Test des Sony Ericsson J230i

11 Minuten

Test des Sony Ericsson J230i-1Mit dem J230i verspricht Sony Ericsson ein leicht zu bedienendes Einsteigerhandy, das am Puls der Zeit ist. Leicht und trotzdem robust soll es sein. Für Jedermann geeignet, der sein Telefon zum Telefonieren und Nachrichten schreiben braucht und auf überflüssigen Schnickschnack verzichten kann. Doch hält das Gerät was der Hersteller verspricht? Wo liegen die Schwachstellen und in welchen Bereichen punktet das Handy? Das und noch viel mehr lesen Sie hier.Test des Sony Ericsson J230i-2Das J230i kommt in einem kleinen quadratischen Karton daher. Farblich ist dieser in grau und dunkelgrün gehalten – auf drei Seiten ist das Handy abgebildet. Leider ist Verpackung nicht gerade ansprechend gestaltet. Sie wirkt langweilig und lieblos. Lediglich die Größe beziehungsweise "Kleine" des Kartons macht neugierig, was sich so in ihm verbirgt. Öffnet man den Karton, findet man im Inneren das Handy, den Akku, das Ladegerät, ein Headset und die Bedienungsanleitung. Diese Ausstattung ist ausreichend, obwohl ein Datenkabel schön gewesen wäre.

Test des Sony Ericsson J230i-3
Test des Sony Ericsson J230i-4

Test des Sony Ericsson J230i-5Nimmt man das Handy aus der Verpackung, muss man es für das Einlegen des Akkus zunächst auseinanderbauen. Dies gestaltet sich als ein wenig schwierig. Der Auseinanderbau ist selbst mit Werkzeug schwierig, da es immer abrutscht. Hat man es dann geschafft, muss man lediglich noch die SIM-Karte einsetzen, den Akku einlegen und den Akkudeckel wieder zuschieben. So nervenaufreibend der Auseinanderbau ist, so kinderleicht lässt sich das Gerät wieder zusammenbauen. Ist das Handy komplett, kann man es zum ersten Mal von allen Seiten betrachten.

Das Barrenhandy ist farblich in grau gehalten, kleine Farbakzente wurden in orange gesetzt. Die Tasten sind silberfarben. Das Design ist schlicht, konservativ und ein wenig langweilig. Nimmt man es in die Hand, fällt zunächst auf, dass es sich um ein Leichtgewicht handelt: das Handy besteht komplett aus Plastik. Die verwendeten Materialien wirken billig und leicht zerbrechlich. Positiv ist, dass die Spaltmaße sehr gering sind. Auch sämtliche Anbauteile sind passgenau. Sowohl Ladekabel als auch Headset sitzen einwandfrei. Praktisch ist, dass man auch Zubehör von anderen Sony Ericsson Geräten benutzen kann. Ansonsten ist das Handy sehr schlicht gestaltet. Es gibt keine Kamera, keine Seitentasten oder ähnliches. Auffällig ist lediglich die Navigationstaste in der Mitte des Telefons. Sie besteht aus einem kleinen silbernen Knopf, der orange umrandet und mit einem silbernen Ring verziert ist.

Test des Sony Ericsson J230i-6Betrachtet man das komplette Tastenfeld, fällt auf, dass es zweigeteilt ist. Der obere Teil besteht aus der Navigationstaste. Um sie herum sind die Anrufannahmetaste, die Anrufbeendentaste, die Optionstaste und die Löschtaste. Im unteren Teil findet man ein gewöhnliches Zahlenfeld. Die Tasten lassen sich nur schwer bedienen: Der Druckpunkt ist ungenau und die Tasten liegen sehr dicht bei einander. Blindes Tippen ist nahezu unmöglich und selbst wenn man draufschaut, neigt man dazu, sich pausenlos zu vertippen. Einzige Unterstützung ist die bereits erwähnte Zweiteilung des Tastenfeldes und die allseits bekannte Markierung der Taste fünf.

Die Bedienung mit der Navigationstaste stellt sich recht einfach dar. Der Ring dient zur Navigation durch das Menü und funktioniert präzise und zuverlässig. Den Vibrationsalarm kann man mit und ohne Signalton ein- oder ausschalten. Schaltet man ihn ein, summt das Handy immer, egal ob beim Eingang einer SMS oder eines Anrufs. Eine genauere Einstellungsmöglichkeit wäre wünschenswert gewesen. Von seiner Stärke her ist der Vibrationsalarm angemessen. Auch funktioniert er recht geräuschlos. Alles in allem ist die Verarbeitung gut. Schade ist, dass so billig wirkende Materialien verwendet wurden, die die langweilige Optik noch zusätzlich unterstreichen.

Test des Sony Ericsson J230i-7

Test des Sony Ericsson J230i-8Die Sprachqualität des J230i ist in Ordnung. Alles kommt klar und deutlich an und auch für den Gesprächspartner klingt man unverzerrt. Verständnisprobleme hat man an Orten, an denen der Geräuschpegel extrem hoch ist: zum Beispiel an einer stark befahrenen Straße. Die Lautstärke ist während des Gesprächs regelbar, dies stellt sich allerdings als ein wenig kompliziert dar: Der Nutzer musszuerst ins Menü, um dort unter "Lautstärke regeln" die gewünschte Einstellung vornehmen zu können. Der Akku bietet bei einer StandBy-Zeit von 280 Stunden eine Gesprächszeit von sechs Stunden. Diese Zeit ist ausreichend für den durchschnittlichen Handy-Nutzer. Die Ladezeit liegt bei ungefähr vier Stunden und ist damit ein wenig lang. Die StandBy-Zeit, die der Hersteller angibt, stimmt auch ungefähr mit der Realität überein. Punktabzug gibt es für den Empfang. Der ist schlecht, dies fällt besonders bei schwachen Netzen ins Gewicht.Test des Sony Ericsson J230i-9Das J230i besitzt ein Display, das 30 x 30 mm groß ist. Es hat bei einer Auflösung von 128 x 128 Pixel 65.536 Farben.

Die Farbwiedergabe und – Brillanz ist mäßig, die Farben wirken matt und pixelig.

In der Sonne oder unter einer starken Lichtquelle ist das Display so gut wie gar nicht lesbar. Im Dunkeln ist es in Ordnung.

Die Helligkeit und der Kontrast lassen sich nach Belieben einstellen. Auch einen Hintergrund kann man auswählen und einschalten.

Eine Begrüßung kann man ebenfalls einschalten. Hierbei kann der Nutzer zwischen der Standardversion und einem eigenen Text wählen.

Ein Displayschoner steht nicht zur Verfügung. Das gleiche gilt für die Kamera, auch sie ist nicht vorhanden.

Test des Sony Ericsson J230i-10
Test des Sony Ericsson J230i-11
Test des Sony Ericsson J230i-12
Test des Sony Ericsson J230i-13
Test des Sony Ericsson J230i-14
Test des Sony Ericsson J230i-15

Durch Drücken der silbernen Taste in der Mitte des Handys gelangt man in ein auf Icons basierendes Menü. Es gibt Icons zu den Punkten Anruf- Info, Internet- Dienste, Alarm, Radio, Nachrichten, Spaß und Spiele, Organizer, Telefonbuch und Einstellungen. Die Einteilung der Menüpunkte ist gut und nachvollziehbar. Die Icons zeigen genau das an, was der Nutzer hinter ihnen erwartet.

Test des Sony Ericsson J230i-16
Test des Sony Ericsson J230i-17
Test des Sony Ericsson J230i-18
Test des Sony Ericsson J230i-19
Test des Sony Ericsson J230i-20
Test des Sony Ericsson J230i-21

Im Großen und Ganzen findet man sich im Menü sehr schnell zurecht. Bei der Menüansicht kann man zwischen Raster- und Einzelansicht wählen. Die Rasteransicht ist dabei am übersichtlichsten. Es gibt vier Menüebenen. Diese Aufteilung ist typisch und ergibt Sinn, da man dadurch nicht gezwungen wird, endlos zu suchen. Die kurzen Menüwege garantieren Übersicht und Schnelligkeit. So braucht man lediglich vier Tastenklicke, um mit dem Schreiben einer SMS beginnen zu können. Trotz des ansonsten eher sparsamen Umgangs mit technischen Raffinessen stehen dem Benutzer einige Möglichkeiten zur Verfügung, schneller durch das Menü zu navigieren. So gelangt man durch das Drücken der "Yes- Taste" direkt zur Anruferliste. Durch drücken der "Optionstaste" kann man die Tastatur sperren, den Rufton ausschalten oder den Status abrufen. Betätigt man die Navigationstaste oben, öffnet man das Programm für das Radio. Rechts davon kann man die Uhrzeit einstellen. Links findet man den Short Cut zum Erstellen einer Nachricht. Drückt man nach unten gelangt man ins Telefonbuch. Durch gedrückt halten der "Rautetaste" schaltet man das Telefon in den Stummmodus. Lediglich der Vibrationsalarm bleibt eingeschaltet. Besonders positiv zu bewerten ist, dass die Schnellzugrifffunktionen, die auf der Navigationstaste liegen, nach Belieben verändert werden können. So kann der Nutzer das Handy nach seinen eigenen Vorstellungen einrichten.

Rufnummernunterdrückung ist nicht möglich. Zur besseren Koordination der Anrufe gibt es zwei Anruflisten: Die eine ist für die unbeantworteten Anrufe, die andere für angenommene und gewählte Rufnummern. Auch eine automatische Wahlwiederholung steht dem Benutzer zur Verfügung.

Beim Schreiben einer SMS wird man durch die automatische Worterkennung unterstützt. An sich ist dies auch wirklich ein Kinderspiel. Probleme bereiten lediglich die Tasten. Ständig verschreibt man sich und muss wieder von vorne anfangen. Ebenso verhält es sich beim Schreiben einer MMS. Hat man den MMS–Klienten eingerichtet, lassen sie sich leicht verschicken. E-Mail steht nicht zur Verfügung.

Zur musikalischen Unterstützung stehen 14 Klingeltöne zur Verfügung. Das Handy kann sowohl polyphone als auch Real- Music-Töne abspielen, auch ein Radio ist mit von der Partie. Um zu verhindern, dass das Telefon zum Beispiel in der Tasche selbstständig wählt, kann man die Tastensperre einschalten. Dies geschieht durch Drücken der "Optionstaste" und Auswählen der Funktion "Tastatur sperren".Test des Sony Ericsson J230i-22Die einzige Verbindungsmöglichkeit, die getestet werden konnte, war die Verbindung mit einem Headset. Diese klappt einwandfrei. Die Verbindung mit dem PC war nicht möglich, da kein Datenkabel und keine Software mitgeliefert wurden und das Zubehör von einem neueren Sony Ericsson-Modell nicht erkannt werden konnte. Außerdem stehen weder eine Infrarotschnittstelle noch Bluetooth zur Verfügung.

Test des Sony Ericsson J230i-23
Test des Sony Ericsson J230i-24
Test des Sony Ericsson J230i-25
Test des Sony Ericsson J230i-26

Funktionen wie Sprachwahl, Sprachspeicher und Sprachsteuerung stehen nicht zur Verfügung. Ebenso fehlt die Stummschaltung während des Gesprächs. Besonders die ersten drei Funktionen wären sinnvoll, da man sie gerade beim Autofahren sehr gut gebrauchen kann. Als kleine Entschädigung steht dem Benutzer eine Freisprechfunktion zur Verfügung, die man während des Gesprächs einschalten kann. Leider ist der Klang bei dieser Funktion bescheiden: Der Gesprächspartner ist selbst auf höchster Lautstärke sehr schlecht zu hören. Ein eingebauter Anrufbeantworter steht nicht zur Verfügung. Dafür existieren jedoch sieben Profile, die man nach Belieben einstellen kann. So hat man für jede Gelegenheit das passende Profil und somit die passende Ruftonlautstärke. Durch längeres Gedrückthalten der Rautetaste kann das Handy direkt in den Stummmodus schalten.

Im Telefonbuch kann man gerade mal das Nötigste speichern. So kann man einem Kontakt einen Namen geben, eine Rufnummer hinzufügen und den Speicherplatz bestimmen. Email-Adressen werden unter einem eigenen Feld gespeichert. Einziger Komfort ist, dass man die Kontakte in verschiedene Gruppen einteilen kann. Alles in Allem ist das Telefonbuch leider wenig übersichtlich und die wenigen Speichermöglichkeiten sind nicht mehr zeitgemäß.

Test des Sony Ericsson J230i-27
Test des Sony Ericsson J230i-28
Test des Sony Ericsson J230i-29
Test des Sony Ericsson J230i-30

Unter dem Menüpunkt "Organizer" findet man einen Kalender, in welchen man seine Termine eintragen kann. Zusätzlich kann man Aufgaben eintragen und es stehen ein Timer, eine Stoppuhr und ein Rechner zur Verfügung. Wählt man "Aufgaben" kann man der Aufgabe einen Titel geben und wenn man möchte, eine Erinnerung einstellen. Man kann Startdatum und Startzeit eingeben. Unter dem Punkt "Termine" verfährt man ähnlich wie bei den Aufgaben. Man benennt den Termin und legt dann Start- und Endzeitpunkt fest. Dann kann man festlegen, wann die Erinnerung (wenn überhaupt) stattfinden soll: Pünktlich zu der Zeit oder eine gewisse Zeit vorher. Unter dem Menüpunkt "Alarm" findet man einen ganz normalen Wecker. Dort kann man die gewünschte Weckzeit eingeben und entscheiden, ob man ein Alarmsignal hören möchte oder vom Radio geweckt werden will. Der Unterhaltungswert des Handys ist mäßig. Es stehen zwei Spiele zur Verfügung, Minigolf und QuadraPop. QuadraPop ist ähnlich wie Tetris, hat jedoch eine schlechte Grafik, die den Unterhaltungswert stark schmälert. Bei Minigolf ist die Grafik besser, trotzdem ist es ein eher langweiliges Spiel.

Test des Sony Ericsson J230i-31

Das J230i soll ein Einsteigerhandy für jedermann sein. Einsteigerhandy stimmt in jedem Bereich. Das Design ist langweilig und wirkt instabil. Dieser Eindruck zieht sich durch jeden zu testenden Bereich. Alles wirkt lieblos gestaltet. Obwohl SonyEricsson sehr darauf bedacht war, alles möglichst einfach und übersichtlich zu halten ist an einigen Stellen eher das Gegenteil der Fall. An der intuitiven Bedienung verzweifeln zum Teil auch geübte Handynutzer und müssen im Handbuch nachlesen. Die Grafik und der Empfang sind nicht zufrieden stellend. Ebenso wie das Telefonbuch. Auch ein Einsteigerhandy sollte in der Lage sein, mehr als eine Rufnummer pro Namen speichern zu können. Größter Schwachpunkt sind allerdings die Tasten. Sie liegen sehr eng beieinander und sind sehr unpräzise. Das trübt den Spaß an diesem Handy am stärksten. Positiv zu bewerten ist, dass das Gerät wirklich ein Leichtgewicht ist. Alles in allem ist das J230i etwas für den anspruchslosen Handybenutzer. Doch für diese gibt es zahllose Alternativen im gleichen Preissegment.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen