Das Bundesverteidigungsministerium hat nach einem Bericht der ARD Geheimberichte im Fall des Bremer Türken Murat Kurnaz aufgrund technischer Probleme vernichtet. Kurnaz hatte zwei Soldaten des "Kommandos Spezialkräfte" (KSK) beschuldigt, sie hätten ihn im Januar 2002 im amerikanischen Gefangenenlager im afghanischen Kandahar misshandelt.
Aufklärungsarbeit
Der Verteidigungsausschuss des Bundestages hatte sich deshalb im vergangenen Jahr in diesem Fall zu einem Untersuchungsausschuss umgewandelt und für seine Aufklärungsarbeit alle der Bundeswehr vorliegenden Meldungen aus dem betreffenden Zeitraum über Kandahar angefordert.
Informationen über Auslandseinsätze
Das Magazin "Report Mainz" und "tagesschau.de" beriefen sich auf ein Schreiben von Verteidigungsstaatssekretär Peter Wichert vom 12.Juni, in dem die Vernichtung der Akten bestätigt wird. Die verlorengegangenen Berichte betrafen nach Angaben des Magazins Informationen über Auslandseinsätze der Bundeswehr aus den Jahren 1999 bis 2003.
Freilassung nach fünf Jahren
Kurnaz war als angeblicher Taliban-Kämpfer im Dezember 2001 in Pakistan verhaftet, zunächst nach Afghanistan und dann ins US-Geheimgefängnis nach Guantanamo auf Kuba gebracht worden. Erst im August vergangenen Jahres kam Kurnaz frei. Er traf am 24. August 2006 auf dem amerikanischen Militärflugplatz Ramstein ein. Der Untersuchungsausschuss konstituierte sich am 8. November vorigen Jahres.