
Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein: Trickreiche Hacker haben nun auch die HDTV-Kanäle des Pay-TV-Senders Premiere erfolgreich gehackt. Betroffen seien alle drei Kanale: HD-Film, HD-Thema und HD-Sport. Ein Conditional Access Module (CAM) soll in Kombination mit einer im Internet veröffentlichten Software die hochauflösenden Spartenkanäle "hell" machen. Nach der Hackerattacke in der vergangenen Woche ist dies der zweite Rückschlag für den Bezahlsender innerhalb kürzester Zeit. Derweil kursieren im Internet die wildesten Gerüchte: Ist Premiere am Ende selbst mitverantwortlich?
Juristische Mittel
Neben dem CAM soll eine Software, erhältlich in diversen Foren, für die Entschlüsselung der in Nagravision 2 verschlüsselten HDTV-Sender sorgen. Vor einigen Tagen hatten Hacker bereits das "normale" TV-Programm von Premiere geknackt, woraufhin der Pay-TV-Anbieter "drastische Maßnahmen" und juristische Mittel ankündigte.
Schlechter Zeitpunkt
Der Zeitpunkt des Angriffs ist für Premiere denkbar schlecht. Kurz vor der Fußball-WM hatte man sich einen regen Ansturm auf das Premiere-Angebot - der Sender überträgt alle 64 Spiele live - erhofft. Nun dürften einige potentielle Abonennten abspringen und zu "Schwarzsehern" werden.
Kartentausch erzwingen?
Technikfreaks spekulieren in Internetforen über die Veröffentlichung der sogenannten "Keys" zum entschlüsseln der Premiere-Sender. Einige meinen sogar, Premiere habe den Key selber in die "Upload-Center" gesetzt, um den Verschlüsselungsspezialisten und Premiere-Partner Kudelski zu einem raschen Kartentausch zu bewegen, und auf ein sicheres System setzen zu können. Das Unternehmen hat den Münchnern vertraglich zugesichert, sämtliche Smartkarten im Falle einer erfolgreichen und dauerhaften Hackerattacke zu tauschen.