Test des Sony Ericsson J220i

11 Minuten

Test des Sony Ericsson J220i-1Sony-Ericsson verspricht mit dem J220i optimale Bedienerfreundlichkeit in Kombination mit einem großen Funktionsumfang. Doch entspricht das Versprechen wirklich der Realität? Ist es möglich zwei so gegensätzliche Ansprüche miteinander zu verbinden? Kann der Hersteller dieser Aussage gerecht werden, und besitzt das Gerät wirklich einen so großen Funktionsumfang, wie angekündigt? Diese und viele andere Fragen klärt unser inside-digital.de – Test.Test des Sony Ericsson J220i-2Das J220i kommt in einem kleinen, zierlichen Karton daher. Er ist im klassischen Grau und Grün gehalten.

Das Handy ist an drei Seiten darauf abgebildet. Im Gesamtbild wirkt die Verpackung eher langweilig. Da es sich bei dem Gerät jedoch um ein Einsteigerhandy handelt, erwartet man bei der Verpackung auch nicht mehr.

Klassisch, schlicht und ohne Schnick- Schnack. Öffnet man den Karton findet man im Inneren Handy, Akku, Ladegerät und Bedienungsanleitung. Diese Ausstattung ist spartanisch und nicht mehr zeitgemäß. Ein Headset und auch ein Datenkabel wären wünschenswert gewesen und gehören mittlerweile zur Grundausstattung.

Test des Sony Ericsson J220i-3
Test des Sony Ericsson J220i-4

Test des Sony Ericsson J220i-5Das Handy ist fast komplett zusammengebaut. Um es startklar zu machen muss man den Akkudeckel abnehmen, die SIM – Karte einlegen und den Akkudeckel wieder schließen. Das Öffnen des Akkudeckels gestaltet sich als kompliziert. Mit ein bisschen Übung geht aber auch das leicht von der Hand. Die Anleitung, die dafür auf dem Karton abgedruckt ist, ist dabei wenig hilfreich. Akku und SIM – Karte lassen sich dagegen leicht ein- und ausbauen. Hat man den Zusammenbau erfolgreich abgeschlossen, kann man sich das Handy etwas genauer ansehen.

Das Design ist schlicht aber ansprechend. Es wurden keine besonderen Designelemente verwendet oder eingebaut. Die Größe des Handys ist durchschnittlich. Es liegt gut in der Hand – dies liegt mit Sicherheit auch an dem geringen Gewicht von gerade mal 85 Gramm. Leider fühlen sich die verwendeten Materialien billig und nicht belastbar an. Sie hätten hochwertiger sein können. Positiv zu bewerten sind die geringen Spaltmaße. Alles passt genau aufeinander und auch die Tasten bieten kaum Angriffsfläche für Schmutz und Staub. Anbauteile wie das Ladegerät, passen genau. Praktisch ist, dass man auch älteres oder neueres Handyzubehör von Sony Ericsson, wie Headset oder Ladekabel benutzen kann: sie passen exakt.

Auch bei genauerem Hinsehen lassen sich keine äußerlichen Besonderheiten feststellen. Es gibt weder Seitentasten noch eine Kamera. Das Tastenfeld ist klassisch und schlicht gestaltet. Von oben nach unten betrachtet findet man zuerst die Navigationstaste, die von der Anrufannahme- und der Anrufbeendtaste umrahmt wird. Unter den beiden Tasten findet man die Options- / Tastensperrtase und die Löschtaste. Darunter findet sich ein gewöhnliches Zahlenfeld. Schön ist, dass die Tasten erhaben sind. Dadurch lassen sie sich gut erfühlen. Problematisch ist, dass sie sehr eng beieinander liegen und das es keine klare Trennung zwischen Menü- und Zahlenfeld gibt. Ansonsten hat man zur Unterstützung die bekannte Markierung der Taste fünf und eine fühlbare Markierung der Menütasten -hilfreich beim blinden Steuern.

Beim SMS schreiben werden die Schwachstellen der Tastatur dann aber deutlich. Der Druckpunkt ist nicht exakt und die Tasten reagieren spät. Blind tippen ist dadurch schwierig. Das Gerät besitzt zur Menübedienung eine Navigationstaste, in deren Mitte sich die Auswahltaste befindet. Mit der Navigationstaste kann man dann die Richtung steuern (oben, unten, rechts, links). Durch diese Aufteilung kann man sehr präzise genau den Menüpunkt anwählen, den man möchte.

Der Vibrationsalarm ist gut spürbar – aber nicht zu laut – so dass man ihn auch in Ruhe erfordernden Situationen einsetzten kann. Man kann einstellen, ob man den Vibrationsalarm immer nutzen will, oder nur dann wenn kein Signalton eingestellt wurde oder ob man ihn gar nicht nutzen will.Test des Sony Ericsson J220i-6Die Sprachqualität ist überraschend gut. Der Gesprächspartner kommt klar und unverzerrt an und auch man selbst wird deutlich verstanden. Lediglich an einer stark befahrenen Straße oder Orten ähnlicher Geräuschkulisse hat man Probleme den Gesprächspartner zu verstehen. Die Lautstärke kann man während des Gesprächs ganz leicht über die Navigationstasten verändern. Negativ zu erwähnen sei an dieser Stelle der Empfang, der sehr schwach ist. Dies fällt vor allem bei schwachen Netzen ins Gewicht. Die Standby-Zeit liegt laut Angaben des Herstellers bei 280 Stunden und die Gesprächszeit bei sechs Stunden. Diese Angaben stimmen ungefähr mit der Realität überein und sind für ein Einsteigerhandy auch ausreichend. Einziger Minuspunkt ist die Ladezeit, die bei bis zu vier Stunden liegt.Test des Sony Ericsson J220i-7Das J220i hat ein Display, das 29 x 29 Millimeter groß ist und bei einer Auflösung von 128 x 128 Pixel 65536 Farben darstellen kann. Die Farbwiedergabe und auch die Farbbrillianz sind mäßig. Die Farben wirken matt und pixelig. Bei starker Sonneneinstrahlung ist das Display so gut wie nicht lesbar.

Besser sieht es im Dunkeln aus. Da macht das Display eine gute Figur. Helligkeit und Kontrast lassen sich nach Belieben einstellen. Auch ein Hintergrundbild kann man aus voreingestellten Bildern auswählen. Ein Displayschoner steht nicht zur Verfügung. Als Begrüßung kann man entweder die Standardeinstellung belassen oder eine eigene einstellen, wobei man zwischen den Bildern wählen kann, die man auch als Hintergrund einstellen kann.

Ein Begrüßungstext kann nicht eingegeben werden. Die Ein- und Ausschaltanimation kann nicht verändert werden.

Test des Sony Ericsson J220i-8
Test des Sony Ericsson J220i-9
Test des Sony Ericsson J220i-10
Test des Sony Ericsson J220i-11
Test des Sony Ericsson J220i-12
Test des Sony Ericsson J220i-13
Test des Sony Ericsson J220i-14
Test des Sony Ericsson J220i-15
Test des Sony Ericsson J220i-16
Test des Sony Ericsson J220i-17
Test des Sony Ericsson J220i-18
Test des Sony Ericsson J220i-19
Test des Sony Ericsson J220i-20

Das J220i besitzt ein auf Icons basierendes Menü. Man kann es zwar nicht in ein Listenmenü ändern, aber die Ansicht lässt sich verändern. So hat man entweder alle Menüpunkte auf einen Blick, oder lässt sie einzeln einblenden. Es gibt Icons zu den Menüpunkten Anrufinfo, Internet- Dienste, Alarm, Spaß und Spiele, Nachrichten, Rufton aus, Organizer, Telefonbuch und Einstellungen.

Die Menüpunkte sind typisch für Sony Ericsson. Es gibt zwischen drei und vier Menüebenen. Das macht die Bedienung übersichtlich und einfach. Zum Schreiben einer SMS braucht man zum Beispiel nur viermal auf die Menütaste zu drücken. Natürlich kann man das auch einfacher haben, indem man die Short Cuts benutzt, mit denen die Navigationstasten belegt sind. So befindet sich auf der linken Taste die Schnellzugriffsfunktion für die Nachrichten, auf der unteren Taste das Telefonbuch, auf der rechten Taste der Alarm und die obere Taste kann man nach belieben mit einem Schnellzugriff belegen.

Ansonsten gibt es noch wie bereits erwähnt die Rautetaste mit der man schnell alle Töne ausschalten kann. Die Schriftgröße sowie die Anzeigengröße im Display können nicht verändert werden. Stellt man das Menü aber auf Einzelansicht, sind das Symbol und die Schrift recht groß und somit auch für Brillenträger geeignet. Rufnummernunterdrückung ist leider nicht möglich. Anrufe werden in zwei verschiedenen Listen gespeichert. Es gibt eine Liste für unbeantwortete Anrufe und eine bei der alle getätigten, empfangenen und unbeantworteten Anrufe festgehalten werden. Praktisch ist die automatische Wahlwiederholung, die einem zur Verfügung steht, sobald ein Kontakt nicht erreichbar ist. Das Telefon wählt dann selbstständig so lange bis der Kontakt erreichbar ist.

Das Schreiben einer SMS gestaltet sich als einfaches Unterfangen. Unterstützt wird man beim Erstellen einer Kurzmitteilung durch die lernfähige, automatische Worterkennung. Einziges Manko sind die Tasten, die durch eine leichte Verzögerung in der Reaktion präzises Schreiben schwer machen. Bei den MMS verhält es sich ähnlich. Bei "Nachrichten verfassen" wählt man einfach "MMS" und schon kann man loslegen. Allerdings muss man vor der ersten Benutzung die MMS- Konfiguration einstellen. Verschickt werden können Texte, Bilder und Sounds. E- Mails können nicht verschickt werden.

Als Rufton kann man sowohl die voreingestellten polyphonen Klingeltöne, als auch Realmusic- Klingeltöne einstellen. Außerdem ist es möglich eigene Klingeltöne zu komponieren. MP3s können nicht abgespielt werden.

Für ein Barrenhandy besonders wichtig ist die Tastatursperre. Bei diesem Handy setzt man sie durch betätigen der Optionstaste und anschließendes drücken der Auswahl- oder der Yes- Taste. Entsperren kann man das Gerät durch drücken der "Optionstaste" und anschließendem betätigen der Taste "c".An Verbindungsmöglichkeiten steht dem Benutzer leider nur die Verbindung via Datenkabel mit dem PC zur Verfügung. Es gibt weder eine Infrarotschnittsstelle, noch ist das Handy bluetoothfähig. Die PC- Synchronisation konnte nicht getestet werden, da das Gerät weder das Datenkabel, noch die Software eines neueren Sony- Ericsson Models erkennt. Einzig die Verbindung mit dem Headset funktioniert einwandfrei.

Test des Sony Ericsson J220i-21
Test des Sony Ericsson J220i-22
Test des Sony Ericsson J220i-23
Test des Sony Ericsson J220i-24

Sprachwahl und Sprachsteuerung sind nicht möglich. Auch ein Sprachspeicher existiert nicht. Stummschaltung ist ebenfalls nicht möglich. Dafür ist eine Freisprechfunktion vorhanden. Diese kann leicht während des Gesprächs durch Drücken der Optionstaste eingeschaltete werden. Ein Anrufbeantworter ist nicht vorhanden. Unter dem Menüpunkt Einstellungen findet man sieben Profile bei denen man jeweils den Rufton, die Lautstärke, den Vibrationsalarm, Alarmsignal, Nachrichtensignal, Rufannahme, Licht, Tastentöne und den Profilnamen nach Belieben einstellen kann. So hat man für jede Gelegenheit das passende Profil und somit die passende Ruftonlautstärke.

Wie oben bereits erwähnt kann man durch längeres gedrückt halten der Rautetaste das Handy direkt in den Stummmodus schalten.

Im Telefonbuch kann man gerade mal das Nötigste speichern. So kann man einem Kontakt einen Namen geben, eine Rufnummer hinzufügen und den Speicherplatz bestimmen. E-Mail- Adressen werden unter einem eigenen Feld gespeichert.

Test des Sony Ericsson J220i-25
Test des Sony Ericsson J220i-26
Test des Sony Ericsson J220i-27
Test des Sony Ericsson J220i-28

Einziger Bonuspunkt ist, dass man die Kontakte in verschiedene Gruppen einteilen kann. Alles in Allem ist das Telefonbuch leider wenig übersichtlich und die wenigen Speichermöglichkeiten sind nicht mehr Zeitgemäß.

Unter dem Menüpunkt "Organizer" findet man einen Kalender, bei dem man Termine eintragen kann. Wählt man "Aufgaben" kann man der Aufgabe einen Titel geben und wenn man möchte eine Erinnerung einstellen – hierfür lassen sich Startdatum und Startzeit eingeben.

Unter dem Punkt Termine verfährt man ähnlich wie bei den Aufgaben. Man benennt den Termin und legt dann Startzeitpunkt und Endzeitpunkt fest. Dann kann man festlegen wann die Erinnerung stattfinden soll. Pünktlich zum Zeitpunkt des Termins oder etwas früher. Unter dem Menüpunkt "Alarm" findet man die Weckfunktion. Dort kann man die gewünschte Weckzeit eingeben und entscheiden ob der Alarm einmal losgehen soll, oder an mehreren Tagen. Man kann dann unter "wiederholtem Alarm" die Uhrzeit und die Wochentage an denen man geweckt werden will aussuchen. Zusätzlich stehen eine Stoppuhr und ein Rechner zur Verfügung.

Zuletzt noch ein Blick auf den Unterhaltungswert: Das J220i besitzt zwei Spiele zum einen ein für Sony Ericsson Nutzer bekanntes Spiel, nämlich Quadrapop, zum anderen Black Jack. Bei beiden ist der Unterhaltungswert eher mäßig, was zumindest bei Quadrapop an der schlechten Grafik liegt.

Test des Sony Ericsson J220i-29

Das J220i ist als Einsteigerhandy gedacht und überzeugt auch in dieser Funktion. Die Bedienung ist einfach. Die Leistung des Handys beschränkt sich im Wesentlichen auf das Telefonieren und das Schreiben von Kurzmitteilungen – von großem Funktionsumfang kann hier nicht die Rede sein. Positiv hervorzuheben ist die gute Verarbeitung und das geringe Gewicht des Handys. Einen Schatten werfen darauf allerdings die billig wirkenden Materialien. Ebenfalls zu bemängeln ist der schlechte Druckpunkt der Tasten – irritiert beim Tippen und erschwert besonders blindes navigieren. Ebenfalls negativ zu erwähnen ist das Telefonbuch. Auch ein Einsteigerhandy muss mindestens zwei Nummern pro Kontakt speichern können. An einigen Stellen wirkt die Schlichtheit erzwungen und schlägt in Sachen Bedienung leider ins Gegenteil um, so macht es die Bedienung eher komplizierter als einfacher. Das Display ist sehr schwach auf der Brust zur last der Farbwiedergabe. Größtes Ärgernis stellt der Akkudeckel dar, der sich erst nach viel Übung, abgebrochenen Fingernägeln und verzweifelten Flüchen gut öffnen lässt.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen