Test des Sony Ericsson K850i

20 Minuten

Sony Ericsson k850i: Draufsicht

Lange Zeit sah es so aus, als könne nichts und niemand den Aufstieg von Sony Ericsson als „die Entertainment-Marke bei Handys" stoppen. War schon das T68i eine Kampfansage an den Wettbewerb, ging es so munter weiter: Walkman und Cybershot sind nicht nur Markennamen, sondern auch immer technische Statements. Doch seit Nokia, lange genug paralysiert, mit dem N95 und damit mit einem 5-Megapixel-Handy wieder die Obermarke setzte, wartete die Fangemeinde auf ein entsprechendes Pendant der japanisch-schwedischen Ingenieure. Mit dem K850i, das nun endlich im Handel ist, kommt Sony Ericsson nun ein Jahr später ebenfalls in der Liga der hoch auflösenden Gentlemen an. Zu spät? Das wird der inside-digital.de-Test klären.Sony Ericsson k850i: VerpackungLack, wohin das Auge schaut: Nicht nur das Handy, selbst die Umverpackung kommt schwarz, hoch glänzend und edel daher. Das Design des K850i, bei uns in schwarz eingetroffen, findet sich sogar in den grünen Rallyestreifen wieder, die Mobiltelefon und Schachtel gleichermaßen tragen.

Einmal geöffnet, sieht man sich zunächst dem in schwarzen Lack-Karton eingebetteten Telefon gegenüber. Direkt darunter findet man das mitgelieferte Zubehör: Ein Stereo-Headset mit Rufannahmetaste, jedoch leider ohne Anschluss für ein anderen Kopfhörer. Ebenfalls dabei ist eine Speicherkarte, deren Größe hier 512 Megabyte beträgt, sich jedoch vermutlich von Netzbetreiber zu Netzbetreiber unterscheiden wird. Ansonsten erwartet den Käufer „das Übliche": Ladegerät, Handbuch und Software. Da fehlt nichts.

Sony Ericsson k850i: Lieferumfang
Sony Ericsson k850i: offenes Gerät hinten

Sony Ericsson k850i: TastaturEndlich mal wirkliche News von der Akkuklappen-Front: Hier hat mal jemand das Konzept neu durchdacht und die Zufuhr von Batterie, SIM-Karte und Speicherkarte an den Fuß des Handys verbannt. Alle drei Dinge werden eingeschoben, und das so einfach und schnell, dass man sich unweigerlich fragt, warum das nicht schon lange zuvor gemacht wurde. Die Klappe selbst wird zunächst geschoben und dann nach oben gedrückt – das klingt komplizierter als es ist.

Das K850i sieht keineswegs so aus wie ein aufgebohrtes K800i, wobei dieses Prädikat ja nun auch schon dem K810i gehört. Das Mobiltelefon kommt gänzlich in schwarzem Schleiflack daher, die einzigen abweichenden Farben liefern die Tasten, der seitlich glänzende Streifen, der Navi-Ring sowie, natürlich, das eingeschaltete Display. Der Haken an der ganzen Angelegenheit: Ohne ein Wischtusch kommt der K850i-Beistzer kaum aus, ist doch nach jeder Berührung umgehend ein verdächtiger Abdruck auf dem Telefon zu sehen.
Das Gerät selbst ist, und das überrascht, recht schwer. Das ist jedoch kein Minuspunkt, verleiht das Gewicht doch einmal mehr den Eindruck, etwas wirklich Wertiges in der Hand zu halten.

Sony Ericsson k850i: GrößenverhältnisDie Aufteilung der Vorderseite ist zugunsten des Displays und damit zu ungunsten der Tastatur verschoben worden. Das denkt man zumindest erst einmal. Aber hier fehlt schlicht und einfach nur das sonst bei praktisch jedem Handy vorhandene Steuerkreuz. Das findet man nun inmitten der oberen Tasten wieder, sehr zum Erstaunen vieler Kunden, die hier eine klare Trennung gewohnt sind.

Doch nicht nur das Steuerkreuz ist nicht mehr da, wo es mal war, auch die anderen Tasten verhalten sich ungewöhnlich. So sind als Softkeys sowie als Bestätigungstaste berührungsempfindliche Punkte direkt unter dem Display eingelassen worden, die man recht präzise antippen sollte, um Erfolg zu haben.

Ebenfalls eine Besonderheit sind die Rufannahme- und Beenden-Taste, die nun mal wieder beide einen Hörer erhalten haben. Für den Sony Ericsson-Puristen sicherlich kein Kaufgrund, für die Siemens-Umsteiger hingegen bestimmt.

An der Unterseite des Handys ist der ungeschützte Anschluss für ein Lade- oder Datenkabel, oben können M2-Speicherkarten eingeschoben werden, der Rest des Handys ist frei von Anschlüssen. An der Oberkante ist der etwas klein geratener An- und Ausschalter, den man nur mit Fingerspitzengefühl gut bedienen kann. Auf der rechten Seite findet man den Kippschalter für die Lautstärke. Die Spaltmaße sind sehr gering und die Tasten weisen keinerlei Angriffsflächen für Schmutz und Staub auf. Das Handy wirkt sehr robust. Es scheint auch einen Sturz ohne größere Schäden überstehen zu können. Kratzer werden Sie jedoch erwarten dürfen – dafür ist die Kunststoffoberfläche nicht stabil genug. Die Anschlussstelle – für Headset, Ladekabel und USB-Kabel auf der Unterseite – lässt sich das Anschließen von Zubehör konfliktfrei gefallen. Es hält gut und kann nicht unbeabsichtigt, etwa in der Tasche, herausrutschen.

Sony Ericsson k850i: AkkuanschlussDas K850i liegt aufgrund seines Gewichts hervorragend in der Hand, die Tasten sind ohne große Verrenkungen erreichbar und auch im Dunkeln gut zu erfühlen. Blind SMS-Tippen ist damit zwar möglich, jedoch aufgrund der Größe der Tasten kein einfaches Unterfangen. Man ahnt mehr, auf der richtigen Taste gelandet zu sein, als es zu wissen.

Auf den ersten Blick verwirrend angelegt sind die Funktionstasten, sind diese doch so dicht an der unteren Displaykante, dass man den Eindruck hat, eher mit einem Touchscreen denn mit einer Sensortaste zu werkeln. Auch wenn sich der Effekt schnell relativiert, macht er doch einiges von der Coolness des Telefons aus. Nach kurzer Zeit bedient man die Tasten blind. Immerhin ist zwischen den Tasten ausreichend Platz, um nicht aus Versehen falsch zu drücken. Der Vibrationsalarm ist gut spürbar und funktioniert sowohl mit als auch ohne Klingelton.

Eine weitere echte Neuheit im K850i ist der Navigations-Kranz in der Mitte der Tastatur. Da, wo vor kurzem noch ein Joystick Vergnügen bereitete, ist nur inmitten der Tasten eine viereckige Leiste, die den alten Navi-Key ersetzt. Damit zu arbeiten ist gar nicht so schwierig, umso irritierender ist die Verwendung des darüber befindlichen Softkeys als Bestätigungstaste. Der Grund dafür ist simpel: Wenn man seit zehn Jahren immer etwas in der Mitte drückt, macht man das auch noch eine ganze Weile weiter. Im Gegensatz zu einem Telefon wie dem SX1 von Siemens ist die Umgewöhnung jedoch recht zügig vollzogen, und wenn man das Handy nicht so oft wechselt, sollte man sich auch schmerzfrei daran gewöhnen.

Sony Ericsson k850i: HeadsetGute Nachrichten vorab: Die Sprachqualität und der Empfang sind einwandfrei. Man kann seinen Gesprächspartner laut und deutlich verstehen. Sollte dieser mal zu laut werden, braucht man das Gerät nicht weiter vom Ohr weg halten – hier genügt die simple Lautstärkeanpassung mit dem Zeigefinger mittels Kippschalter an der Seite. Auch flüsternde Personen sind gut zu verstehen. Einzig bei starken Nebengeräuschen, etwa auf einem Flughafen oder an einer stark befahrenen Straße reicht die höchste Lautstärke nicht ganz aus. Hier kann jedoch mit dem Headset schnell ausgeholfen werden.

Der Empfang ist gegenüber einem k800i erheblich verbessert worden, und das vor allem in der B-Note. Denn macht das erste Cybershot-Handy gerade im UMTS-Netz keine gute Figur, so bessert sich das Empfangsverhalten nun spürbar. In schwachen Netzen, an Orten mit schlechtem Empfang oder bei schneller Fortbewegung ist mit dem K850i ein Gesprächsaufbau möglich. Selbst bei geringer Signalstärke ist der Gesprächspartner noch gut zu verstehen. Gesprächs- und Standbyzeit sind mit gemessenen knappen fünf Stunden bzw. 300 Stunden sehr ordentlich. Auch bei hoher Belastung durch die Kamera hält der Akku gut durch, wobei diese Werte eher für den GSM-Betrieb zählen. Hat man das schnellere UMTS aktiviert, wird das Telefon zum Stromfresser, der Akku hält nur noch einen Tag durch.

Sony Ericsson k850i: BeleuchtungDas Display ist mit seinen 240 x 320 Pixeln marktüblich hoch aufgelöst, aber gegenüber den Vorgängern deutlich gewachsen. Farbwiedergabe und Schärfe sind hervorragend. Die Beleuchtung ist ebenfalls exzellent. Bereits bei 60-prozentiger Displaybeleuchtung bekommt man das gleiche Ergebnis wie bei anderen Herstellern, wenn diese das Display voll beleuchten. Die Lesbarkeit bei Sonnenlicht bleibt somit auch gut. Verrenken, um etwas zu erkennen, muss man sich hier nicht. Im Dunkeln ist die Lesbarkeit einwandfrei.
In Sachen Displayeinstellungen hat das K850i nicht viel zu bieten, denn hier greift eine Automatik: Das Display wird immer der jeweiligen Umgebung angepasst, ein entsprechender Sensor ist in der oberen linken Ecke über dem Display zu finden. Gut, ein bisschen was geht schon: verschiedene Designs als auch Hintergrundbild, Startbildschirm und Bildschirmschoner können individuell angepasst werden. Vorgefertigte Profile gibt es einige, diese sind sinnvoll angepasst, können aber auch selbst modifiziert werden. Aufgerufen werden diese übrigens über einen kurzen Druck auf die Ein-/Ausschalttaste.

Kommen wir zum vielleicht wichtigsten Thema des K850i, der Fotografie. Ich schreibe extra „vielleicht", weil das Handy den „unschuldigen Eindruck" eines ganz normalen Barrenhandys macht, sodass man schon nach kurzer Benutzungszeit die sehr hoch aufgelöste Kamera vergisst. Immerhin ist es nicht dicker als andere Handys auch, und das ist im Vergleich zum Nokia N95 ein echter Kaufgrund.

Die Kamera ist weiterhin auf der Rückseite des Geräts untergebracht, ganz dezent als schmales Loch in der Gehäusewand. Der Linsenschutz, der seinerseits hinter einer Plastikscheibe verschwindet, wird nun auch nicht mehr manuell, sondern ausschließlich durch einen Tastendruck elektronisch geregelt. Das mag zwar elegant sein, dürfte jedoch gerade das „spontane" Bild schwieriger machen.

Sony Ericsson k850i: KameraEbenfalls neu: Die Einstellung, ob man Foto oder Video aufnehmen, oder aber das Fotografierte ansehen möchte, erfolgt mithilfe eines kleinen Wahlschalters nahe der Auslösetaste. Wie auch sonst, fehlt doch der Joystick.

Wenn dieses Handy etwas kann, dann ist es fotografieren. An Auflösungen liefert es satte fünf, alternativ auch drei oder ein Megapixel, wer jedoch nur eine Email schicken möchte, der kann sich auch mit VGA-Auflösung bescheiden. Das Display fungiert als Sucher und liefert ein recht genaues Abbild von dem, was einen dann nachher auch auf Computer und Druckerpapier erwarten. Und das ist einwandfrei, ja, dieses Handy hat als erstes Sony Ericsson-Mobiltelefon tatsächlich erstmals den Sprung in die Kamera-Liga geschafft und dürfte den Abschied der einzelnen Kamera offiziell besiegeln.

Wem das Resultat nicht reicht, der kann an zahlreichen Ecken und Enden nachbessern: Die mitglieferten Bildoptimierungen (schwarzweiß, solarisieren, negativ, etc.) lassen kaum Wünsche offen. Wer das Bild insgesamt aufhübschen möchte, der kann mithilfe von „Fotofix" ganz fix grelle Stellen ausmerzen, und den Gesamteindruck spürbar bessern. Auch sonst fehlt nichts: Die Kamera hat eine digitale Zoomfunktion, einen Autofokus (wird vor jedem Bild ausgelöst oder bei halbgedrücktem Knopf eingestellt), einen Makromodus für Nahaufnahmen, einen Nachtmodus für sehr dunkle Aufnahmen, verschiedene Verschlusstöne (erklingen beim Abdrücken), einen Selbstauslöser, Weißabgleich und natürlich ist das Speicherziel frei definierbar.

Wenn das alles noch nicht genügt, bietet die Kamera verschiedene Aufnahmemodi. So z.B. eine Panoramafunktion mit bis zu drei Bildern nebeneinander und eine schnelle Bildfolge, als Best Pic bereits im Markt eingeführt. Der Clou: Neun Bilder nimmt die integrierte Kamera auf, und das in solider 5-Megapixel-Qualität.

Gute Nachrichten auch von einer anderen Front: Endlich hat sich auch etwas an der Videoauflösung sowie der Qualität getan. Ein Video kann maximal mit 320 x 240 Pixel aufgenommen werden, was nicht nur QVGA-Qualität, sondern in Hinblick auf die anderen Hersteller ein echtes Aufholen bedeutet. Einholen ist das zwar nicht, liegt doch Nokia nunmehr mit VGA-Videos wieder vorne, aber die Bilder können sich trotzdem sehen lassen.

Alle Bilder und Videos werden bevorzugt auf der Speicherkarte abgelegt, welche heutzutage für einen Musik- und/oder Fotofreund ein praktisch unverzichtbares Extra darstellt. Ob die mitgelieferten 512 Megabyte reichen, steht noch abzuwarten, aber dem kostenlosen Gaul schaut man ja auch nicht in die Satteltaschen, oder so ähnlich.

Sony Ericsson k850i: Schloss
Sony Ericsson k850i: Menü
Sony Ericsson k850i: Unterhaltung
Sony Ericsson k850i: Tennis
Sony Ericsson k850i: Neue Nachricht
Sony Ericsson k850i: Musik Player
Sony Ericsson k850i: Radio
Sony Ericsson k850i: Organizer
Sony Ericsson k850i: Kalender
Sony Ericsson k850i: Verbindungen
Sony Ericsson k850i: Profile
Sony Ericsson k850i: Einstellungen
Sony Ericsson k850i: Anwendungen

In das Menü geht es schnell, wenn auch die ersten Male noch nicht so intuitiv: Einmal mehr ist es die über dem Navigationskreuz befindliche Taste, die den Anwender dort hinbringt, und einmal mehr haut man erst einmal intuitiv in die Mitte, wo sich die Tasten 2 und 5 befinden. Das Menü selbst ist auf den ersten Blick vertraut: Da lachen einen die gleichen kleinen Icons an wie schon bei den Vorgängern, halt alle ein wenig größer, da ja auch die Displayfläche Zuwachs bekommen hat. Das Menü selbst ist übersichtlich auf einer Seite dargestellt, hierbei kommen satte fünf verschiedene Flash-Themes zum Einsatz, die eigens für das K850i entwickelt wurden. Man kann durch Drücken einer Zahl direkt in ein bestimmtes Menü gelangen, etwa die „5" für die Nachrichten. Alternativ kann man über die Navigationstasten steuern.

Die Untermenüs sind, wie schon bei anderen Sony Ericsson Handys, variabel aufgebaut. Gewöhnlich sind die einzelnen Punkte untereinander angeordnet, die Anrufe und Optionen haben jedoch zusätzlich Registerkarten, welche sich durch horizontales Navigieren erreichen lassen. Die Weglängen sind erträglich, allerdings braucht man etwa zur Auswahl eines Bildschirmschoners mindestens acht Klicks zuzüglich der Wahl des entsprechenden Bildes. Dafür gibt es im Gegenzug viele Schnellzugriffsfunktionen. Da wären etwa die vier frei definierbaren Richtungstasten des Navigationstaste, die Verknüpfungstaste, welche schnellen Zugriff auf wiederum frei wählbare Funktionen bietet oder die Kurzwahlfunktion der Ziffern „2" bis „9".

Während das Menü selbst ziemlich nach einen „klassischen" Sony Ericsson Handy aussieht, startet die echte Neuerung mit Aufruf des Menüpunkts „Medien". Hier kommt nämlich nach dem W910i zum zweiten Mal die neue, von der Playstation abgeguckte Menüführung zum Einsatz. Die Bedienung ist denkbar simpel, man scrollt mit dem Navi-Viereck einfach nach oben und unten, und wählt jeweils den gewünschten Menüpunkt durch Klicken nach rechts aus. Der Clou hier ist jedoch nicht allein die stylische Oberfläche, die alleine schon einen großen Pluspunkt in Hinsicht auf Bedienbarkeit scheinbar „komplexer" Dinge wie einem mobilen Musikspieler mitbringt. Cool ist vielmehr, dass der integrierte Bewegungssensor ein Drehen des Handys wahrnimmt und das Menü automatisch mitkippt. Das geschieht zwar nur bei einer Linksbewegung, aber immerhin: Es ist ein klein wenig iPhone-Feeling auf einem so viel günstigeren Mobiltelefon.

Doch das K850i will sich nicht nur als Multimedia-Maschine in den Markt einbringen, sondern auch als Energiesparer: Drückt man mal für zehn Sekunden keine Taste, schaltet sich das Display aus. Das ist nur theoretisch prima, denn in der Praxis bewährt es sich nur zum Teil: Selbst wenn man bei einem Handyspiel längere Zeit keine Taste drücken muss, aber durchaus dem Spielverlauf folgen möchte, geht das Display aus. Das ist dann natürlich nicht im Sinne der Erfinder, zumindest nicht im Sinne der Handyspiele-Erfinder.

Das Schreiben von Textnachrichten ist denkbar einfach. Die Eingabehilfe ist lernfähig, die Tasten gut und schnell zu drücken. Während der letzten 20 Zeichen macht der Zeichenzähler darauf aufmerksam und ein Ton erklingt, sobald das Ende der ersten SMS erreicht ist und eine neue beginnt. Einen durchgehenden Zähler kann man leider nicht zuschalten, was Anwender ohne SMS-Flatrate dann zwingt, noch mal den Inhalt umzustellen, um die 160 Zeichen nicht zu überschreiten.

Die Anruflisten erreicht man schnell über die Rufannahmetaste und kann dort durch die vier Register (Alle, Angenommen, Gewählt und Unbeantwortet) navigieren.
Überall, wo das Dateisystem benötigt wird, etwa beim Einfügen von Bildern, beim Anschauen des Fotoalbums oder der Auswahl eines Hintergrundbildes kommt das gleiche Interface zur Geltung, was die Suche vereinfacht. Überaus positiv zu bewerten ist auch das Hilfesystem. Wo immer ein Punkt unklar ist, gibt es eine Information zu der entsprechenden Einstellung. Sollte mal eine noch unbelegte Taste gedrückt oder eine Funktion ausgewählt werden, die weitere Einstellungen benötigt, wird das erklärt und eine Lösung angeboten. So wird man bei nicht eingestecktem Headset und der Auswahl des Radios darauf hingewiesen, dass dieses unbedingt benötigt wird, da dort die Antenne integriert ist.

Zurück zum Thema Multimedia, ist doch das K850i auch musiktechnisch sehr ordentlich ausgestattet. Zwar verfügt das Handy nicht über eine dezidierte Musiktaste wie eines aus der Walkman-Kollektion, welche den Musikspieler öffnet, doch kann man sich dafür ja des Kurzwahl-Menüs bemächtigen.
Mit dem Kippschalter an der rechten Seite kann man neben der Lautstärkeregelung während des Musikhörens auch durch längeres Drücken zum vorherigen oder nächsten Titel springen. Die Lautstärke des integrierten Lautsprechers ist übrigens erstaunlich: Nur wenige Handys sind auch derart gut zur Beschallung größerer Räume geeignet wie die aktuellen Modell des schwedisch-japanischen Joint-Ventures.

Das Headset ist leicht anzuschließen und lässt sich auch einfach in den Ohren und an der Kleidung befestigen, so dass das Mikrofon immer in Hörweite ist. Will man allerdings die Sprachwahl nutzen, muss man zuerst einen kleinen Knopf am Headset drücken, der durch die runde Form nicht ohne weiteres zu finden ist.

Sony Ericsson k850i: USB-KabelVerbindungen zu Schaffen ist eine Stärke des K850i: Ob GPRS, EDGE oder UMTS, alles hat im Gehäuse seinen Platz gefunden. Doch nicht nur das, es bietet sogar schon Verbindungen mit einer Geschwindigkeit im DSL-Bereich, denn selbst HSDPA findet hier eine Schnittstelle. Was fehlt, ist WLAN, doch dürfte das bei einem Handy dieser Größe eher ein Kuriosum denn ein sinnvolles Feature sein. Fazit: Alles drin, gut gemacht.

Auch die Kommunikation zu anderer Hardware ist eine seiner Stärken. Durch seine Bluetoothschnittstelle erfüllt es alle Voraussetzungen für gute Kommunikation im Jahr 2007, ist die Nachfrage nach Infrarot-Schnittstellen doch inzwischen unterirdisch niedrig. Die Verbindung mit anderen Handys funktionierte dabei genauso hervorragend wie mit einem PC, Mac oder Headset. Zusätzlich sorgt das USB-Kabel für problemfreie Kommunikation zwischen PC und Handy, welche jetzt auch einen echten Geschwindigkeitschub erhalten hat. Vor allem wenn es um größere Datenmengen geht, etwa beim Überspielen von MP3-Dateien. Das geschieht jetzt dank USB 2.0 innerhalb von Sekunden. Weiterhin ist die Synchronisation mit PC oder PDA möglich, auch das Empfangen und Senden von E-Mails ist per POP3, SMTP und IMAP4 möglich. Die Möglichkeit, nur die Kopfzeilen einer E-Mail abzurufen spart zudem auch noch Zeit und Geld. Doch wer nicht selbst nach Nachrichten suchen will, dem wird mit dem K850i ebenfalls geholfen, wurde ihm doch sogar einen Push-Mail-Kompatibilität gegönnt.

Sony Ericsson k850i: USB-Kabel AnschlussDas Telefonieren im Auto ist dank Headset und Freisprecheinrichtung sehr komfortabel. Die Tonqualität ist gut, Sprachwahl und Sprachbefehle können genutzt und auch eine externe Antenne kann angeschlossen werden. Einen Nachteil hat das Gerät aber bei der Verbindung mit vorbereiteten Freisprecheinrichtungen in moderneren Autos: Es überwacht, auch wenn das Auto ausgeschaltet ist, permanent das Umfeld um eventuelle Sprachbefehle aufzunehmen. Das reduziert die Haltbarkeit des Akkus erheblich.

Sie erwarten Komfort-Funktionen? Hier kommen sie! Das K850i kann alles, was man von einem modernen Telefon erwartet (anklopfen, makeln, halten, Konferenzschaltung, Stummschaltung – hierzu braucht nur die Sterntaste länger gedrückt werden, etc.) und noch einiges mehr. So besitzt es beispielsweise einen Sprachspeicher, der dank dynamischer Speicherung je nach Speicherplatz genutzt werden kann.

Der Kalender ist, wie bei Sony Ericsson üblich, sehr umfangreich. Neben der normalen Monatsansicht bietet er auch eine Wochenansicht. Zudem können Termine mit Anfangsdatum/-zeit und Enddatum/-zeit gespeichert werden. Geburtstage werden direkt aus dem Adressbuch in den Kalender übernommen. Einzelne Termine können kopiert, verschoben oder auch via Infrarot, Bluetooth, SMS, E-Mail oder MMS gesendet werden.
Das Adressbuch kann pro Kontakt bis zu fünf Nummern speichern, zusätzlich können Mailadresse, Webadresse, Bild, persönlicher Rufton, Sprachbefehl für jede Nummer, Titel, Firma, Straße, Ort, Bundesland, PLZ, Land (Straße bis Land auch noch privat), Bemerkungen und zusätzlich noch der Geburtstag gespeichert werden. Über die Optionen ist neben einer Datensicherung auf der Speicherkarte auch das Senden des kompletten Adressbuches via Bluetooth möglich.

Die Prioritäten des Handyusers erkannt, haben die Ingenieure dieses Handys die Alarmfunktion aus einer der unteren Menüebenen nach ganz oben geschoben. Das Menü selbst ist einfach zu verwenden, wiederkehrende Alarme finden ihren Platz, wie auch einmalige. Ebenfalls nett: Man kann den Alarmton frei wählen, wie auch die Nachricht, die im Display erscheinen soll.

Zurück in den Organizer: Die Aufgabenfunktion dient der Speicherung von noch zu erledigenden Aufgaben oder Anrufen und speichert diese inklusive Erinnerungsfunktion ab. Nach Erledigung kann eine Aufgabe als erledigt markiert werden und steht so zum späteren Abruf bereit. Notizen können auch gespeichert werden. Zusätzlich zur normalen Textspeicherung kann eine Notiz auch im Standby angezeigt werden, damit diese nicht vergessen wird.

Sony Ericsson k850i: Seitenansicht oben

Sony Ericsson k850i: Ecke oben links

Sony Ericsson k850i: Seitenansicht links
Sony Ericsson k850i: Ecke unten links

Der integrierte Taschenrechner beherrscht Division, Multiplikation, Addition und Subtraktion. Zudem kann das Vorzeichen gewechselt werden, Dezimalwerte werden akzeptiert und ein Wert kann in den Zwischenspeicher gelegt werden. Dieser erlischt aber mit dem Verlassen des Rechners.
Weiterhin befinden sich im Organizer ein Timer (Countdown), eine Stoppuhr und eine Brieftaschenfunktion, in der wichtige Daten wie Geheimzahlen passwortgeschützt gespeichert werden können.

Mit dem K800i eingeführt, findet man natürlich auch im K850i ein Radio, das seine Sender über das mitgelieferte Headset (als Antenne) findet. Doch die Funktionalität geht weit über ein klassisches Handyradio hinaus, ist man schließlich in der Lage, Sender anzuspeichern und dank RDS zu sehen, was da gerade läuft. Eine echte Alternative zum Musikspieler sozusagen.

Zwei Spiele werden von Haus aus mitgeliefert: Das in der K-Serie obligatorische Tennis, und das vielen Älteren noch als Holzspiel bekannte Marble Madness. Letzteres verlangt, eine Kugel über einen Hindernis-Parkur zum Ziel zu führen. Klingt recht simpel, hat jedoch seinen Reiz: Hier kommt erneut der Bewegungssensor des K850i zum Einsatz. Gesteuert wird die Kugel durch Ankippen des Handys.

Sony Ericsson k850i: offenes Gerät Front

Das Sony Ericsson K850i ist ganz klar dort angekommen, wo das japanisch-schwedische Unternehmen hinwollte: In der technischen Oberklasse. Es kann all das, was man von einem aktuellen Top-Kamerahandy erwartet, und liefert derart viele Neuerungen, dass man nun auch weiß, warum die Welt so lange auf dieses Handy warten musste. Hier wurde mit Verstand und dem Fokus auf das Anwendbare designt. Das Menü ist grundlegend überarbeitet, die Multimedia-Oberfläche ist zum ersten Mal tatsächlich eine, und nicht nur ein Player für Dateien.

Zu guter Letzt: Wenn man die Summe der Features mit dem derzeitigen Straßenpreis in Relation setzt, dann sehen wir eines der erfolgreichsten Handys dieses und des kommenden Jahres vor uns. Dem Erfolg kann nur noch Sony Ericsson selbst ein Bein stellen, indem man mal wieder den Ansturm der Kunden unterschätzt und zu wenig liefert.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen