Test des Sony Ericsson S312

22 Minuten

Sony Ericsson S312

„Die einfache Art, die schönen Momente des Lebens festzuhalten“ – bewirbt Sony Ericsson sein S312 und spricht damit auf die integrierte 2.0-Megapixel-Kamera an. Der Multimediabarren im Einsteigerbereich soll zudem das Leben seines Nutzers durch Bluetooth, ein UKW-Radio, MP3-Player und TrackID bereichern. Was das Sony Ericsson S312 sonst noch so drauf hat und ob es hält, was sein Hersteller verspricht, zeigt der Praxistest auf inside-digital.de.

Sony Ericsson S312Das S312 kommt in einer Verpackung, die so winzig ist, dass man eher eine Armbanduhr denn ein Handy darin erwarten würde. Der quadratische Karton hat türkisfarbene Seitenwände. Auf der Unterseite ist ein Foto vom Coverrücken des S312 zu sehen und auf der Vorderseite prangt ein Foto der Handyfront, welches mit einem grünen Kreis umringt ist. Öffnet man die Lasche des Kartons, bekommt man sogleich eine auf die Innenlaschen der Verpackung gedruckte Kurzanleitung zum Öffnen des Handys, Einlegen von SIM-Karte und MemoryStick-Micro sowie Anschluss des Netzkabels. Ein Blick ins Kartoninnere lässt erahnen, dass es sich um ein Sony Ericsson-Gerät der unteren Preisklasse handelt: Auf eine Unterteilung der Schachtel oder gar eine Handyhalterung wurde verzichtet. Das S312 liegt lose in der Verpackung, außer ihm ein Netzteil, ein Heftchen mit wichtigen Hinweisen, ein weiteres mit SAR-Informationen und mehrsprachige Bedienungsanleitungen. Das war es dann auch schon mit Ausstattung und Zubehör. Ein bisschen mager – zumindest ein MemoryStick-Micro hätte angesichts des mickrigen 15 Megabyte kleinen flexiblen Speichers des Handys drin sein können. Auch ein USB-Datenkabel, eigentlich schon Standardausstattung in der preisgünstigen Handyklasse, sucht man im Lieferumfang vergeblich.

 

Sony Ericsson S312
Sony Ericsson S312

Der aufmerksame Betrachter der Kartonlaschen weiß ja nun schon, wie er das S312 zu öffnen hat. Dieses Prozedere gestaltet sich jedoch nicht ganz so einfach. Zum Entfernen der oberen Handyrückseite, die zugleich die Akkuabdeckung darstellt, muss man mit dem Fingernagel in einen schmalen Schlitz an der Oberkante der Rückseite haken und diese so vom Handy abheben. Da das Plastik dieses Bauteils jedoch ziemlich dünn ist und sich dabei biegt, kommt leicht die Befürchtung auf, die Rückseite zu zerbrechen.

Sony Ericsson S312Um SIM-Karte und MemoryStick-Micro einlegen zu können, muss man zunächst den Akku entfernen. Beide Karten werden in nebeneinanderliegende Slots gesteckt, die neben dem unteren Akkurand liegen. Dies erweist sich als einfach. Unpraktisch ist jedoch, dass zum Wechsel des MemoryStick-Micro jedes Mal gleich das Handy auseinandergebaut werden muss. Der Handylook ist einfach, schlicht und durch die chromfarbene Umrandung des Navigationskeys sowie die dunkelblaue, leicht glitzernde Oberfläche von Tastenfeld und Rückseite elegant. Die obere Hälfte der Frontseite nimmt das anthrazitfarben glänzende Display ein, das zwar schick, jedoch sehr anfällig für Fingerabdrücke ist. Darüber befindet sich ein dezenter Sony Ericsson-Schriftzug. Anruf- und Beenden-/Aus-Taste, links und rechts neben dem Navigationskey, sind silberfarben, ebenso wie die Umrandung, die Front- und Rückseite voneinander abtrennt. Streicht man über das Handy, wird deutlich, dass ziemlich dünnes Plastik verbaut wurde. Auch hebt sich die silberne Umrandung etwas von der Oberfläche der Vorder- und Rückseite ab, was zu einem unterschwellig kantigen Gefühl führt, wenn man das S312 in der Hand hält. Die Proportionen stimmen ansonsten jedoch, so dass das leichte und schlanke Handy beim Telefonieren gut in der Hand liegt.

Selbst bei festerem Druck auf Vorder- und Rückseite wackelt oder knarzt nichts – die Verarbeitung stimmt. Bei den Spaltmaßen fällt ein verhältnismäßig großer Abstand zwischen unterem Displayrand und Tastaturfeld auf. Auch um den runden Navigationskey und zwischen Softtasten und numerischem Tastenfeld ist ein Spalt, in dem sich schnell Dreck und Fusseln sammeln können. Ebenso verzichtete Sony Ericsson bei seinem S312 auf eine Abdeckung des Netzteils, so dass auch hier Staub ins Handyinnere eindringen kann. Der Netzstecker ist, wie von Sony Ericsson gewohnt, breit und mit zusätzlichen Halterungen gefertigt und lässt sich dadurch fest und ohne Wackeln an das Handy anschließen. An der rechten Außenseite des S312 befindet sich zuoberst eine Wipptaste zur Lautstärkeregelung. Auffallend und ungewöhnlich sind die beiden darunterliegenden Tasten: Bei der oberen handelt es sich um eine kleine runde Taste zum Umschalten vom Kamera- in den Videomodus; bei der unteren, durchsichtig grasgrün leuchtenden um die Kamerataste. Diese ragt ein Stück weit aus dem Gehäuse, so dass es sich beim Transport des Handys in der Tasche empfiehlt, die automatische Tastensperre zu aktivieren, da das Handy ansonsten ungewollte Schnappschüsse vom Tascheninneren produzieren und so unnötig Strom fressen könnte.

Sony Ericsson S312Am linken Handyrand befindet sich der schon erwähnte Steckplatz für das Netzteil, darunter eine Öse zum Anbringen einer Handschlaufe oder Handyschmuck. Am oberen Rand der Handyrückseite sind die runde Linse der 2.0-Megapixel-Kamera und daneben eine Fotoleuchte angesiedelt. Trägt man das S312 ohne weiteren Schutz in der Handtasche, wird die Linse vermutlich schnell zerkratzen, da sie weder durch eine Abdeckung geschützt, noch in der Rückseite versenkt ist. Unter der Linse befindet sich ein Sony Ericsson-Schriftzug sowie das vertraute grün-silberne Logo des Herstellers. Direkt unter dem Display sind eine rechte und eine linke Softtaste, darunter die silbernen Anruf- und Beenden-/Aus-Tasten. Unter diesen sind links eine Verknüpfungstaste und rechts die Löschtaste angebracht. Auf dem alphanumerischen Tastenfeld reihen sich jeweils drei Tasten auf einer gewölbten Oberfläche aneinander. Die Tasten sind nicht gummiert und fühlen sich sehr nach Plastik und somit nicht sehr hochwertig an. Sie haben allerdings einen gleichmäßigen, nicht zu laschen Druckpunkt. Das Tastaturfeld ist dunkelblau, die Beschriftung silberfarben gehalten. Neben den vier äußeren Tasten am rechten Rand sind zusätzlich grüne Symbole zur Bedienung der Kamerafunktionen aufgedruckt. Leider sind nur die untereinander liegenden Tasten durch die Wölbung haptisch voneinander abgrenzbar. Die nebeneinanderliegenden Tasten lassen sich jedoch nicht einzeln erfühlen, so dass das blinde Verfassen einer SMS nur mit einiger Übung möglich ist.

Auch sind die Tasten recht schmal gehalten, so dass ein dicker Finger Schwierigkeiten mit der Bedienung bekommen könnte. Angenehm groß ist jedoch der runde Navigationskey, der durch einen silbernen Ring dargestellt wird. Obwohl er rund ist, lassen sich Menüpunkte damit präzise ansteuern. Auch die darin liegende O.K.-Taste ist ausreichend groß, so dass man auch mit dickeren Fingern nicht versehentlich auf die Navigationstaste kommt. Der Vibrationsalarm des S312 ist deutlich spür-, jedoch auch durch ein deutliches Summen hörbar, was sich in Besprechungen schon mal als störend erweisen könnte. Er kann ganz ausgeschaltet, zusammen mit dem Rufton eingesetzt oder nur eingeschaltet werden, wenn das Handy sich im Stummmodus befindet.

Die Sprachqualität des Sony Ericsson S312 ist gut bis mittelmäßig. Vom Gegenüber im Festnetz wird die eigene Stimme als hohl und höhenlastig beschrieben. Der Gesprächspartner wiederum klingt leicht verrauscht. Um die Gesprächslautstärke auch einer lauteren Umgebung, beispielsweise Bahnhof oder Bushaltestelle, anzupassen, lässt sich die Lautstärke mit der Wipptaste regeln. Dies funktioniert sehr gut, denn der Lautsprecher ist so leistungsstark, dass die Stimme des Gesprächspartners die Nebengeräusche übertönt. Die Empfangsstärke des S312 erwies sich im Test im E-Plus-Netz als mittelmäßig, in den stärkeren D-Netzen jedoch als sehr gut. Laut Sony Ericsson erreicht man mit dem Barren eine Gesprächszeit von bis zu acht Stunden und eine Standby-Zeit von bis zu 400 Stunden, was einen guten Wert darstellt. Im Test hielt der Akku jedoch nicht länger als zwei Tage, was jedoch daran liegen kann, dass er noch „untrainiert“ war.

Laut Hersteller hat das Handy hat einen SAR-Wert von 0,71 W/kg.

Sony Ericsson S312Das TFT-Display gibt 262.144 Farben bei einer Auflösung von 176 x 220 Pixel wieder. Die Farbqualität ist leuchtend und ansprechend, allerdings wirkt die Auflösung bei genauerem Hinsehen ein wenig pixelig. Da der 3,2 cm breite und 4,0 cm hohe Screen jedoch nicht in erster Linie für Anwendungen mit einer aufwändigen Grafikdarstellung ausgelegt ist, dürfte dies zu verschmerzen sein. Bei indirekter Beleuchtung lässt sich das Display gut ablesen. Schwieriger wird die Ablesbarkeit schon bei Glühlampenlicht, besonders wenn es von der Seite einfällt. Schlecht sieht es bei direkter Sonneneinstrahlung aufgrund der stark spiegelnden Oberfläche aus – hier ist fast nichts mehr zu erkennen. Im Dunkeln betrachtet, kommt die leuchtende Farbwiedergabe des Screens gut zur Geltung. Da auch die Tastatursymbole von unten orangefarben beleuchtet werden, lässt sich das S312 in dunkler Umgebung insgesamt gut bedienen. Die Ausleuchtung ist jedoch nicht ganz gleichmäßig, sie wird zum Rand hin etwas dunkler. Auch fiel beim Testmodell auf, dass die Beleuchtung der Anruftaste deutlich dunkler erschien als die der übrigen Tastatur.

Um die Displayhelligkeit der Umgebung anzupassen, kann sie in vier Stufen eingestellt werden. Wer es ein wenig abwechslungsreicher mag, hat die Möglichkeit, den Hintergrund mit Bildern aus dem Datei-Manager oder Designs zu verschönern oder sich weitere Bilder aus dem Internet herunterzuladen. Auch eine Zufallswiedergabe der Hintergrundbilder ist möglich. Der Nutzer kann zwischen den vier Handydesigns „Focus“, „Clarity“, „Glimmer“ oder „Mirror flake“ wählen. Auch der Startbildschirm lässt sich mit Bildern verändern. Als Bildschirmschoner kann man gespeicherte Schoner aus dem Datei-Manager wählen und den Sony Ericsson-typischen Bildschirmschoner, eine Diashow oder den Normalbildschirm anzeigen lassen. Das Sony Ericsson S312 verfügt über eine 2.0-Megapixel-Kamera, die Fotos in einer Auflösung von bis zu 1600 x 1200 Pixel aufnehmen kann. Ein 2.5-fach Digital-Zoom ist auch mit an Bord, lässt sich allerdings nur bei einer Bildauflösung von bis zu 640 x 480 Pixel nutzen. Als Auslöser dient wahlweise die O.K.- oder die grüne Kamerataste. In etwa einer Sekunde Auslösezeit, bei höchster Bildgröße, ist das Bild im Kasten. Das Display fungiert als Sucher. Entsprechend der geringen Displaygröße wird naturgemäß auch der Bildausschnitt klein und somit ziemlich detaillos dargestellt. Auf dem Bildschirmrand werden kleine Vorinformationen, wie beispielsweise Bildgröße oder Weißabgleich, angezeigt. Der linke Softkey ist mit den Einstellungsoptionen belegt, mit der Navigationstaste lassen sich Kamera-, Video- und Abspielmodus einstellen. Der rechte Softkey bedient die Zurückfunktion. Zusätzlich gibt es die schon erwähnten Schnellfunktionen auf der alphanumerischen Tastatur, zum Beispiel zum schnellen Einschalten der Fotoleuchte, Weißabgleich und Selbstauslöser. Die Kamera verfügt über folgende Einstellungsmöglichkeiten:

 

  • Aufnahmemodi (Normal, Bildfolge)
  • Bildgröße (1600 x 1200, 1280 x 1024, 640 x 480 Pixel)
  • Selbstauslöser (Aus, 5 Sek., 10 Sek., 15 Sek.)
  • Fotoqualität (Fein, Normal)
  • Speicherziel (Speicherkarte, Telefonspeicher)
  • Verschlusston (Ein, Aus)
  • Effekte (Aus, Sepia, Negativ, Schwarzweiß)

Die geschossenen Fotos lassen sich im Anschluss als Diashow anzeigen oder mit dem Programm „Foto Fix“, bei Unterbelichtung automatisch verbessern. Bilder werden im JPEG-Format aufgenommen und können auf Wunsch direkt an Blogs versandt werden. Auch Videos kann man mit dem S312 im 3GP-Format aufnehmen. Hier gibt es folgende Einstellungsmöglichkeiten:

  • Videolänge (Normal, für MMS)
  • Leuchte (Aus, Ein)
  • Speicherziel (Speicherkarte, Telefonspeicher)
  • Mikrofon (Ein, Aus)

Wählt man den Telefonspeicher als Speicherziel, werden sowohl Fotos als auch Videos automatisch im Albumordner abgelegt, obwohl es zusätzlich einen Videoordner und einen Bilderordner gibt. Sie können jedoch im Nachhinein in einen dieser Ordner verschoben werden. Die Qualität der geschossenen Fotos ist mäßig, verglichen mit dem, was Sony Ericsson schon bei anderen 2.0-Megapixel-Kamera-Handys präsentiert hat. Die Fotos lassen, auf einem Computermonitor betrachtet, auch bei optimaler Ausleuchtung eine leichte Unschärfe erkennen; entfernte Details sind kaum erkennbar. Noch unschärfer wirken die Bilder, wenn sie bei schlechter Beleuchtung aufgenommen werden. Hier nützt auch die Fotoleuchte wenig, denn ihre Leuchtkraft reicht lediglich für Objekte, die nicht weiter als einen Meter entfernt sind. Für das spontane Foto am Strand reicht es jedoch – die Fotos haben eine gute Schnappschussqualität, sind jedoch nicht zu vergleichen mit dem, was die Cybershot-Modelle von Sony Ericsson leisten.

Zur Betrachtung der aufgenommenen Videos erweist sich das Display als recht klein. Videos ließen sich im Test nur aus dem Albumordner heraus per Bluetooth versenden. Versuchte man es direkt aus der Kamerafunktion heraus (diese Option ist gegeben), kam die Meldung: „Setup nötig. Infos vom Betreiber oder unter www.sonyericsson.com/support.“ Dort war das Handymodell zum Testzeitpunkt jedoch noch nicht im Downloadbereich verzeichnet. Wirken Videos auf dem kleinen Handydisplay noch recht ansprechend, sind sie auf dem Computerbildschirm so unscharf, dass selbst von geringem Spaßfaktor bei der Betrachtung kaum mehr zu reden ist. Hier muss Sony Ericsson deutlich nachbessern, denn dass mehr an Qualität möglich ist, bewiesen bereits etliche Vorgänger des S312.

Wer mit Sony Ericsson-Handys vertraut ist, wird sich auch im Menü des S312 schnell zurechtfinden. Die zwölf Icons des Hauptmenüs beinhalten die Funktionen: PlayNow, Internet, Unterhaltung, Kamera, Nachrichten, Musikplayer, Datei-Manager, Kontakte, UKW-Radio, Anrufe, Organizer und Einstellungen. Die Menüreihenfolge ist nicht änderbar.

Unter den einzelnen Icons verbergen sich Listenmenüs, die durch Registerkarten am oberen Bildschirmrand aufgeteilt sind. Die Anordnung der Menüpunkte ist logisch, so dass sich weitestgehend alles sofort finden lässt. Das Scrollen, sowohl durch das Haupt- als auch durch die Listenmenüs, erweist sich zeitweilig als ziemlich ruckelige Angelegenheit. Hier scheint der Arbeitsspeicher des Handys seiner Aufgabe nicht immer so ganz gewachsen zu sein. Besonders in Listenmenüs, die kleine Vorschaubilder enthalten (z.B. Albumordner), wird dieses deutlich. Nervig ist, dass sich das Handy nach einigen Sekunden der Nichtbenutzung immer wieder automatisch in den Standby-Modus verabschiedet und nicht beim gerade verwendeten Menüpunkt verweilt. Hat man das Handy nur einmal kurz zur Seite gelegt, kann man bei der Suche nach einem bestimmten Menüpunkt also wieder von vorne beginnen.

Der Weg zum Schreiben einer SMS ist kurz. Im Hauptmenü springt der Cursor automatisch zuerst auf das Icon „Nachrichten“, von wo aus man eine SMS verfassen kann. Alternativ kann eine der vier Schnellzugriffsfunktionen, mit denen die Navigationstaste belegt werden kann, mit der SMS-Funktion verknüpft werden. Weitere Schnellzugriffe bietet die Verknüpfungsmenütaste. Von hieraus kann auf TrackID, Bluetooth, Alarm, Profile, Aufgaben und Sound aufnehmen direkt zugegriffen werden. Im Standby-Bildschirm ist die linke Softtaste mit dem Album, die O.K.-Taste mit dem Hauptmenü und die rechte Softtaste mit den Kontakten belegt. Schriftgröße und Schriftart der Menüs lassen sich nicht verändern. Die Schrift ist aber ohnehin so groß, dass sie auch ein fehlsichtiger Mensch mit Sehhilfe lesen können sollte.

Um die eigene Rufnummer zu unterdrücken, geht man in die Einstellungen im Hauptmenü. Hier wählt man die Registerkarte „Anrufe“ und scrollt zu „Nr. zeigen/unterdrücken“. Die Anruflisten findet man im Hauptmenü unter dem Icon „Anrufe“. Wahlweise können hier alle Anrufe, angenommene Anrufe, gewählte Nummern und unbeantwortete Anrufe mit Datum und Uhrzeit angezeigt werden. Dank eines integrierten Wörterbuches (ähnlich der T9 Funktion), das jedoch auch abgeschaltet werden kann, gestaltet sich das Verfassen einer SMS oder MMS als simpel. In der Option „Textformat“ lassen sich Kleinbuchstaben, Textausrichtung, Schriftgröße und Format einstellen. Diese Einstellungsmöglichkeiten wären auch für die restlichen Handymenüs wünschenswert. Einer Nachricht können Symbole und Objekte (Piktogramme, Soundeffekte, Visitenkarten, Kalender und Dateien aus dem Datei-Manager) hinzugefügt werden. Ist die angehängte Datei zu groß für eine SMS, wird die Datei als „nicht verfügbar“ angezeigt. Eine Nachricht kann an beliebig viele Kontakte versendet werden. Verwunderlich ist, dass beim Verfassen einer SMS im Textfenster weder die verfügbare Zeichenanzahl, noch die für die SMS verbleibenden Zeichen, geschweige denn die Anzahl der schon verfassten SMS angezeigt wird.

Um eine E-Mail verfassen zu können, muss zuerst ein Konto eingerichtet werden. Dieses muss manuell geschehen, denn einen Assistenten hierfür gibt es nicht, so dass sich diese Prozedur etwas langwieriger gestaltet. Der Nutzer kann beliebig viele Konten einrichten. Es werden sowohl IMAP4-, als auch SMTP-Server unterstützt. Einer E-Mail können Symbole und Objekte, wie Fotos, Videos, Sounds, Visitenkarte oder Kalenderdaten, hinzugefügt werden. Videos, Fotos und Sounds lassen sich auch direkt unter den E-Mail-Optionen aufnehmen. Auf dem S312 sind 15 Ruftöne und Nachrichtensignale im MP3-, MIDI- und M4A-Format vorhanden. Die Ruftöne werden klar und je nach Einstellung sehr laut wiedergegeben. Allerdings neigt der Handylautsprecher bei lauteren Tönen etwas zum Schnarren. Um eine versehentliche Bedienung der Tastatur beim Tragen des Handys in der Tasche zu verhindern, verfügt es über eine automatische Tastensperre, die ein- oder abgeschaltet werden kann. Diese sperrt die Tastatur nach einer, bis zu 60 Sekunden flexibel einstellbaren Zeit. Die Tastatur wird durch Drücken der Stern- und anschließendes Drücken der rechten Softtaste wieder entsperrt.

 

An Connectivity-Möglichkeiten bietet das Sony Ericsson S312:

  • GPRS
  • EDGE
  • Bluetooth
  • Massenspeicher
  • USB/POP-Port Schnittstelle
  • Memory Stick Micro

Dank EDGE ist der Nutzer etwas schneller im Internet unterwegs als mit bloßer GPRS-Unterstützung. Auf UMTS oder gar HSDPA müssen Anwender jedoch verzichten. Surfen im WWW ist aufgrund des doch recht kleinen Displays nicht die größte Stärke des S312 – für die Gelegenheitssurfer reicht es jedoch.

Der Aufbau einer Bluetooth-Verbindung gelang im Test sowohl zu einem Notebook als auch zu einem Samsung SGH-D730 reibungslos. Auch größere Dateien konnten auf diesem Wege schnell übertragen werden. Die Massenspeicherfunktion des Handys bietet eine weitere Möglichkeit, Dateien auf einfachem Wege via USB-Datenkabel vom Handy auf das Notebook und umgekehrt zu übertragen. Da leider kein USB-Datenkabel im Lieferumfang enthalten ist, konnte dies jedoch nicht getestet werden. Auch eine CD mit Synchronisationssoftware befindet sich nicht im Zubehör. Zum Zeitpunkt des Tests war das S312 noch nicht in der Download-Area auf der Sony Ericsson-Homepage verzeichnet, so dass auf einen Test der Synchronisationsfähigkeiten des Handys verzichtet werden musste. Wem der 15 Megabyte kleine Speicher des Handys zu gering ist, der kann diesen durch einen bis zu 2 Gigabyte großen Memory Stick Micro aufrüsten, um mehr Musik oder Fotos zu speichern.

Sony Ericsson S312
Sony Ericsson S312
Sony Ericsson S312

Über Sprachwahl- oder Sprachsteuerungsfunktionen verfügt das Sony Ericsson S312 nicht. Wer Sprachmemos aufnehmen möchte, kann dieses mit der Sprachaufzeichnung in einer Länge bis zu 30 Sekunden tun. In die integrierte Freisprechfunktion des Handys kommt man während des Telefonates über die rechte Softtaste. Für den Einsatz in einem ruhigen Raum ist die Funktion durchaus geeignet, im Auto empfiehlt sich jedoch der Einsatz eines Headsets. Im S312 sind die Profile Normal, Meeting, Draußen, Headset, Zuhause und Büro voreingestellt. Die Einstellungen des einzelnen Profils können nach eigenen Bedürfnissen geändert werden. Neue Profile lassen sich nicht erstellen. Auch ist keine zeitgesteuerte Profilauswahl möglich.

Unter dem Menüpunkt „Kontakte“ verbirgt sich das Telefonbuch des Handys. Ist ein Kontakt direkt auf dem Handy gespeichert, können ihm zahlreiche Informationen hinzugefügt werden: Nachname, Vorname, Nummer, neue Nummer, neue E-Mail, Webadresse, Bild, Rufton, Firma, Straße, PLZ, Ort, Bundesland, Land, Info und Geburtstag. Auf das Kontaktverzeichnis kann der Nutzer auch während eines Telefonates zugreifen. Der Organizer des Barrenhandys beinhaltet die Funktionen Alarm, Anwendungen, Kalender, Aufgaben, Timer, Stoppuhr, Taschenlampe und Rechner. Um sanft geweckt zu werden, kann dem Alarm ein beliebiger Rufton oder das UKW-Radio zugeordnet werden. Außerdem lassen sich Zeit und Wiederholung einstellen. Mager ist, dass sich nur ein einzelner Alarm einstellen lässt.

In den Anwendungen findet man den Browser Opera Mini in Version 4.1 zum Surfen im Internet sowie einen sehr praktischen Converter, der Strecken, Volumen, Gewichte, Temperaturen, Geschwindigkeiten, Fläche oder Trinkgelder umrechnen kann. In den Kalender lassen sich Termine, Meetings, Geburtstage, Urlaube, Reisen, unbekannte und andere Termine eintragen. Dies kann als Sprach- oder auch Texteintrag geschehen. Einem Termin können Beschreibung, Datum, Anfangszeit, Endzeit, Betreff, Erinnerung und Wiederholung hinzugefügt werden. Praktisch ist, dass die Tagesansicht sehr ausführlich in Spalten mit den jeweiligen Terminen angezeigt wird. Auch Aufgaben kann der Nutzer als Text- oder Sprachaufgabe verfassen. Uhrzeit und Datum werden digital im Standby-Bildschirm angezeigt. In den Menüebenen fehlt eine Anzeige von Uhrzeit und Datum. Es lassen sich eine Zeitzone, eine Auto-Zeitzone sowie Sommer- und Winterzeit einstellen.

Sony Ericsson S312
Sony Ericsson S312

Als Spiele sind „NitroStreet Racing“, „Guitar Rock Tour“ und „Sudoku“ auf dem S312 installiert. Bei „NitroStreet Racing“ handelt es sich um ein klassisches Autorennen mit ansprechender Grafik. Der Spaßfaktor ist hier recht hoch. Zum Spielen von „Guitar Rock Tour“ braucht es ein wenig Übung, um Töne auf einem imaginären Griffbrett zu treffen. „Sudoku“ ist ein grafisch einfach gestaltetes Spiel und guter Pausenfüller für Sudoku-Fans. Über den Hauptmenüpunkt PlayNow gelangt man direkt in einen Online Entertainment-Shop von Sony Ericsson, aus dem man sich Spiele, Themes, Musik, Klingeltöne und Wallpapers zum Teil kostenlos, zum Teil jedoch auch kostenpflichtig, auf sein Handy herunterladen kann. Das Programm TrackID ermöglicht eine leichte Titelsuche, indem es Titel, Interpret und Album beim Abspielen eines Songs erkennt. Die Übertragung von Musikdateien auf das S312 ist über Sony Ericsson S312Bluetooth oder USB-Datenkabel möglich. Da das Handy als Massenspeicher erkannt wird, geht dies auch ohne zusätzliche Synchronisationssoftware.

Sony Ericsson S312Unter den Optionen des Musikplayers finden sich die gespeicherten Musikstücke im Register „Meine Musik“, geordnet nach Interpreten, Alben, Tracks, meine Playlists (von denen beliebig viele erstellt werden können) und Onlinekanäle. Als Abspielmodus kann zwischen Zufallswiedergabe und Schleife gewählt werden. Beide Modi lassen sich jedoch auch ausschalten. Ein Equalizer ermöglicht die Klangspektren Neutral, Bass, Höhen, Klassik, Pop, Rock, Jazz, Disco, Stimme und Old Time. Außerdem kann ein Stereo-Raumklang eingestellt werden. Während der Wiedergabe werden Interpret, Titel und Album angezeigt. Im Datei-Manager können, neben dem vorhandenen Musikordner, weitere Ordner zur Speicherung von Musikstücken, angelegt werden. Der häufige Einsatz des MP3-Players geht deutlich zulasten der Akkulaufzeit. Die Klangqualität ist ordentlich, bei genauerem Hinhören jedoch etwas blechern und topfig. Lautstärkemäßig bringt der Lautsprecher eine ordentliche Leistung, fängt bei hoher Lautstärke jedoch an zu schnarren. Da kein Headset mitgeliefert wurde, konnte die Klangqualität hierüber nicht getestet werden. Auch auf einen Test des UKW-Radios musste verzichtet werden, da hierfür ebenfalls ein Headset als Antennen-Ersatz benötigt wird. Lieder lassen sich direkt über den Musikordner anwählen, es wird in diesem Fall jedoch nicht die Oberfläche des Musikplayers angezeigt. Alternativ wählt man sie über „meine Musik“ im Player an und hat so das ganze Einstellungsspektrum des Musikplayers zur Verfügung. Das Handy spielt Musik lediglich in den Formaten AAC, AAC+, MP3 und M4A ab und kann somit hinsichtlich seiner Bandbreite nicht mit ausgezeichneten Walkman-Handys mithalten.

Sony Ericsson S312

Dass Sony Ericsson sein S312 vorrangig mit der Kamerafunktion umwirbt ist erstaunlich, denn genau hier liegen die Schwächen des Barrenhandys. Knappe Einstellungs- und Nachbearbeitungsmöglichkeiten sowie eine mäßige Bildqualität bescheinigen der 2.0-Megapixel-Kamera allenfalls Schnappschusstauglichkeit. Passabler ist da die Auswahl an Officefunktionen – trotz Einstufung des Handys im Einsteigerbereich bleiben hier kaum Wünsche offen. Die Verarbeitung des Handys ist bis auf ein paar Kleinigkeiten gut und die Optik gelungen. Träge und ruckelig zeigt sich der Barren beim Steuern durch Icon- und Listenmenüs. Besonders Listenmenüs mit grafischen Zusätzen brauchen schon einmal etwas länger zum Aufbau. Der Musikplayer bringt eine gute Qualität, wenngleich diese nicht mit der eines Walkmanhandys mithalten kann. Das Sony Ericsson S312 ist also eher für den Nutzer geeignet, der sein Handy hauptsächlich zum Telefonieren benutzen möchte. Multimediafans, eingefleischte Internetsurfer und Spielefreaks werden, schon aufgrund des 2.0 Zoll kleinen Displays, wohl eher zu einem Handy aus der höheren Preisklasse greifen.

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