
Der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Jürgen Doetz, fordert ein baldiges Ende von Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. "Die Klärung in der Gebührenfrage wird die Weichen für das duale System stellen", sagte Doetz.
Vor dem Hintergrund eines neuen Gebührenmodells für die öffentlich-rechtlichen Sender, über das im ersten Halbjahr 2010 entschieden werden und das 2013 in Kraft treten soll, lehnte Doetz eine stufenweise und langfristige Abschaffung der Werbefinanzierung ab. Es sei Aufgabe der Politik zu prüfen, was die öffentlich-rechtlichen Sender leisten müssen. "Im Bereich der Information, der Bildung und Kultur müssen die Inhalte stärker akzentuiert werden", sagte Doetz. Die Angebote müssten sich deutlicher von denen der Privaten unterscheiden, "das muss auch im Interesse von ARD und ZDF sein".
Von dem Werbeverbot erhofft sich Doetz einen faireren Wettbewerb zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anstalten: "Das bringt uns keine Reichtümer, aber eine schärfere Trennung." Dennoch dürfe der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht "kaputt gespart" werden, die Vielfalt der Angebote müsse erhalten bleiben, sagte Doetz. Es sei schwierig, den Qualitätsbegriff zu definieren, sagte Doetz mit Blick auf das Programmangebot der Privatsender: "Es versuchen alle, die notwendigen Voraussetzungen für die Werbefinanzierung zu leisten." Daher müsse Qualität auch danach bewertet werden, was die Zuschauer erreicht "und nicht, was das Feuilleton gerne sehen würde". Einem Sender wie RTL könne jedoch niemand die journalistische Qualität in Abrede stellen, obwohl es Informations-Programme bei den Privaten auch aufgrund begrenzter Refinanzierungsmodelle schwer hätten. (ddp)