das SE Vivaz sehr zierlich für ein Touchscreen-Handy aus und liegt durch abgerundete Ecken und Kanten angenehm in der Hand. Insgesamt macht es in allen vier erhältlichen Farben einen modernen, seiner vorwiegend jungen Zielgruppe angemessenen Eindruck. Auch bei der Verarbeitung gibt es nicht viel zu meckern. Zwar wurde vorwiegend Plastik verarbeitet, dennoch knackt oder quietscht auch bei festerem Zugreifen nichts.

Sony Ericsson VivazDie Spaltmaße zwischen den einzelnen Bauteilen sind gering und auch an eine Abdeckung über der Multifunktionsbuchse wurde gedacht. Einzig die auf der Rückseite liegende Kameralinse dürfte aufgrund fehlender Abdeckung nach einiger Zeit der Nutzung Kratzer durch das Ablegen auf harten Flächen aufweisen. Das USB-Datenkabel sitzt sehr locker und wackelig im Multifunktionsslot, so dass hier auf Dauer Wackelkontakte entstehen können. Löblich ist das Vorhandensein einer 3.5 Millimeter Klinkenbuchse, die das Anschließen eines eigenen Headsets ermöglicht.

Unter dem großen Touchscreen befinden sich nebeneinander Anruf-, Hauptmenü- und Ende-Taste. Die silberfarbenen Drücker sind erhaben und ausreichend breit gestaltet, um auch von dickeren Fingern gut getroffen zu werden. Der Druckpunkt ist straff und gleichmäßig. Bei aktiviertem Display sind die Tastensymbole von unten farbig beleuchtet. Auf der rechten Außenseite ist eine schmale Wipptaste angebracht, die während eines Telefonates für die Lautstärkeregulierung und im Kameramodus für die Zoomfunktion zuständig ist. Eine Besonderheit stellen die darunterliegenden Tasten mit getrennter Funktion für Video- und Foto-Aufnahmen dar. Am oberen Rand des Handys sieht man eine Taste, die bei langem Druck das Gerät ein- oder ausschaltet und bei kurzem Druck ein Menü zur Bildschirm- und Tastatursperre und die Einstellung der Benutzerprofile öffnet.

Da das Sony Ericsson Vivaz über keine echte alphanumerische oder QWERTZ-Tastatur und über keine Navigationstaste verfügt, erfolgt die Steuerung in diesem Fall über das Display. Die Bedienung fast aller Menüpunkte ist sehr gut mit dem Finger möglich, so dass der Stylus nur zur Texteingabe auf der im Querformat virtuell dargestellten kleinen QWERTZ-Tastatur benötigt wird. Alternativ können jedoch ein alphanumerisches Tastenfeld, sowie ein großes QWERTZ-Tastaturfeld eingeblendet werden, welche immerhin noch mit zierlichen Fingern gut zu bedienen sind. Die große QWERTZ-Tastatur stellt lediglich Buchstaben, eine Leer- und eine Zurück-Taste dar. Zur Eingabe von Sonderzeichen oder Nummern gibt es entsprechende einzelne Sondertasten. Mit dem Stylus können Nachrichten in Handschrift verfasst werden. Im Test erkannte die Software mit dem Stift eingegebene Zeichen sehr zuverlässig. Über Sprachwahl und Spachsteuerung verfügt das Vivaz leider nicht.

Sony Ericsson VivazDie Klangqualität während eines Telefonats wurde im Test von der Festnetzseite aus als sehr gut beschrieben. Auf Handyseite klang der Gesprächspartner dagegen ziemlich dumpf. Die Lautstärke kann über eine seitliche Wipptaste sehr hoch eingestellt werden, so dass auch bei starken Hintergrundgeräuschen, wie beispielsweise auf Flugplatz oder Bahnhof, ein Gespräch problemlos möglich ist. Anders sieht es mit der Lautstärke der Freisprecheinrichtung aus. Während man auf Festnetzseite gut verstanden wird, eignet sich das Vivaz lediglich in ruhiger Umgebung als Freisprecheinrichtung, da die Stimme des Gesprächspartners im Festnetz für den Einsatz im Auto zu leise wiedergegeben wird – hier empfiehlt sich der Einsatz eines Headsets. Der Empfang war während des Tests sowohl in D- als auch in E+-Netzen durchgehend sehr gut.

Sony Ericsson gibt für das Vivaz einen SAR-Wert von 1,04 W/kg an.

Sony Ericsson VivazAuf 3,2 Zoll stellt das TFT-Touchdisplay des SE Vivaz 16,7 Millionen Farben in einer Auflösung von 360 x 640 Pixel dar. Das resistive Touch-Display reagiert sehr gut und sensibel sowohl auf leichten Fingerdruck, als auch auf Stifteingabe. Die Anwahl von Menüpunkten quttiert das Handy mit leichter Vibration. Zur optimalen Nutzung des Stylus gibt es eine Touchscreen-Kalibrierungs-Funktion. Die Displaywiedergabe ist sehr brillant und gestochen scharf. Wie die meisten großen und glänzenden Displays reflektiert auch dieses direkte Sonneneinstrahlung so stark, dass eine Ablesbarkeit der Darstellung kaum möglich ist. Mit Lampenlicht kommt der hochauflösende Monitor dahingegen gut klar. Schaltet sich das Display in den Ruhemodus, ist nichts mehr von der Bildschirmanzeige zu sehen. Erfreulich ist, dass es deshalb zur Signalisierung verpasster Anrufe oder Nachrichten eine kleine LED an der Handyseite gibt, die so lange blinkt, bis man das Display wieder aktiviert hat. Die Helligkeit kann beim Vivaz manuell oder über automatisch über einen Sensor geregelt werden.

Dahingegen gibt es einen Lagesensor, der die Displayansicht beim Drehen des Handys vom Hoch- ins Querformat schwenkt. Dieses ist nicht nur zur Eingabe von Nachrichten oder Surfen mit dem Internet-Browser, sondern auch während der Navigation in den Handymenüs möglich, allerdings braucht das Display gut eine Sekunde für die veränderte Display-Darstellung. Auch neigt es, hält man das Handy im Querformat, sehr schnell dazu, die Darstellung unbeabsichtigt ins Hochformat zu bringen, wenn das Display zur besseren Ansicht (ähnlich wie beim Notebook) leicht nach hinten gekippt wird – das nervt – eine Nachbesserung seitens des Herstellers wäre hier wünschenswert. Der Nutzer kann den Lagesensor außerdem zur Anrufstummschaltung oder den Schlummermodus nutzen.

Sony Ericsson VivazEin besonderes Augenmerk gebührt der 8.1-Megapixel-Kamera des Sony Ericsson Vivaz. Dank separater Tasten muss nicht umständlich zwischen Foto- und Video-Modus gewechselt werden. Sowohl Kamera- als auch Video-Taste dienen als Auslöser für den entsprechenden Modus. Je nach Lichtverhältnissen und beweglichem oder unbeweglichem Motiv reagierte der permanente Auslöser im Test in unter einer Sekunde bis zu maximal zwei Sekunden. Auf einen Xenon-Blitz wurde leider verzichtet, es ist lediglich eine Fotoleuchte verbaut worden. Das Display fungiert als Sucher, wahlweise im Hoch- oder Querformat. Ein Fingertipp auf den Monitor lässt die Options-Icons auf den Displayrändern erscheinen. Fotos können im automatischen Modus aufgenommen werden – hier übernimmt die Kamera die notwendigen Einstellungen. Für den manuellen Modus gibt es die Haupteinstellungsmöglichkeiten:

  • Szenen (Auto, Hochformat, Querformat, Nachtaufnahme, Sport, Dokument, Nachtportrait, Strand/Schnee
  • Aufnahmemodus (Normal, Panorama, Smile Detection, Touch-Auslöser)
  • Autofokus (Auto, Gesichtserkennung, Makro, Unendlich)
  • Belichtung
  • Selbstauslöser
  • Bildgröße (zwischen 2 Megapixel und 8 Megapixel)
  • Leuchte (Ein, Aus)
  • Weißabgleich (Auto, Glühlampe, Neonlicht, Tageslicht, Bewölkt)
  • Auto-Überprüfung
  • Geo-Tag
  • Auto-Drehen
  • Zurücksetzen

Besonders beeindruckt hat im Test die Panomamafunktion. Durch einfaches Weiterdrehen der Kamera in die gewünschte Richtung wird ein weiterer Bildabschnitt exakt dann aufgenommen (der Auslöser reagiert automatisch), wenn er an den vorherigen anschließt. Die aneinandergrenzenden Bilder weisen keinerlei Schnittstellen auf. Auch Gesichtserkennung und Smile Detection (Lächel-Erkennung) funktionieren prima.

Die Qualität der aufgenommenen Fotos ist gut, wenngleich sie nicht ganz an die der Sony Ericsson Cyber-shot-Handy-Serie herankommt. Bei optimalen Lichtverhältnissen werden die Bilder sehr kontrastreich und scharf, wirken jedoch im Automatikmodus aufgenommen leicht überbelichtet. Abhilfe schafft eine manuelle Voreinstellung der Aufnahmen – hier können sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Leichte Abstriche müssen bei Aufnahmen in Dämmerlicht gemacht werden – die Leuchtkraft der Fotoleuchte reicht bei weitem nicht an die eines Xenon-Blitzes heran, so dass Aufnahmen hier immer etwas pixelig und unscharf werden.

Trotz gepriesener HD-Qualität konnten die Videoaufnahmen auch bei höchster Auflösung im Test nicht komplett überzeugen. Beim Abspielen auf einem PC-Monitor wirken sie ruckelig mit leichten Aussetzern und zeigen eine mittlere Unschärfe. Die Digitalkamera kann man also schon einmal zuhause vergessen, wenn das Sony Ericsson dabei ist – möchte man jedoch zusätzlich gute Videoaufnahmen machen, sollte ein richtiger Camcorder eingepackt werden.

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Auf dem Sony Ericsson Vivaz läuft das ursprünglich von Nokia erstellte Symbian S60 Betriebssystem der 5th Edition. Die Ausstattungsmöglichkeiten des Startbildschirms sind sehr umfangreich, für den weniger technisch versierten Nutzer dadurch schnell auch etwas unübersichtlich. Es stehen fünf verschiedene Standby-Modus-Designs zur Auswahl. Entscheidet man sich für das Sony Ericsson Design kann wahlweise durch Wischen mit dem Finger oder über eine Menüleiste am oberen Bildschirmrand durch fünf verschiedene Startbildschirme geblättert werden, die fest mit den Ansichten „Bevorzugte Kontakte“, „Soziale Netzwerke“, „Flow“, „Album“ und „Verknüpfungen“ belegt sind. In weiteren Modi erscheint beispielsweise lediglich eine Menüleiste am Displayrand, die teilweise flexibel belegbar, teilweise jedoch mit festen Menüpunkten ausgestattet ist. Da es für jeden Modus eigene Einstellungsmöglichkeiten gibt, verliert man hier schon mal den Überblick – weniger wäre an dieser Stelle sicherlich mehr gewesen.

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Am unteren Bildschirmrand findet man eine Menüleiste mit Buttons für Hauptmenü, Wähltastatur und Benutzerprofile. Ins Hauptmenü gelangt man alternativ über die Hauptmenütaste. Hier bietet sich dem Symbian-gewohnten Nutzer das vertraute Symbian-Menü mit beschrifteten Menü-Icons. Auch Symbian-typisch ist die Tatsache, dass die Menpunkte der darunter liegenden weitverzweigten Listenmenüs doppelt angetippt werden müssen, um sie zu öffnen. Auch hier gilt das gleiche wie schon beim Standby-Bildschirm – reichhaltig ist nicht immer übersichtlich. Wer nicht mit Symbian vertraut ist, kann sich in den Listenmenüs schnell einmal verlaufen.

Das Eintippen einer Nachricht auf der virtuellen alphanumerischen oder QWERTZ-Tastatur gestaltet sich dank ausreichend großer Buchstabentastatur und gut durchdachter Sonderzeichen-Tasten als einfach. Einer Nachricht können Bilder, Videoclips, Soundclips, Seiten, Vorlagen, Notizen, Präsentationen, Visitenkarten oder andere Dateien hinzugefügt werden. Ist ein Anhang zu groß für eine SMS wird sie automatisch in eine MMS umgeneriert. Aus dem Nachrichtenprogramm heraus können zudem neue Videoclips, Fotos oder Sounds aufgenommen und mit der Nachricht an beliebig viele Kontakte oder Gruppen verschickt werden.

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Zum Senden und Empfangen von E-Mails muss zunächst ein E-Mail-Konto eingerichtet werden. Ein Assistent hilft in wenigen Schritten bei der Einrichtung. Der Download von E-Mails vom Server kann wahlweise manuell oder automatisch in verschiedenen Intervallen zwischen fünf Minuten und alle sechs Stunden erfolgen.

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Sony Ericsson VivazEin großes Plus des SE Vivaz GSM Quad-Band-Handy ist seine reiche Ausstattung mit Connectivitymöglichkeiten. Die WLAN-Verbindung zwischen Handy und einer FRITZ! Box WLAN erwies sich im Test selbst bei WPA2-Verschlüsselung als unkompliziert und sehr schnell, ebenso wie die automatische Suchfunktion für den entsprechenden Netzbetreiber für eine Datenverbindung über UMTS, EDGE oder GPRS. HSDPA und HSUPA sorgen für einen schnellen Internet-Down- bzw. Upload von Dateien. Über eine USB-Datenkabel-Verbindung zwischen Handy und PC kann das Vivaz zudem als Internet-Modem oder als Massenspeicher zum schnellen Austausch großer Dateien benutzt werden. Wird das Handy via USB-Datenkabel (im Massenspeichermodus) an den PC angeschlossen, kann auf das Installationsprogramm für Handytreiber und die Synchronisations-Programme „PC Companion“ mit „PC-Suite“ und „Media Go“ zugegriffen werden. Über diese Applikationen können eine Verbindung zum Internet hergestellt, auf dem Handy navigiert, Anwendungen installiert, Kontakte und Kalender verwaltet und Mediendaten übertragen werden. Die Installation sowie die Ausführung der Programme funktionierte im Test reibungslos und zügig. Sehr schnell gelang auch die Kopplung und Datenübertragung über Bluetooth zwischen Notebook und Handy.

Die Software RoadSync nutzt das Microsoft Exchange ActiveSync Protokoll, um eine drahtlose Push-Synchronisierung von Kalenderdaten, geschäftlichen E-Mails, Aufgaben und Anhängen bereitzustellen. Zur Navigation befinden sich auf dem Handy GPS sowie Google Maps und eine Testversion der Navigationssoftware Wisepilot. Der interne Speicher des Vivaz ist nur 75 Megayte groß, kann aber mit einer MicroSD(HC)-Speicherkarte um bis zu 16 Gigabyte nachgerüstet werden. Zur Betrachtung von Fotos oder Videoaufnahmen auf dem Fernseher verfügt das Smartphone über einen TV-Ausgang.

Im Organizer befinden sich neben praktischen Anwendungen wie Wecker, Sprachmemo- und Suchfunktion, Notizfunktion, Umrechner und Taschenrechner, ein Adobe PDF-Viewer und Quickoffice. Beim Adobe PDF handelt es sich jedoch nur um eine zeitlich limitierte Testversion. Wer das Programm nach Zeitablauf weiter nutzen möchte, muss eine Lizenz hierfür käuflich erwerben. Ähnlich verhält es sich beim Quickoffice. Die installierte Version kann zwar Dokumente anzeigen, möchte man jedoch auf die Vollversion upgraden, mit der Dokumente bearbeitet werden können, muss auch hierfür eine Lizenz erworben werden.

Der schlicht dargestellte Kalender des Vivaz kann wahlweise in Tages- oder Monatsansicht oder nach Aufgaben angezeigt werden. Einem Termin können Daten wie Betreff, Standort, Anfangszeit, Endzeit, Anfangsdatum, Enddatum, Erinnerung, Wiederholung und Synchronisierung hinzugefügt werden. Raumschiff Enterprise lässt beim Adressbuch des Smartphones grüßen, das im Vivaz als „Logbuch“ bezeichnet wird. Hier werden die Oberpunkte letzte Anrufe, Anrufdauer und Paketdaten in die Unterpunkte unbeantwortete Anrufe, empfangene Anrufe und gewählte Rufnummern, beziehungsweise Sendedaten und empfangene Daten, weiter unterteilt. Übersichtlich gibt sich das Kontaktverzeichnis mit den Unterteilungen „Kontakte“ und „Gruppen“. Einzelnen Kontakten können zahlreiche Kontaktdaten hinzugefügt werden wie beispielsweise Vorname, Nachname, Mobiltelefon, E-Mail, Videoanruf, Internet-Telefon, Push To Talk etc., um nur einige zu nennen. Die Benutzerprofile Allgemein, Meeting, Draußen, Pager und Flight Mode sind auf dem Handy voreingestellt, können jedoch benutzerdefiniert nachbearbeitet werden. Auch die Möglichkeit eigene Profile neu zu erstellen gibt es. Außer den Profilen Allgemein und Flight Mode sind alle Benutzerprofile zeitbegrenzt einstellbar.

Am schnellsten gelangt man auf dem Sony Ericsson Vivaz über WLAN ins Internet. Der Aufbau der klassischen, sehr komplexen inside-digital.de – Ansicht, dauerte bei WLAN-Verbindung knapp 24 Sekunden, was einen guten Wert darstellt. Im Querformat zeigt sich auf der rechten Displayseite eine Menüleiste mit Lupensymbol, Url-Eingabe-Button und Options-Button. Das Scrollen durch Webseiten in mobiler Ansicht läuft sehr zügig. In der klassischen Ansicht zeigt sich hierbei jedoch schon einmal der eine oder andere Ruckler. Durch zuvor geöffnete Seiten kann in einer 3D-Galerieansicht gescrollt werden. Gezoomt wird wahlweise über einen optional einblendbaren Zoombalken oder doppelten Fingertipp auf das Display, was im Test einwandfrei funktionierte. Ein praktisches Feature ist die Anzeigeoption mit der die Webseite wahlweise im Vollbild (hier wird die Seite groß, in der klassischen Ansicht also nur Teilabschnitte angezeigt), Seitenüberblick (die Seite passt sich in ihrer Breite dem Handydisplay an) oder Bilderansicht (hier werden nur die auf der Seite befindlichen Bilder angezeigt) dargestellt werden kann. Javascripte gibt der Browser einwandfrei wieder.

Im Internet unter Freunden und immer über neueste Videos auf dem Laufenden ist man auf dem Vivaz mit Facebook, Blogger, Jabber, Google talk, PicasaWeb und Youtube. Ein PlayNow-Icon führt direkt auf den Onlinemusikshop von Sony Ericsson, ein SonyEricsson-Icon zu SonyEricsson Sync., um dort Kontakte, Kalender und anderes direkt über SonyEricsson.com zu synchronisieren. Hierfür ist jedoch die Einrichtung eines entspechenden Kontos notwendig. Die Standortbestimmung über GPS funktionierte im Test über die Software GoogleMaps blitzschnell und sehr Zielgenau in unter einer Sekunde. GoogleMaps verfügt zwar nicht über sprachbasierte Navigation, jedoch lassen sich auch hiermit Routen planen und Standorte festlegen, bzw. suchen. Der Nutzer hat die Wahl zwischen internem GPS, Bluetooth GPS und netzbasiertem GPS. Außerdem ist kostenpflichtige Navigationssoftware Wisepilot auf dem Vivaz vorhanden. Durch Geo-Tagging lassen sich Bilder bestimmten Standorten zuordnen, die hinterher auf einer Karte wiedergefunden werden können.

Sony Ericsson Vivaz
Sony Ericsson Vivaz
Sony Ericsson Vivaz
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Im MP3-Player des Vivaz gibt es für Musiktitel die Abteilungen PlayNow, Interpreten, Alben, Titel, Playlists, Hörbücher und Podcasts. Im Datei-Manager des Handys können eigene Ordner erstellt werden, in denen man Musiktitel speichern kann. Während der Wiedergabe werden Interpret, Titel und Album angezeigt. Wie von anderen Handys mit Symbian-Betriebssystem gewohnt sind die Einstellungsmöglichkeiten hiermit auch schon ausgeschöpft. Auf Bass- oder Höhenregler wurde ebenso verzichtet wie auf einen Equalizer. Über den kleinen Handylautsprecher klingt der Player des Vivaz leicht höhenlastig und schepperig. Sehr viel besser tönt es da schon über das mitgelieferte Stereo-Headset – hier kann der Klang fast mit einem Walkman-Handy mithalten – noch zu toppen sicherlich mit einem qualitativ sehr hochwertigen eigenen Headset, das über die 3.5 Millimeter Klinkenbuchse angeschlossen werden kann. Das Headset benötigt man auch als Antenne, um das UKW-Radio in Betrieb nehmen zu können, das in dem Vivaz integriert wurde. Dieses bringt, trotz schlichter Ausstattung, bei wahlweise automatischer oder manueller Sender-Suchfunktion, einen sauberen und rauschfreien Klang.

Das Sony Ericsson Vivaz bietet eine gute Auswahl an vorinstallierten Anwendungen. Um ein grafisch ansprechendes Spiel mit dem man über den Lagesensor und auf dem Display eingeblendete Menü-Buttons Snowboarder durch Rennstrecken schickt, handelt es sich bei „SSX 3“. Die Steuerung funktioniert gut und die Optik gefällt, so dass der Spielespaß über eine reine Pausenunterhaltung hinausgeht. Auch an fleißige Handwerker wurde durch die Integration einer virtuellen Wasserwaage gedacht. Die Anwendung TrackID kann Titel, Interpreten und Album eines Titels ermitteln, den man beispielsweise gerade im Radio hört. Das Programm WorldMate macht die komfortable Planung von Trips und einen schnellen Zugriff auf Reisedaten möglich.

Sony Ericsson Vivaz

Reich ausgestattet mit nützlicher Software kommt es daher, das Sony Ericsson Vivaz. Dabei ist es auch noch nett anzusehen und gut verarbeitet. Das täuscht jedoch nicht über das teilweise unübersichtliche Menü-Labyrinth des Symbian S60 5th Edition Betriebssystems hinweg. Funktionell gut bestückt und qualitativ einwandfrei, wenngleich nicht ganz so brillant wie bei Sony Ericssons Cybershot-Handys, ist die 8.1-Megapixel-Kamera. Während sich bei Fotoaufnahmen gute Ergebnisse zeigten, erfüllten die HD-Videoaufnahmen im Test qualitativ nicht ganz die daran gesetzten hohen Erwartungen. Mit dem gut ausgerüsteten Internetbrowser macht das Surfen im Internet, dank schnellem UMTS und WLAN, richtig Spaß und auch die Betrachtung von Fotos und Videos ist auf dem 3.2 Zoll großen brillanten Display eine Freude. Insgesamt ist das Sony Ericsson Vivaz ein ausgereiftes Multimedia-Handy, das auch die gängigsten Ansprüche an ein Smartphone erfüllt.

Pro

  • viele nützliche Programme
  • reichlich Verbindungsmöglichkeiten
  • brillanter und gut auf Eingabe reagierender Touchscreen
  • gute Fotoaufnahmen

Contra

  • teilweise unübersichtliches Symbian S60 5th Edition Betriebssystem
  • HD-Videoaufnahmen nicht so gut wie erwartet
  • qualitativ mittelmäßige Freisprechfunktion

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