
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) gerät nach der Blockade von Internetseiten für Journalisten in China unter Druck. Deutsche Politiker aller Parteien verlangten wie zugesichert uneingeschränkte Recherchemöglichkeiten während der Olympischen Spiele. Sportfans machten ihrer Verärgerung unter anderem beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) Luft.
Dort gingen nach Angaben eines Sprechers allein am Donnerstag rund 100 Beschwerde-E-Mails ein. Die Hälfte davon seien teils unflätige Beschimpfungen gewesen. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper trat für eine uneingeschränkte Pressefreiheit für Journalisten während der Olympischen Spiele in Peking ein. Mit der Beschränkung bei Recherchen im Internet seien die Organisatoren dabei, sich ein Eigentor zu schießen. Es sei aber nun Sache des IOC, die Aufhebung der Beschränkungen durchzusetzen.
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" aus dem Umfeld von IOC-Präsident Jacques Rogge stellt sich der Verband auf "harte Debatten mit dem chinesischen Organisationskomitee" ein. "Da müssen Sitzungen stattfinden, da ist nichts klipp und klar", zitiert die Zeitung einen hohen IOC-Offiziellen. Derweil waren auch am Donnerstag im Internationalen Pressezentrum in Peking unter anderen die Internetseiten von Amnesty International und der BBC nicht zu erreichen. Dagegen war die Homepage der Deutschen Welle, die Medienberichten zufolge zuvor auch blockiert war, wieder frei.
Der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert (SPD), verlangte eine "scharfe Reaktion". Sollte China nicht einlenken, müsse die weltweite Übertragung der Eröffnungsfeier abgesagt werden. Auch Danckert kritisierte das IOC, "weil es sich von den Chinesen vorschreiben lässt, was erlaubt ist und was nicht". Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), bezeichnete den Eingriff der chinesischen Behörden als "nicht akzeptabel". Zuvor hatte bereits Bundessportminister Wolfgang Schäuble (CDU) gesagt, die Bundesregierung "bestehe natürlich darauf, soweit wir einen Einfluss darauf haben, dass die erteilten Zusagen auch eingehalten werden". weiterlesen...